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    Ramsthal

    Wenn der Hobbykeller zum Männerhaus wird

    Matthias Machwerk in Ramsthal: Schallendes Gelächter beim Comedy-Abend
    Matthias Machwerk. Jacqueline  Vera Mihm       -  Matthias Machwerk. Jacqueline  Vera Mihm
    Matthias Machwerk. Jacqueline Vera Mihm

    "Immer auf die Glocken": Matthias Machwerks Comedyabend rund um Weihnachten war ein gekonnt zusammengestellter, bunter Mix aus Weihnachtsimpressionen aus längst verklärten, alten Kindheitserinnerungen und heutigen Zeiten.

    Matthias Machwerk, nach eigenen Worten "seit fünfzehn Jahren Kabarettist und seit zehn Jahren erfolgreich", hatte sich aus seiner Wahlheimatstadt Dresden aufgemacht, um im unterfränkischen Ramsthal seine Weihnachtsimpressionen zu präsentieren. Warum ausgerechnet Ramsthal ? Sein Manager lebe hier, war zu erfahren und deshalb hatte Machwerk, der normalerweise regelmäßig im Dresdner Comedy & Theater Club und deutschlandweit auf vielen Firmenevents zu sehen ist, seinen Weg in die Region gefunden. In Ramsthal warteten comedybegeisterte Unterfranken, all jene, die für die ausverkaufte Veranstaltung noch eine Karte ergattert hatten. Machwerk - gewohnt, vor mehreren hundert Gästen zu performen - heizte dem Publikum in dem ehemaligen Schulraum und heutigen Haus der ErlebensKunst ein und entfesselte ein furioses Weihnachtsspektakel. Allein seine Texte sprühten so vor Lebendigkeit, dass er bei seiner Show auf Utensilien oder aufwändige Bühnenausstattung verzichten konnte.

    Weihnachten in unserer heutigen Zeit, so schien es, hat etwas Entzaubertes. Alkohol, Sex und Bestellscheine statt Wunschzettel. Im Wort Weihnachten steckt für Machwerk "Weinen" und er rechnete an diesem Abend ab. "Früher", so Machwerk "hatten die Kinder noch Angst vorm Weihnachtsmann". Die Zeiten haben sich geändert und er entführte die Zuhörer nach Berlin-Kreuzberg, wo Weihnachtsmänner in Angst leben müssen. Dort gibt es angeblich das geflügelte Wort "Liegt der Weihnachtsmann ausgeraubt im Keller, geht die Bescherung schneller!".

    Von Lachen, Weinen und Schönheitsidealen

    Ein Kind lache bis zu 300 Mal am Tag, ein Erwachsener nur noch 15 Mal, so Machwerk. Diese Statistik wurde an dem vorweihnachtlichen Comedyabend im Haus der ErlebensKunst deutlich zugunsten der Lacher Erwachsener gesteigert. Machwerk beherrscht sein Handwerk und brachte das Publikum dazu, in schallendes Gelächter auszubrechen. Seine Instrumente sind hochprozentige Weihnachtsgedichte aber auch Einblicke in deutsche Schlafzimmer.

    Shoppen sei nichts für Männer, und während er dies ausspricht, ist ihm die traumatisierende Wirkung dieser vorweihnachtlichen weiblichen Lieblingsbeschäftigung wie ins Gesicht geschrieben. Männer haben eine ganz andere Art, Ware zu betrachten. Hinsichtlich des Reaktionsschemas eines Mannes gibt es für ihn scheinbar keinen nennenswerten Unterschied zwischen einer Säge und einer Frau an einer Bar - "Geiles Teil, da geht was". Männer haben aber auch Gefühle und brauchen dann einen Raum zum Weinen: Kneipen und Hobbykeller sind - so Machwerk - wie ein Frauenhaus für Männer. Statt Weinen stand allerdings Lachen und Gesundheitsförderliches auf dem Programm: Singen ist bekanntlich gesund, und Machwerk motivierte das Publikum gekonnt, mit ihm zu singen. Man kann davon ausgehen, dass die abendlichen Gäste jetzt wohl gut auf die kommenden Feiertage eingestimmt sind. Ein besonderes Augenmerk könnte man ja auch einmal auf das Thema sexuelle Aktivität zur Weihnachtszeit richten. Die sei ja, so war von Machwerk zu erfahren, sehr gesund. Dreimal wöchentlicher Sex reduziere das Gesundheitsrisiko eines Schlaganfalls um die Hälfte. Bekanntlich werden um Weihnachten die meisten Kinder gezeugt, auch er sei wohl ein Ergebnis dieser stimmungsvollen Zeit.

    Weihnachtszeit ist oft auch Fernsehzeit und das beliebte Weihnachtsmärchen "Drei Nüsse für Aschenbrödel" erscheint Matthias Machwerk besonders markant. "Eine Frau verliert einen schönen Schuh und läuft weiter - mehr Märchen geht nicht!" so sein Kommentar.

    Das Publikum war von Machwerks Weihnachtseinstimmung begeistert, lachte viel und bekam als Zugabe noch einen Einblick in dessen neues Programm, das sich rund um das Thema evolutionäre Entwicklung rankt. Man darf gespannt sein, ob Machwerk die Region auch mit seinem neuen Werk besucht. Dem Publikum würde es gefallen.

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    Jacqueline Vera Mihm

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