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    Bischofsheim an der Rhön

    Von der Schulbank an den Chef-Schreibtisch

    Christina Weber-Hoch ist seit fünf Monaten Schulleiterin der Landwirtschaftsschule Abteilung Hauswirtschaft. Daneben ist sie am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für den Bereich Ernährung zuständig.
    Christina Weber-Hoch ist die neue Schulleiterin der Bischofsheim  Hauswirtschaftsschule. Foto: Marion Eckert       -  Christina Weber-Hoch ist die neue Schulleiterin der Bischofsheim  Hauswirtschaftsschule. Foto: Marion Eckert
    Christina Weber-Hoch ist die neue Schulleiterin der Bischofsheim Hauswirtschaftsschule. Foto: Marion Eckert

    Christina Weber-Hoch ist seit September 2019 die neue Schulleitern der Landwirtschaftsschule Abteilung Hauswirtschaft und damit Nachfolgerin von Doris Hartan-Khan. Doch an der Schule ist die 51-jährige Stockheimerin kein Neuling. Sie unterrichtet seit 2006 in Bischofsheim und war all die Jahre auch stellvertretende Schulleiterin.

    Ein Blick in ihre Vita zeigt, dass sie der Hauswirtschaftsschule aber schon viel länger verbunden ist, war sie doch 1989/90 selbst an der Schule Schülerin. Nach dem Abitur in Mellrichstadt besuchte sie die Hauswirtschaftsschule, die damals noch  drei Semester mit Internatsbetrieb umfasste. "Ich habe noch im Internat geschlafen", erinnert sie sich an diese Zeit. Es war aber auch eine Zeit des Umbruchs hin zum einsemestrigen Teilzeitunterricht. Nach einem Semester in Bischofsheim wechselte sie an die Uni nach Mainz wo die Biologie studierte. Es folgte ein weiterer Wechsel in die Ökotrophologie an der TU in Weihenstephan. Weber-Hoch hatte ein umfassendes Studium genossen zu Fragen der Ernährungslehre, Haushaltstechnik und Betriebswirtschaft, was ihr im späteren Berufsleben von  großem Vorteil war.

    Es folgten zwei Jahre Referendariatszeit für den Höheren Dienst in Traunstein und Bamberg. Sie war jeweils an den dortigen Hauswirtschaftsschulen tätig, von denen es in Bayern 47 und in Unterfranken drei gibt. Sie schloss mit dem Staatsexamen und war fortan in Lehre und Beratung tätig. Nach einem Jahr in Münchberg wechselte sie nach Roth bei Nürnberg. Hier war sie insgesamt acht Jahre. Am Landratsamt war sie in der Ernährungsberatung tätig, und sie unterrichtete an der Hauswirtschaftsschule.

    Schulleiterin ging in Ruhestand

    In diesen Jahren heiratete sie und wurde Mutter von zwei Kindern. Dann  eröffnete sich ihr die Möglichkeit zur Rückkehr in die alte Heimat. 2006 ging die damalige Schulleiterin der Bischofsheimer Hauswirtschaftsschule, Elisabeth Freund, in den Ruhestand, eine Stelle wurde frei, und Weber-Hoch bewarb sich. Mit Erfolg. Die bisherige Stellvertreterin Doris Hartan-Khan übernahm die Schulleitung und Weber-Hoch ihre Stellvertretung.

    Haushalts- und Finanzmanagement

    Von Anfang an unterrichtete sie in Bischofsheim Wirtschaftslehre des Haushalts, das Fach heißt heute Haushalts- und Finanzmanagement. Außerdem lehrte sie Grundlagen der Unternehmensführung, das durch Berufs- und Arbeitspädagogik abgelöst wurde und den Studierenden die Ausbildereignung mit auf Weg gibt. Neben ihrer Tätigkeit an der Schule als Lehrerin und Schulleiterin ist Weber-Hoch am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für den Bereich Ernährung zuständig und damit für Projekte wie das Netzwerk für junge Familien, das derzeit aber von Barbara Hein-Praag mit rund 70 Veranstaltungen im Jahr organisiert werde. Aber auch öffentlichkeitswirksamen Angebote und Aktionen gehören hierzu, und diese werden seit jeher gerne in Verbindung mit der Schule auf die Beine gestellt werden. Dazu gehören der Tag der offenen Tür, Projekttage  oder Veranstaltungen zu Themen wie Diversität, Nachhaltigkeit, Herkunft und Wertschätzung von Lebensmitteln. "Die Schule ist hierfür der ideale Ort, da wir hier die breite Bevölkerung erreichen", stellte Weber-Hoch heraus. Denn zu Veranstaltungen in der Bischofsheimer Hauswirtschaftsschule kommen nicht nur Ehemalige und der Landwirtschaft Verbundene sondern Interessierte aller Alters- und Gesellschaftsgruppen. Damit sei die Schule im Amtsbezirk ein Alleinstellungsmerkmal, ein Aushängeschild und der zentrale Ort für öffentliche Veranstaltungen.

    Unterstützung bei der Diversifizierung

    Der dritte Schwerpunkt für Weber-Hoch ist die Beratung und Unterstützung von Betrieben bei Plänen zu Diversifizierung. Dazu zähle Urlaub auf dem Bauernhof, Direktvermarktung, Erlebnis- und Gartenbäuerinnen mit erlebnisorientierten Angeboten sowie die Stärkung der Hauswirtschaft als Beruf. "In der Schule laufen die Fäden zusammen. Die Schule bereitet die Frauen auf den Beruf vor und eine später mögliche Spezialisierung", erklärt sie. Die Schule ist der Mittelpunkt ihrer Tätigkeit. Die Bischofsheimer Hauswirtschaftsschule sieht Weber-Hoch als wichtiges Bindeglied zwischen der Landwirtschaft und den Verbrauchern. Von jungen Familien bis hin zu Senioren , die Schule erreiche die Bevölkerung mit ihren Angeboten und öffentlichen Projekten. Auch sei sie Veranstaltungsort für vielerlei Themen, von Kochangeboten bis hin zur Gesundheits- und Ökomodellregion Rhön-Grabfeld.

    Mitglied im Meisterprüfungsausschuss

    Für eine künftige Zusammenarbeit mit dem neuen Biodiversitätszentrum ist Weber-Hoch offen und gespannt, was sich entwickeln werde. Abzuwarten bleibe, welche neuen Impulse sich durch den Umbau der benachbarten Holzbildhauerschule und dem geplanten Veranstaltungsgebäude auch für die Hauswirtschaft ergeben könnten. Immerhin ist die Schule ein wichtiger Bestandteil des "Bischofsheimer Campus". Im Landkreis Rhön-Grabfeld habe die Schule zu dem einen wohlwollenden Sachaufwandsträger, der hinter der Schule stehe, und dem der Fortbestand wichtig sei. "Die Zukunft der Hauswirtschaft und der Hauswirtschaftsschule ist gegeben. Immer mehr Anfragen nach hauswirtschaftlichen Kräften aus dem ganzen Landkreis erreichen uns. Die Nachfrage ist da", so Weber-Hoch. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: Sie ist Mitglied im Meisterprüfungsausschuss beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Würzburg und auch in der Meistervorbereitung tätig.

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    Marion Eckert

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