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    Kothen

    Wie soll sich Kothen entwickeln?

    Die Bevölkerung Kothens war aufgerufen, sich in einem Workshop über die  Zukunft ihres Orts Gedanken zu machen. Foto:  Marion Eckert
    Die Bevölkerung Kothens war aufgerufen, sich in einem Workshop über die Zukunft ihres Orts Gedanken zu machen. Foto: Marion Eckert

    Wie soll sich Kothen in den nächsten Jahren entwickeln? Gerade der Bereich um das Gemeinde- und Feuerwehrhaus, die Kirche und das alte Pfarrhaus ist doch in die Jahr gekommen und bedarf einer neuen Ausrichtung. Bürgermeister Jochen Vogel möchte diese zukunftsweisenden Entscheidungen jedoch nicht alleine mit seinen Gemeinderäten treffen, sondern mit den Bürgern und den Vereinen. Daher lud er zu einem Workshop in das Sportheim ein, um sich ein Meinungsbild einzuholen.

    Die Bürgerbeteiligung sei auch notwendig, um für eventuelle bauliche Veränderungen und neue Gestaltungen Fördermittel vom Amt für ländliche Entwicklung zu bekommen. Im Rahmen des Förderprojektes "Innen statt außen" könne Kothen bis zu 80 Prozent Förderung bekommen.

    Der Workshop war keine Bürgerversammlung mit Diskussion und Vorstellung möglicher Alternativen und Konzepte. Es gab auch keine einführenden Worte, um Ideen und Wünsche zu formulieren. Nach der Begrüßung übergab Vogel das Wort an den neutralen Moderator Hans Rohrmüller (Bad Brückenau), der die Bürger einlud auf den ausgeteilten Stimmzetteln einen Punkt zu notieren, der ihnen für den betroffenen Bereich wichtig erscheint. Nach einer kurzen Bedenkzeit wurden die Stimmzettel an eine Pinnwand geheftet und die Bürger waren aufgerufen mittels zweiter Klebepunkte ihre Schwerpunkte zu setzen.

    Bewusst verzichtete Bürgermeister Vogel auf Diskussionen und Vorträge, um die Meinungen der Bürger nicht zu beeinflussen. "Ich möchte ein Meinungsbild und die Ideen der Bevölkerung hören."

    Diese Vorgehensweise habe sich auch beim Workshop der Kinder- und Jugendlichen bewährt, die zwei Stunden vor den Erwachsenen mit Bürgermeister Vogel im Sportheim über die Zukunft von Kothen sprachen.

    15 Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 17 waren gekommen. "Wir haben tolle Ideen gesammelt und einen eindeutigen Schwerpunkt", berichtete der Bürgermeister. An erster Stelle wünscht sich die Jugend einen eigenen Jugendraum, in dem sie Musik hören, sich treffen und miteinander Zeit verbringen können. Mit Sofas sollte der Raum natürlich ausgestattet sein. Derzeit habe die Jugend zwar die Möglichkeit im Musikraum unterzukommen, doch könne der Raum weder individuell gestaltet werden noch bestehe die Möglichkeit Sofas aufzustellen. Außerdem werde der Raum derzeit meist für Musikunterricht benötigt. Einen Bauwagen für die Jugend gebe es in Kothen zwar auch, aber der sei natürlich keine Dauerlösung, sagte der Bürgermeister. Bei der Platzgestaltung wünscht sich die Jugend ein Bodentrampolin. "So etwas hatte ich natürlich nicht auf dem Schirm", gestand Vogel. Aber auch ein Café, ein Kletterturm und eine Art "Kothen-Beach" wünschen sie sich.

    Wie sieht es bei den Erwachsenen aus? Auch hier ist der Schwerpunkt eindeutig. Die Mehrheit wünscht sich ein Bürgerhaus beziehungsweise ein Dorfgemeinschaftshaus, in dem alle örtlichen Vereine unterkommen können. Teilweise gab es auch schon Vorschläge, wie dies umgesetzt werden könnte. Einerseits könnte das alte Pfarrhaus zum Bürgerhaus werden, andererseits könne dies aber auch im Gemeindehaus realisiert werden. Einige Bürger sprachen sich auch für den Abriss des alten Pfarrhauses und die Schaffung von Parkplätzen aus.

    Zustimmung fand auch die Idee, einen Dorfplatz mit Grillstelle, Sitzecke, Wasserlauf und Relaxliegen so zu gestalten, dass es die Ortsmitte von Kothen echte Aufenthaltsqualität bekommt.

    Wie geht es nun weiter? Bürgermeister Vogel wird mit den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung zum Amt für ländliche Entwicklung nach Würzburg fahren, diese dort vorstellen und zunächst Fördermittel für die Untersuchung der baulichen Substanz der Gebäude beantragen. "Es macht keinen Sinn zum jetzigen Zeitpunkt mit den Gebäuden zu planen, ohne zu wissen, welche Substanz noch nutzbar ist." Gerade das alte Pfarrhaus, das seit längerem schon leer stehe und laut Bürgermeister gut 100 Jahre alt ist, müsse dringend untersucht werden.

    Liegen diese Ergebnisse vor, werde in einem nächsten Schritt mit den Bürgern erarbeitet, wie die Umsetzung der Wünsche Bürgerhaus für alle Vereine, Jugendraum und attraktiver Dorfplatz konkret umgesetzt werden können. Abschließend dankte der Bürgermeister allen, die sich einbrachten und an einer attraktiven Zukunft Kothens mitwirken.

    Marion Eckert

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