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    Hammelburg

    MGV Hammelburg: Zur Chorprobe ins Steinthal

    Der MGV-Gesangverein Hammelburg trotzte Corona und begab sich auf eine Wallfahrt zur Steinthalkapelle, um dort gemeinsam zu singen.
    Chorgemeinschaft MGV singt Marienlieder auf dem Wallfahrtsgelände im Steinthal vor dem Altar.  Foto: Bianca Volkert       -  Chorgemeinschaft MGV singt Marienlieder auf dem Wallfahrtsgelände im Steinthal vor dem Altar.  Foto: Bianca Volkert
    Chorgemeinschaft MGV singt Marienlieder auf dem Wallfahrtsgelände im Steinthal vor dem Altar. Foto: Bianca Volkert

    Dass Corona diese gewachsene Gemeinschaft nicht auseinander bringen kann, zeigte die erste Zusammenkunft zum gemeinsamen Singen. Die letzte Chorprobe hatte am 10. März stattgefunden. Dank des Chormitglieds Josef Kirchner, dem das Steinthal sehr am Herzen liegt, präsentierten sich die Bildstöcke und das gepflegte Umfeld bei schönstem Wetter. Er nutzte die Zwangspause, um mit Freiwilligen diesen schönen Ort aufzufrischen. Seiner Idee zu der kleinen Wallfahrt ins Steintal, folgten am Dienstag 28. Juli, 20 aktive Chormitglieder . Interessant und unbekannt war für viele die Entstehungsgeschichte des Wallfahrtsorts im Hammelburger Steinthal.

    Und so geht die Legende

    Das so genannte "Ständel" (Steinthal) war früher der direkte Weg von Fulda nach Würzburg und ein viel begangener Reit- und Fußweg. Die Überlieferung erzählt die Entstehungsgeschichte der Steinthalkapelle so: Einst ritt ein Müller samt Knecht durch das Steinthal. Plötzlich erlitt er einen Blutsturz und rief in Todesangst : "Maria Hilf" und gelobte einen Bildstock zu Ehren der Muttergottes zu errichten, wenn er diesen überlebte. Leider war das Versprechen schnell vergessen und als er einige Jahre später wieder am Ort des Unglücks vorbeiritt, erlitt er abermals einen Blutsturz. Daraufhin erbaute er ein Heiligenhäuschen. Die Legende liegt nahe an der Wirklichkeit: Geschichtliches brachte zutage, dass der Inhaber der Herrenmühle, Johann Keck, 1716 aus Dankbarkeit seiner Errettung aus Todesgefahr einen Bildstock im Steinthal errichtete. Der Inschrift des Votivbilds zufolge ist es die Kopie eines Marienbildes in der Schweinfurter Spitalkirche.

    Keck war der Auffassung, dass die Figur nicht genug gewürdigt wurde und brachte diese an den Ort seines Unglücks. 1739 begann man mit dem Bau der heutigen Kapelle "Maria Steinthal", 1742 erfolgte die Weihe durch den fuldischen Fürstabt Amandus von Buseck. 1759 wurden bis zu zehn heilige Messen täglich gelesen. Die Seelsorge übernahmen die Franziskaner aus dem nahe gelegenen Kloster Altstadt.

    1998 Wiederweihe

    1761 entstand eine Vorhalle, die den Franziskanern als Aufenthaltsraum diente. Nach der Säkularisation fiel Hammelburg 1816 an Bayern und die Wallfahrten gingen zurück. Erst zum 100-jährigen Weihe-Jubiläum zogen wieder Pilgerströme zum Steinthal. Nach den beiden Weltkriegen legte man 1956 den Platz mit Freialtar und Kanzel (1890) an. 1997 zerstörte ein Brand den Vorbau der Kapelle und das Innere wurde stark geschwärzt. Am 4. Juli 1998 erfolgte die Wiederweihe nach umfassender Renovierung durch den Weihbischof Helmut Bauer .

    Das Jubiläum "300 Jahre Steinthal" wurde am 8. Mai 2016, festlich begangen. Eine Fußwallfahrt führte "Auf den Spuren des Müllers Keck", Besitzer der Herrenmühle zur Steinthalkapelle wo eine Maiandacht mit Feierlichkeiten stattfand. Festredner war Pfarrer Josef Treutlein, 1984 - 2000 Hammelburger Stadtpfarrer, inzwischen Wallfahrtsseelsorger auf dem Würzburger Käppele. Treutlein ist auch der Initiator des Fränkischen Marienweges: "Von Perle zu Perle" und versah den Wallfahrtsort Maria Steinthal mit der 47. Perle von insgesamt 50.

    Vielfältige Anliegen

    Die Einträge im ausliegenden Wallfahrtsbuch, im Vorraum der Kapelle zeigen die Vielfalt der Anliegen. Sehr unterschiedlich die Einträge voller Dankbarkeit, Freude , Wut , Trauer, Schutz für die Familie oder den Wunsch um Genesung für erkrankte Angehörige und Freunde. Beim Durchblättern wird schnell ersichtlich dass es immer noch fromme oder gläubige Menschen gibt, die mit ihren Sorgen zu Gott kommen. Am Dienstag, 8. September, Mariä Geburt, findet um 19 Uhr eine Messfeier zum Patrozinium im Steinthal statt.

    Die Chorgemeinschaft sang zum Abschluss das Marienlied "Königin vom Steinthal" und trug sich ins Wallfahrtsbuch ein mit den Worten: "Lieder Dir zu Ehren, auch für Deinen Sohn, sollen zu Dir steigen, bis zu Gottes Thron". Hoffentlich erfüllt sich der Wunsch damit die MGV Chorgemeinschaft am 21. Februar 2021 das 100-jährige Gründungsfest mit Gesang feiern darf.

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    Bianca Volkert

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