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    Bad Kissingen

    Weltkulturerbe zum Anschauen

    Zum Tag des offenen Denkmals macht die Stadt mit einem modernen Informationspavillon im Kurpark ihre Bewerbung zur Aufnahme in die UNESCO-Liste als Weltkulturerbe öffentlich.

    "Kaiserwetter" nannte man so einen Tag im 19. Jahrhundert zur Glanzzeit des Weltbads, begrüßt Kulturreferent Peter Weidisch die zahlreichen Besucher und Gäste, die am sonnig- milden Sonntagvormittag zur Eröffnung des Info Points "Great Spas of Europe und Bad Kissingen " in den Kurgarten gekommen waren. Dort ist ein auffälliger, aber geschmackvoll-luftiger Infopavillon aufgebaut, der die Bewerbung Bad Kissingens um Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste anschaulich und interaktiv dokumentiert. Er zeigt wie stark die Beteiligung Kissingens an der Bewerbung ist, macht aber auch deutlich, mit welchen Pfunden die anderen beteiligten Europäischen Bäder wuchern können. Aber ist heute nicht Tag des offenen Denkmals? Wie passt das zusammen, mag mancher Gast gedacht haben?

    Es könnte nicht besser passen, meint Peter Weidisch. Da ist zum einen das Kulturerbejahr 2018, das die europäische Kommission unter das Motto "Sharing Heritage", Erbe teile, gestellt hat, um Europa den Europäern wieder ein Stück näher zu bringen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Schirmherrschaft für die vielen Aktionen, zur Erinnerung an das Gemeinschaftliche und Verbindende Europäischer Kultur, übernommen. Schaut man auf die nationalistischen Tendenzen in Europa -und auch in der Bundesrepublik- scheint das notwendiger denn je, meint Dr. Uwe Müller , Stadtarchivar von Schweinfurt, der als interessierter Gast gekommen ist.

    Auch der Tag des offenen Denkmals nimmt eben dieses Thema auf: "Entdecken, was uns verbindet", das Motto für den deutschlandweiten Tag, gilt gerade auch für Bad Kissingen . Oberbürgermeister Kay Blankenburg meint dazu: "Der Tag des offenen Denkmals ist für die an Vergangenheit so reiche Stadt ein Fixtermin. Deshalb ist dieser Tag wie gemacht für die Präsentation unserer Bewerbung für die Weltkulturliste".

    Sinnfälliger als an diesem Tag kann der europäische Gedanke kaum umgesetzt werden, meint Peter Weidisch, weil man sich seit Jahren zusammen mit elf anderen traditionsreichen Badeorten aus sieben europäischen Ländern um die Aufnahme in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes bewirbt.

    Und so werden zum Tag des offenen Denkmals eben nicht die Türen zu Regentenbau, Kurhausbad oder Brunnenhalle geöffnet, sondern ein moderner Informationspavillon im Kurgarten aufgestellt, der diese Bewerbung für die "Great Spas of Europe" dokumentiert und so mit vielen Bildern erleben lässt, was uns europäisch verbindet.

    Schätze aus dem Stadtarchiv

    Birgit Schmalz vom Kulturamt hat für die Präsentation tief in die Archive der Stadt gegriffen und dabei eine wunderbare Entdeckung gemacht. Ein Personenpanorama, das als Hintergrund der mobilen Stellwände dient, stammt aus dem Druckwerk "Die goldne Chronik von Rakoczy, München 1849". Die schwarz-weiß Lithographien mit internationalen Kurgästen -Türken, Araber, Afrikaner und Chinesen - von damals, kontrastieren wunderbar zu den farbigen Bildern mit den erhaltenen Glanzpunkten, die das Bild mondänen Bädern von damals heute noch prägen. Brunnen- und Badehäuser, Gärten und Parks, Wandelhallen und Villenviertel sind aufgelistet. Von Karlsbad bis Baden bei Wien, von Vichy bis Montecatini Terme, von Spa über Baden-Baden zu Bath, Bad Ems, Franzens- und Marienbad. Die Volkskundlerin ist dabei auch auf einen Prospekt aus den 1850er Jahren gestoßen, der für Bad Kissingen in drei Sprachen wirbt und die Internationalität der Bewerbung Kissingens unterstreicht. Die Elemente sind wetterfest und mobil und werden auch in anderen Städten gezeigt.

    Werner Vogel

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