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    BAMBERG

    1000 Jahre Dom: Auch der Papst gratuliert Bamberg

    Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick (re.) zieht am Sonntag (06.05.2012) nach einem Gottesdienst zur 1000-Jahr-Feier des Doms in Bamberg an den Gläubigen vorbei. Vor genau einem Jahrtausend wurde in Bamberg die Weihe des Doms groß gefeiert. An dieses Jubiläum erinnerte das Erzbistum am Sonntag mit einem großen Festgottesdienst.
    Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick (re.) zieht am Sonntag (06.05.2012) nach einem Gottesdienst zur 1000-Jahr-Feier des Doms in Bamberg an den Gläubigen vorbei. Vor genau einem Jahrtausend wurde in Bamberg die Weihe des Doms groß gefeiert. An dieses Jubiläum erinnerte das Erzbistum am Sonntag mit einem großen Festgottesdienst. Foto: dpa

    Zur 1000-Jahr-Feier des Bamberger Doms hat Erzbischof Ludwig Schick das Nein der katholischen Kirche zu Abtreibung und Sterbehilfe bekräftigt. Der christliche Glaube stehe für Ehrfurcht vor dem Leben, sagte er im Festgottesdienst am Sonntag. Deshalb lehne die Kirche auch „Terror, Kriege, linke und rechte, extremistische oder häusliche Gewalt“ strikt ab.

    Papst Benedikt XVI. sandte dem fränkischen Erzbistum seine Glückwünsche: Das Dom-Jubiläum solle die Menschen dazu ermutigen, den Glauben neu zu entdecken und zu vertiefen, schrieb das Kirchenoberhaupt in seinem Grußwort, das zu Beginn der Messe verlesen wurde.

    Am 6. Mai vor genau 1000 Jahren wurde der erste Bamberger Dom eingeweiht, mehr als 40 Bischöfe waren damals zu Gast. Das Gotteshaus wurde später bei einem Brand stark beschädigt. Der heutige Dom stammt weitgehend aus dem 13. Jahrhundert.

    Den Festgottesdienst am Sonntag feierte Erzbischof Schick mit mehr als 2000 Gläubigen in der überfüllten Kathedrale. Kirchliche Würdenträger aus neun Nationen waren nach Bamberg gekommen, darunter Kardinal Walter Brandmüller aus dem Vatikan, der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner, der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser und der Erzbischof von Stettin-Cammin, Andrzej Dziega.

    Schutz von Ehe und Familie

    Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) erinnerte nach der Messe an das reiche kulturelle Erbe, das der Freistaat der Kirche verdanke. Franken und ganz Bayern seien christlich verwurzelt, sagte er.

    Die Mauern des Domes hätten den Stürmen eines Jahrtausends standgehalten, betonte der Papst in seinem Grußschreiben. „An ihnen haben sich auch die Wogen der gott- und menschenfeindlichen Ideologien des vergangenen Jahrhunderts gebrochen“, sagte er. „Das Wissen um dieses Haus (. . .) mag euch in der Gewissheit bestärken, dass der Herr auch in den kommenden Zeiten – wie schwer sie vielleicht auch werden – seine Kirche nicht verlässt.“

    Schick erklärte in seiner Predigt: „Wir wollen eine Kirche des Friedens sein.“ Zugleich bekräftigte er, dass die Kirche sich „im Geist Jesu in die Gesellschaft einmischt und mitmischt. Wir wollen mitwirken für das Gemeinwohl, wenn es um Menschenwürde und Menschenrechte geht.“ Deshalb kämpfe die Kirche für eine gute Behandlung von Asylbewerbern und für den Schutz von Ehe und Familie. Zugleich rief er dazu auf, den Sonntag als arbeitsfreien Tag zu schützen. Auch die stillen Tage wie etwa der Karfreitag sollten weiterhin erhalten bleiben. An diesen Tagen sind laute Tanzveranstaltungen verboten.

    Der Dom ist das bekannteste Bauwerk der Bamberger Altstadt, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Rund eine Million Menschen besuchen jährlich die Kathedrale, in der sich das einzige erhaltene Papstgrab nördlich der Alpen befindet. Der Dom gilt vor allem deshalb als authentisches und herausragendes Zeugnis mittelalterlicher Baukunst, weil er von den Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs verschont geblieben ist.

    dpa

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