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    Bad Kissingen

    Wahlkampf in Bad Kissingen: Mitternachts Plakate kleben

    Am 14. Oktober sind rund 9,5 Millionen Bayern aufgerufen, eine neuen Landtag zu wählen. Sechs Wochen vorher ist der Wahlkampf in die heiße Phase gestartet. Die Parteien dürfen seit Samstag an den Straßen ihre Wahlplakate aufhängen, vorausgesetzt natürlich, dass sie sich vorher die entsprechenden Genehmigungen auf den Rathäusern geholt haben.

    Der Ortsverband der Bad Kissinger CSU hat keine Zeit verloren und gleich in der Nacht auf Samstag mit dem plakatieren begonnen. 300 Schilder wurden bislang geordert, 240 direkt aufgestellt. Man dürfe nicht so arrogant sein und glauben, dass die CSU in Bayern die Wahl von allein gewinne, findet Steffen Hörtler. " Wahlkampf ist kein Zuckerschlecken, sondern harte Arbeit", betont der Vorsitzende des Ortsverbandes. Hörtler organisiert nicht nur den Wahlkampf , sondern wurde von seiner Partei auch auf Listenplatz 115 in Unterfranken nominiert. Wahlkampftermine hat er sich in seinem Kalender hellblau markiert. "Im Moment sehe ich nur noch hellblau", meint er. Infostände müssen organisiert, Flyer verteilt, an den Haustüren um Stimmen geworben werden.

    Rund eine Wahlkampfveranstaltung pro Woche hält die Kissinger CSU bis zum Wahltag ab, darunter zum Beispiel ein Bürgergespräch Ende September mit dem Direktkandidaten Sandro Kirchner . Der Premicher will zum zweiten Mal für den Stimmkreis Bad Kissingen in den Landtag einziehen. "Bei uns im Ortsverband ist die Stimmung sehr gut. Wir haben eine tolle Basis, die uns für den Wahlkampf zur Verfügung steht", betont der Bad Kissinger Stadtrat.

    Verkehrsschilder sind tabu

    Politische Parteien müssen sich zwar eine Erlaubnis einholen, bevor sie plakatieren dürfen, die Kommunen dürfen diese in den Wochen vor der Wahl aber nicht verweigern. "Auf die Genehmigung haben sie einen Rechtsanspruch", erklärt Rainer Warzecha, Leiter des städtischen Ordnungsamts. Das gilt für alle Parteien die zur Wahl zugelassen sind. Andere Plakatierer, etwa Zirkusse, haben diesen Rechtsanspruch nicht. Die Parteien dürfen ihre Wahlwerbung kostenfrei aufhängen, während ein Zirkus der Stadt drei Euro für jedes Plakat zahlt, das auf öffentlichem Grund angebracht ist.

    Bislang haben sich fünf Parteien bei Warzecha die Erlaubnis besorgt. Aufhängen dürfen sie die Plakate aber nicht überall. "Verkehrsschilder und Ampeln sind tabu", erklärt Warzecha. Straßenbestandteile wie Brückenpfeiler und Stützmauern ebenso. Ansonsten haben die Wahlkampfteams darauf zu achten, dass die Plakate den Verkehr nicht behindern.

    Halbe Stunde auf heißem Stuhl

    Im Gegensatz zu Christsozialen, SPD und Bayernpartei haben die Grünen im Landkreis ihre Wahlwerbung noch nicht aufgebaut. 210 Plakate sind bestellt und werden voraussichtlich am kommenden Wochenende verteilt. "Wir haben 50 Mitglieder im Kreisverband. Rund die Hälfte sind aktiv in den Wahlkampf eingebunden", sagt Wahlkampfkoordinator Tobias Eichelbrönner.

    Der Wahlkampf ist nicht nur für die Kandidaten und die Helfer, sondern auch für den Parteivorstand Stress pur. Während der Arbeit schaufelt sich Eichelbrönner immer wieder Zeit frei, telefoniert mit der Designerin wegen der Flyer, erledigt Behördengänge, beantwortet Presseanfragen. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth war vergangenes Wochenende im Landkreis, für das kommende ist die bayerische Spitzenkandidatin der Grünen, Katharina Schulze, angekündigt. "Der Wahlkampf läuft für uns so gut wie nie", berichtet der Hammelburger. Er merke an den Rückmeldungen, dass das politische Klima derzeit seiner Partei gewogen sei.

    Für die Parteien und deren Kandidaten sind nicht nur die eigenen Termine wichtig. Politische Veranstaltungen die anderen Vereine und Verbände anbieten, sind eine willkommene Gelegenheit, sich einem breiteren Publikum zu präsentieren. Dazu gehört auch der heiße Stuhl vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Unterfranken und Saale-Zeitung.

    Die Moderatoren werden hier den Kandidaten der bereits im Landtag vertretenen Parteien auf den Zahn fühlen. "Jeder Kandidat nimmt eine halbe Stunde auf dem heißen Stuhl Platz", erklärt DGB-Unterfrankengeschäftsführer Frank Firsching . Dort müssen sie sich 15 Minuten den Fragen der Moderatoren und 15 Minuten den Fragen des Publikums stellen. Tobias Eichelbrönner und Steffen Hörtler finden solche Diskussionen vor der Wahl wichtig - gerade weil sie erleben, dass die Menschen an inhaltlichen Diskussionen interessiert sind. "Es ist notwendig, mit interessierten Bürgern ins Gespräch zu gehen. Das muss man von jemanden erwarten, der in ein Amt möchte", findet Hörtler.

    Der Heiße Stuhl

    Termin Der heiße Stuhl findet statt am Mittwoch, 12. September, im Hotel Bayerischer Hof, Maxstraße 9, Bad Kissingen . Beginn ist um 19 Uhr.

    Teilnehmer Den Fragen stellen sich MdL Sandro Kirchner ( CSU ), Norbert Schaub ( SPD ), Yatin Shah (Grüne) sowie Matthias Kleren ( Freie Wähler ).

    Benedikt Borst

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