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    Bad Kissingen

    Wirtschaft setzt auf Zuwanderung

    In der Region herrscht Bedarf an Fachkräften. Ein neues Gesetz lässt Unternehmer und Industrie- und Handelskammer auf eine Verbesserung der Situation hoffen.
    In der Region herrscht nach wie vor hoher Bedarf an Fachkräften. Foto: Christophe Gateau/dpa       -  In der Region herrscht nach wie vor hoher Bedarf an Fachkräften. Foto: Christophe Gateau/dpa
    In der Region herrscht nach wie vor hoher Bedarf an Fachkräften. Foto: Christophe Gateau/dpa

    Angesichts des nach wie vor großen Fachkräftemangels und stark steigender Renteneintritte fordert die Wirtschaft eine praxisnahe Umsetzung des seit 1. März geltenden Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (FEG). "Der Fachkräftemangel ist ein Dauerthema für unsere Wirtschaft und trifft den Mittelstand besonders stark. Endlich bekommen die Betriebe durch das neue Gesetz deutlich mehr Möglichkeiten, qualifizierte Mitarbeiter ohne akademische Bildung im Nicht-EU-Ausland und auch Auszubildende anzuwerben", sagt IHK-Referentin Isabel Schauz, die das Thema bei der der IHK Würzburg-Schweinfurt koordiniert.

    Mainfranken auf Zuwanderung angewiesen

    Jährlich dürften geschätzt fünf- bis zehntausend Fachkräfte aus Drittstaaten zusätzlich nach Bayern kommen. Mit dem Start des FEG verbinden auch viele mainfränkische Unternehmen hohe Erwartungen. "In der aktuellsten Konjunkturumfrage der mainfränkischen IHK nennen 62 Prozent der Unternehmen zum neunten Mal in Folge den Fachkräftemangel als größtes Geschäftsrisiko, bundesweit sind das 55 Prozent der Unternehmen", sagt Schauz. Deshalb sei es ein wichtiges Signal, dass diese Betriebe leichter als bisher neue Mitarbeiter auch in Ländern außerhalb der EU finden können: "Aktuell fehlen laut dem IHK-Fachkräftemonitor rund 22.000 Fachkräfte in der Region. Besonders für die Pflegebranche, für Hotel- und Gastronomiebetriebe, für die Bauwirtschaft, für Sicherheitsdienstleister sowie für Logistik und Spedition, aber auch für viele Industrie- und Dienstleistungssparten soll das neue Gesetz hilfreich sein. Wir sind angesichts der Demografielücke auf Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte angewiesen."

    FEG bringt Verbesserungen

    Die neuen Möglichkeiten, darunter das beschleunigte Fachkräfteverfahren, mit dem Zuwanderer unter bestimmten Voraussetzungen in wenigen Wochen das Anerkennungs- und Aufenthaltsverfahren durchlaufen sollen, dürften aber nicht durch Bürokratie, enge Auslegungen oder überzogene Anforderungen abgewürgt werden, meint Schauz. Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) begrüßt daher die Einrichtung einer zentralen bayerischen Servicestelle für das beschleunigte Fachkräfteverfahren in Nürnberg, die eng mit den bayerischen IHKs zusammenarbeiten wird.

    Aus Sicht der IHK gehört es zu den Stärken des neuen Gesetzes, die Zuwanderung beruflich und praktisch qualifizierter Menschen zu fördern. "Denn diese Fachkräfte fehlen den deutschen Unternehmen am meisten", so Schauz. Betriebe, die die ihnen oft noch unbekannten Regeln nutzen wollen, bräuchten nun konkrete Unterstützung vor Ort.

    Bislang kennen nach Umfragen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) nur rund ein Viertel der deutschen Unternehmen die neuen Möglichkeiten. "Da ist noch Luft nach oben", so Schauz. "Wir vernetzen deshalb die regionalen Unternehmen mit weiteren Partnern wie Arbeitsagenturen oder Ausländerbehörden. Dann lässt sich die Unterstützung auf eine breite Basis bauen."

    Die Unternehmen setzen beim FEG vor allem auf eine Vereinfachung und Beschleunigung des Zuzugs. Fast jedes dritte Unternehmen (30 Prozent) bezeichnet die Einstellung von Arbeitskräften aus Drittstaaten in DIHK-Umfragen bislang als zu aufwändig. Weitere 47 Prozent können den Aufwand nicht einschätzen, was in erster Linie auf zu geringe Erfahrungen sowie fehlende Kenntnisse rund um das Zuwanderungsverfahren zurückzuführen sein dürfte.

    Die gesetzlichen Regelungen des FEG bringen an einigen Stellen Verbesserungen. "Insbesondere der Wegfall von Engpassbetrachtung und Vorrangprüfung dürften die Zuwanderung erleichtern", glaubt Schauz. "Entscheidend wird jedoch sein, dass der administrative Prozess und das Zusammenspiel der relevanten Akteure von Botschaften über Ausländerbehörden, Arbeitsagenturen bis zu Anerkennungsstellen für Berufsqualifikation und Kammern insgesamt gut läuft."

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