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    Neuwirtshaus

    Wasseroase im Neuwirtshauser Forst

    Arnulf Schöberl (Zweiter von links) zeigt Forstleuten und Vertretern vom Bund Naturschutz Bad Kissingen die neuen Teiche.Foto: Arkadius Guzy
    Arnulf Schöberl (Zweiter von links) zeigt Forstleuten und Vertretern vom Bund Naturschutz Bad Kissingen die neuen Teiche.Foto: Arkadius Guzy

    Feuchtbiotope sind die Spezialität von Arnulf Schöberl. Seit Jahren legt der Revierleiter des Forstbetriebs Hammelburg der Bayerischen Staatsforsten sie im Wald an. Kurz vor seiner Pensionierung hat er nun sein Meisterstück abgelegt, wie er nicht ohne Stolz sagt.

    Im Neuwirtshauser Forst im Revier Schönderling ist ein etwa 100 Meter langer Teich entstanden. Er ist kaskadenartig mit drei kleineren Teichflächen verbunden. Dieses Biotopsystem dient Tieren und Pflanzen als Lebensraum. Die ersten Amphibien und Wasserinsekten haben die Flächen für sich schon entdeckt.

    Molche, Frösche, Kröten, Libellen, Wollgras und Sonnentau zählt Schöberl als Beispiele für die Tier- und Pflanzenwelt auf, die an solchen Feuchtbiotopen zu beobachten sind. Diese dienten außerdem unter anderem dem Schwarzstorch und dem Eisvogel als Nahrungsquelle, wofür Schöberl Futterfischchen wie Moderlieschen oder Karauschen einsetzt.

    "Knapp ein Prozent der Revierfläche sind mittlerweile Feuchtbiotope", sagt Schöberl. Die Teiche entstehen an Standorten, die forstwirtschaftlich uninteressant oder gar schwierig sind, wie er erklärt. So ist an der Stelle des neuen Biotopsystems der Boden durch dichten Ton geprägt, der das Versickern von Wasser verhindert. Nicht ohne Grund heißt die Waldabteilung Naßwald.

    Die Teichanlage ist im April und Mai ausgebaggert worden. Für die Modellierung der Landschaft braucht Schöberl immer einen erfahrenen Baggerfahrer. Denn es sollen nicht einfach nur Löcher ausgehoben werden, sondern die Ufer sollen unterschiedliche Zonen ausbilden. Rund 17 000 Euro kostete das Anlegen des Feuchtbiotop. Den größten Beitrag zu der Summe leisteten Fördergelder aus den besonderen Gemeinwohlleistungen der Forstverwaltung. Doch damit ist der Aufwand nicht vorbei.

    Künftig wird es darum gehen, die Biotope zu pflegen, erklärt Daniel Zippert. Der Leiter des Forstbetriebs Hammelburg der Bayerischen Staatsforsten hat schon Überlegungen, wie das am effektivsten gehen kann. Auch wenn die Ufer und Dämme noch kahl aussehen, wird sich die Begrünung schnell von Natur aus einstellen. Die Biotope dürfen aber nicht gänzlich zuwachsen: Die Amphibien brauchen Licht.

    "In einem trockenen Sommer sind die Biotope Gold wert", sagt Zippert. Er erkennt deren Nutzen an. So dienen sie Tieren als Wasserstelle und schaffen ein günstiges Mikroklima. Und bei Starkregen halten sie das Wasser zurück.

    Die ersten Feuchtbiotope im Wald sind Anfang der 1980er Jahre entstanden. Ulf Zeidler vom Bund Naturschutz (BN) gab damals wichtige Anregungen. Laut Zippert gibt es im Gebiet des Forstbetriebs mittlerweile 700 Biotope. Etwa 400 000 Euro seien über die Jahre investiert worden. Unterschiedliche Stellen unterstützten die Finanzierung. Neben den Gemeinwohlmitteln der Forstverwaltung gab es Ausgleichgelder der Naturschutzbehörde und der BN beteiligte sich ebenfalls .

    Dazu kommt der persönliche Einsatz von Leuten wie Schöberl. Nach seiner Pensionierung im Herbst will er die Entwicklung an den Biotopen weiterbeobachten. Sie sind für ihn schon längst so etwas wie ein Hobby geworden.

    Arkadius Guzy

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