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    Zeitlofs

    Zeitlofs: Baubeginn trotz Klage

    In Zeitlofs herrscht Ratlosigkeit. Ein Nachbar klagt gegen die Baugenehmigung für die Alte Schule. Das Übergangsquartier für die Grundschüler soll jetzt trotzdem hergerichtet werden.
    Ein Nachbar klagt geben den Bauplan  für die Alte Schule. Die Bauarbeiten sollen in Kürze beginnen. Foto: Archiv/Julia Raab       -  Ein Nachbar klagt geben den Bauplan  für die Alte Schule. Die Bauarbeiten sollen in Kürze beginnen. Foto: Archiv/Julia Raab
    Ein Nachbar klagt geben den Bauplan für die Alte Schule. Die Bauarbeiten sollen in Kürze beginnen. Foto: Archiv/Julia Raab

    Lehrer und Schüler der Grundschule Zeitlofs warten seit vielen Jahren auf eine Sanierung des in die Jahre gekommenen Gebäudes. Seit August 2019 ist sicher, dass die Marktgemeinde die Höchstfördersumme von 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten über das Kommunalinvestitionsprogramm für Schulen (KIP-S) erhält. Der Plan steht seitdem fest: Im Frühjahr dieses Jahres sollte mit den Bauarbeiten an der Alten Schule begonnen werden. Das Gebäude ist als Übergangslösung für den Unterricht gedacht, während die nahe gelegene Grundschule saniert wird.

    In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend entschieden die Räte über die weitere Vorgehensweise. Denn nur wenige Wochen nach Eingang der Baugenehmigung im Dezember vergangenen Jahres reichte ein Grundstückseigentümer in direkter Nachbarschaft Klage gegen die Genehmigung ein. "Wir waren lange im Gespräch mit dem Nachbarn und haben aber nie eine klare Aussage von ihm bekommen", erklärt Tobias Fritzmann, Geschäftsleiter des Marktes Zeitlofs . Konkret sei es bei den Gesprächen im vergangenen Jahr um einen zweiten Fluchtweg gegangen. Eine Außentreppe sollte angebracht werden. Die Schüler wären im Notfall in Richtung Nachbargrundstück gelaufen. Hierzu sei eine Einverständniserklärung des benachbarten Grundstückseigentümers erforderlich gewesen, teilt Fritzmann mit.

    Baugenehmigung rechtmäßig

    Da dieser sich abschließend nie geäußert habe, "wurden die Baupläne dahingehend geändert, dass dieser Nachbar nicht mehr zustimmen musste", erklärt er. Im neuen Bauplan sei die Brandschutztreppe in Richtung des anliegenden Pfarrgrundstücks vorgesehen. Der große Schreck: "Obwohl er nicht betroffen ist, klagt der Nachbar gegen die Baugenehmigung", sagt der Geschäftsleiter. Ähnlich sieht es Roland Limpert (FB), 2. Bürgermeister, während der Sitzung. "Ich bin sehr verwundert darüber und frage mich, was er damit bezwecken möchte." Denn durch den neuen Bauplan hätte sich die Abstandsfläche ja sogar verbessert. Der Zeitplan sei dadurch erheblich in Wanken gekommen.

    Bürgermeister Wilhelm Friedrich ( CSU ) verlas eine Klageerwiderung des Landratsamtes Bad Kissingen zur vorliegenden Klage am Würzburger Verwaltungsgericht. In dem Schreiben heißt es, dass die Baupläne der Gemeinde "den geforderten Abstand für den Brandschutz von fünf Metern einhalten". Weiterhin sehe das Landratsamt keine Einschränkung der Nutzbarkeit des Nachbargrundstücks. Die Baugenehmigung sei rechtmäßig und die Klage abzuweisen, heißt es als Folge der Überprüfungen.

    Umzug in den Sommerferien

    "Die Einschätzung des Landratsamt ist für das Verwaltungsgericht nicht bindend", mahnte Friedrich anschließend zwar zur Vorsicht. Allerdings sei das eine klare Stellungnahme, auf die sich die Gemeinde als Bauherr berufen sollte. "Wir sollten den Mut haben und mit den Bauarbeiten endlich beginnen", ermutigte Friedrich. Ohnehin sei man in Verzug mit dem Baubeginn und ein Umzug der Klassen in den Sommerferien noch möglich. Ursprünglich war der Umzug in den Pfingstferien vorgesehen.

    Gemeinderat Joachim Goebel (SWG) stellte in der folgenden Diskussion die Frage, was "im schlimmsten Fall" passieren könnte. "Im allerschlimmsten Fall könnte die Gemeinde auf den Kosten für den Umbau des Übergangsquartiers für die Schüler sitzen bleiben", stellte Friedrich klar. In der anschließenden Abstimmung befürworteten alle Gemeinderäte den Baubeginn in Kürze. Als nächsten Schritt, teilte Geschäftsleiter Fritzmann mit, "werden die Aufträge für den Bau zeitnah erteilt".

    Punkt für Punkt aus dem Gemeinderat

    Bauantrag: Die Gemeinderäte stimmen dem Bau eines Einfamilienhauses mit zwei offenen Stellplätzen von Armin Fay in der Badstraße 33 in Rupboden zu.

    Erfrischungsgeld:Der Gemeinderat befürwortete ohne Gegenstimmen den Vorschlag des Bürgermeisters, für die Wahlhelfer ein Erfrischungsgeld von 50 Euro pro Person zur Verfügung zu stellen. Im Fall einer Stichwahl (Landrat) solle das Geld auf 30 Euro pro Person angepasst werden.

    Radstrecke: Die Rhön-Hessen Forstconsulting GbR plant ausgewiesene Rennrad- und Mountainbikestrecken durch die Gemeinde und anliegenden Wälder. Eine Streckenführung für Mountainbikes durch den Ruheforst wurde bereits im vergangenen Jahr sowohl vom Eigentümer als auch vom Gemeinderat abgelehnt. Aktuell stand auf dem Plan der Räte, über die geänderte Streckenführung abzustimmen. Limpert merkte an, dass die Gemeinde zunächst mit den Waldeigentümern sprechen müsse. "Wir sind grundsätzlich sehr gewillt, touristisch zu investieren", sagte er. Durch die Bewerbung der Radstrecken bekomme es eine andere Qualität. "Deshalb müssten wir auch einige Teilstücke herstellen, doch ohne die Zustimmung des jeweiligen Eigentümers ist das nicht möglich", folgerte Limpert. Der Themenpunkt wurde demnach auf eine der folgenden Sitzungen verschoben.

    Friedhof: In Rupboden haben Gemeindearbeiter am Friedhof die "kaputte Hecke entfernt", teilte Bürgermeister Friedrich mit. Ein provisorischer Zaun wurde angebracht. In dieser Woche solle mit dem Bau des richtigen Zauns begonnen werden.

    Wasserstau: Auf dem Radweg bilde sich durch einen fehlenden Wasserablauf im Bereich "Schmidtküppel" ein Wasserstau, "der im Winter gefrieren kann", bemerkten einige Gemeinderäte. Der Bürgermeister gab an, bereits mit der zuständigen Firma Stolz gesprochen zu haben. Er habe die Zusicherung, dass zügig ein Ablauf eingebaut werde.

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    Julia Raab

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