• aktualisiert:

    Zeitlofs

    Zeitlofs: Licht der Hoffnung verbreiten

    Ostern fällt nicht aus, nur weil es keine gemeinsamen Gottesdienste geben kann. Für die Zeit der Kontaktbeschränkungen hat sich die evangelische Pfarrerin Barbara Weichert etliche Alternativen überlegt.
    Den äußeren Umständen geschuldet ist auch die Zeitlofser Pfarrerin Barbara Weichert in diesen Tagen mit einem selbstgenähten Gesichtsschutz unterwegs. Selfie: Barbara Weichert       -  Den äußeren Umständen geschuldet ist auch die Zeitlofser Pfarrerin Barbara Weichert in diesen Tagen mit einem selbstgenähten Gesichtsschutz unterwegs. Selfie: Barbara Weichert
    Den äußeren Umständen geschuldet ist auch die Zeitlofser Pfarrerin Barbara Weichert in diesen Tagen mit einem selbstgenähten Gesichtsschutz unterwegs. Selfie: Barbara Weichert

    "Schon Mitte März haben wir uns der Aktion ,Licht der Hoffnung' angeschlossen und diese plakatiert. So stellen die Gläubigen täglich um 19 Uhr beim Glockenläuten ein Licht ins Fenster, beten das Vaterunser und sagen Gott, was sie besonders drückt", erläutert die Zeitlofser Geistliche.

    Für Christen sei das Kontaktverbot eigentlich eine Katastrophe, "denn der Glaube ist eng mit Gemeinschaft verknüpft". Da die sichtbare Gemeinschaft nicht nur an Karfreitag und Ostern einen besonderen Stellenwert besitze, brauche es in der gegenwärtigen Situation Symbole, "die uns helfen, das auszuhalten". So könne man beispielsweise am Abend die Jubiläumskerze aus dem Jahr 2015 verwenden, um sich mit der Gemeinde eins zu fühlen. Restbestände stehen im Gotteshaus bereit.

    Die Zeitlofser Kirche ist nach Auskunft von Barbara Weichert tagsüber offen und dürfe auch betreten werden - "nur nicht in größeren Gruppen". Wer zusammen in einem Haushalt lebe, könne natürlich auch gemeinsam hineingehen und zusammen sitzen. Andere müssten eben auf die üblichen Abstandsregeln achten, aber dafür sei das Gotteshaus wirklich groß genug. Die Taizé-Nische gleich links vom Eingang lade dazu ein, Kerzen anzuzünden, den Psalm 91, in dem es ausdrücklich um eine Epidemie geht, und ein von Dekan Till Roth formuliertes Bittgebet zu sprechen.

    Und noch eine besondere Geste hat sich die Pastorin einfallen lassen. "Beim Spazierengehen in diesen Tagen kann man in der Natur einen Stein aufheben, mit ihm alles verbinden, was ihn oder sie belastet und bedrückt - und ihn am Gründonnerstag in der Kirche am Kreuz niederlegen, das die Gemeinde aus der Osternacht kennt." Sie wird dazu ein paar Beicht-Gedanken auslegen.

    Der Bad Brückenauer Pfarrer Gerd Kirchner schließt sich in der Friedenskirche übrigens dieser Idee an.   "Am Karfreitag werden unser neuer Kantor Gunther Martin Göttsche und ich die Andacht zur Todesstunde Jesu halten. Wir sind ja räumlich weit genug auseinander", führt Barbara Weichert aus. Die Gemeindeglieder könnten diese Zeit in Gedanken von zu Hause mit den Protagonisten begehen. Im Laufe des Karfreitags ist geplant, verschiedene Passionen einzuspielen. Man dürfe also in die Kirche gehen, "nur nicht alle zur selben Zeit wie sonst".

    "Es wird natürlich eine neue Osterkerze geben", verspricht die Geistliche, "und man kann sich in der Kirche Osternachtkerzen holen für zu Hause oder für die Gräber der Liebsten". Sie selbst wird am Ostersonntag auch die Friedhöfe in Roßbach, Rupboden sowie in Zeitlofs aufsuchen und dort singen und beten. Details dazu sind in einem Sonder-Gemeindebrief publiziert.

    Die Menschen würden in diesen Tagen und Wochen wieder neu lernen, was es heißt, aus der Enge in die Weite,  von der Dunkelheit ins Licht, von der Angst vor der Krankheit zu Heilung und Gesundheit und von der Abhängigkeit unterschiedlichster Art in die Freiheit zu gehen. "Das bedeutet Ostern im ganz normalen Leben", so Barbara Weichert. Abschließend weist sie darauf hin, dass Pfarrer unter Einhaltung der Schutzvorschriften als Seelsorger unterwegs sein dürfen. Auch ein Hausabendmahl sei möglich. "Und telefonisch sind wir alle zu erreichen. Man kann auch am Telefon miteinander beten".

    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Bad Kissingen-Newsletter!

    Rolf Pralle

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!