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    Bad Brückenau

    Wert des Streuobstes im Fokus

    Historische Obstsorten stehen im Mittelpunkt eines Projekt-Seminars, das momentan am Bad Brückenauer Franz-Miltenberger-Gymnasium läuft. Zum Programm gehören auch einige Abstecher in die freie Natur.
    Zum praktischen Teil des Projekt-Seminars trafen sich Schülerinnen und Schüler des Franz-Miltenberger-Gymnasiums zusammen mit ihrem Lehrer Sebastian Knüttel (Zweiter von rechts) auf einer Streuobstwiese bei Breitenbach. Als Experten, der interessante Tipps gab,  hatte die Gruppe Robert Hildmann (ganz links) gewinnen können. Foto: Rolf Pralle
    Zum praktischen Teil des Projekt-Seminars trafen sich Schülerinnen und Schüler des Franz-Miltenberger-Gymnasiums zusammen mit ihrem Lehrer Sebastian Knüttel (Zweiter von rechts) auf einer Streuobstwiese bei Breitenbach. Als Experten, der interessante Tipps gab, hatte die Gruppe Robert Hildmann (ganz links) gewinnen können. Foto: Rolf Pralle

    Ein Ziel des sogenannten P-Seminars ist es, die Schüler am Beispiel des Apfels für die Herkunft und den Wert des gekauften Obstes zu sensibilisieren. Darüber hinaus soll immer wieder auf die Bedeutung der regionalen und lokalen Gegebenheiten hingewiesen werden, wobei das Augenmerk besonders auf dem Lebensraum Streuobstwiese liegt.

    Um die Thematik besser zu verstehen, blickten die jungen Leute am Anfang weit in die Vergangenheit zurück. So beschäftigten sie sich beispielsweise mit der "Reise des Apfels" von Asien über Griechenland und das Römische Reich bis hin ins heutige Europa. Von Anfang an stand für die Gymnasiasten auch fest, dass sie sich intensiv über die Obstsorten in der Rhön informieren und ihr Wissen zu diesem Aspekt vertiefen wollten. Da kam zu Beginn des Schuljahres eine Exkursion gerade recht. Ziel war seinerzeit der Streuobstlehrpfad in Hausen, wo die interessante Führung mit einer Saftverkostung endete.

    Vor- und Nachteile der robusten alten Apfelsorten

    Etliche spannende Erkenntnisse gewannen die Seminarteilnehmer bei ihren Recherchen über den modernen Apfelanbau und die Entstehung neuer Sorten. Darüber hinaus thematisierten sie die Vor- und Nachteile der robusten alten Apfelsorten gegenüber den Produkten aus dem Supermarkt, die bis zur Reife und dem anschließenden Verkauf einer intensiven Pflege bedürfen.

    Kürzlich stand für die Jugendlichen ein besonderer Nachmittag auf der Agenda, Für diese Veranstaltung hatten sie und ihr Lehrer Sebastian Knüttel einen absoluten Fachmann gewinnen können. Der Leiter der Schlossgärtnerei im Staatsbad, Robert Hildmann, war nach Breitenbach gekommen, um in der Praxis Pflege- und Schnittmaßnahmen an einer alten Streuobstwiese zu demonstrieren. Hoch über dem Oberleichtersbacher Gemeindeteil fand die Gruppe ein geeignetes Terrain für ihre Arbeit.

    Plakative Schautafeln

    Da ohne die passenden Gerätschaften bekanntlich nichts läuft, waren die Schüler schon einmal auf der Suche nach Leitern, Sägen und Astscheren in den elterlichen Werkstätten fündig geworden. Hildmann komplettierte die Palette an Handwerkszeug mit seiner professionellen Ausrüstung.

    Bevor es aber an die praktische Arbeit ging, machte der Gartenbau- und Landschaftsexperte erst einmal ein paar theoretische Ausführungen. Zum besseren Verständnis hatte er einige plakative Schautafeln mitgebracht, auf den unter anderem die unterschiedlichen Baumschnittformen dargestellt waren. Darüber hinaus erinnerte Hildmann daran, dass eine Streuobstwiese auch einen idealen Lebensraum für etliche Tierarten bildet. Im Breitenbacher Raum sei beispielsweise immer wieder der Steinkauz zu beobachten.

    Dann ging es frisch ans Werk, wobei die jungen Leute nach einer intensiven Einweisung eine gehörige Portion manuelles Geschick an den Tag legten. Da waren dann auch schnell die Temperaturen um den Nullpunkt und der eisige Rhöner Wind vergessen.

    Insektenhotel und Kelterei

    Die Projektliste der Seminarteilnehmer ist aber noch längst nicht abgearbeitet. Geplant sind in den nächsten Wochen der Bau eines Insekten- beziehungsweise Kleintierhotels sowie der Besuch einer Kelterei, in der Apfelsaft aus heimischem Obst hergestellt wird. Einen Vergleich zwischen regionalen und importierten Sorten soll später eine Apfelverkostung an der Schule ermöglichen.

    Rolf Pralle

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