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    SCHWEINFURT

    Beute in Schließfächern gebunkert

    Das reinste Warenlager: Die Polizeibeamten Roland Merz und Tobias Rost präsentieren die Beute des gefassten Diebestrios. Foto: Martina Müller

    Eine Diebesbande ist von der Polizei in Schweinfurt gefasst worden. Die zwei 24 und 21 Jahre alten Männer und ihre 21-jährige Komplizin hatten Kleidungsstücke und Elektronikartikel im Wert von mehr als 4000 Euro gestohlen. Ein Kaufhausdetektiv gab den entscheidenden Hinweis, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Die Beute bewahrten die drei Diebe sowohl in Schließfächern als auch in ihren Wohnungen auf. Das Trio gestand die Taten. Die Polizei ermittelt wegen schweren Diebstahls.

    Bei Ermittlungen wegen eines knapp eine Woche zurückliegenden Handydiebstahls haben Beamte der Schweinfurter Polizei am Mittwoch das umfangreiche Diebeslager entdeckt. In den Nachmittagsstunden des 16. Januar hatte ein Mann in der Stadtgalerie ein 250 Euro teures Smartphone entwendet. Auf einer Videoaufzeichnung war der Tatablauf genau zu sehen. Am Mittwoch wurde ein Ladendetektiv auf den Tatverdächtigen aufmerksam und rief die Polizei. Zivilfahnder nahmen den 24-Jährigen in der Stadtgalerie vorläufig fest.

    Da der Mann immer wieder sehr auffällig nach den Schließfächern schielte, schauten sich die Polizisten dort genauer um. Durch die Glastür eines der Schließfächer wurden sie auf einen sehr markanten Rucksack aufmerksam, den der Beschuldigte auch bei dem Handydiebstahl eine Woche zuvor bei sich gehabt hatte. In Absprache mit der Haustechnik wurde dieses Schließfach geöffnet. In dem Rucksack befanden sich mehrere Jacken im Wert von über 600 Euro, die alle noch das Originaletikett trugen. Wie sich herausstellte, waren die Kleidungsstücke zuvor in einem Geschäft in der Stadtgalerie entwendet worden. Auch die Jacke, die der junge Mann gerade trug, war gestohlen.

    Da zu vermuten war, dass weitere Personen an den Diebstählen beteiligt waren, wurden die Schließfächer anschließend gezielt überwacht. Bereits kurze Zeit später tauchte dort ein 21-Jähriger auf, der aus einem der Schließfächer eine Tasche herausholte. Auch darin entdeckten die Polizisten gestohlene Kleidungsstücke. Anhand eines Ausweisdokuments kamen die Polizisten dann auch der dritten Beteiligten, einer 21-Jährigen, auf die Spur. Auch sie tauchte noch am Nachmittag an den Schließfächern auf. Von den Polizisten angesprochen markierte die Frau den „sterbenden Schwan“ und machte gesundheitliche Probleme geltend. Vorsichtshalber wurde sie vom Rettungsdienst in ein Schweinfurter Krankenhaus gebracht. Dort erholte sich die Frau jedoch schnell wieder und konnte die Klinik in Begleitung der Polizei wieder verlassen.

    Die drei Tatverdächtigen wohnen alle im Landkreis Schweinfurt. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Schweinfurt wurden ihre Wohnungen durchsucht. Dabei stießen die Beamten auf weiteres Diebesgut: Jacken, Handys und Elektronikartikel. Auch das am 16. Januar gestohlene Smartphone tauchte dort wieder auf.

    Inzwischen haben die zwei Männer und die Frau gestanden, dass sie seit etwa vier Monaten in Schweinfurter Geschäften auf Diebestour gegangen waren.

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