• aktualisiert:

    MÜNCHEN / WÜRZBURG

    Bischöfe: Für Menschen in Not einsetzen

    (lby/epd) In ihren Predigten zum Jahreswechsel haben die bayerischen Bischöfe drängende soziale Probleme, die Aufgaben der Kirche aber auch die Frage nach Glück angesprochen. Zum Thema in vielen Predigten wurde auch Papst Franziskus: Für die meisten bayerischen Oberhirten gilt er als Hoffnungsträger.

    Würzburgs Bischof Friedhelm Hofmann würdigte in seiner Silvesterpredigt im Kiliansdom den neuen Papst als einen Mann, der offensichtlich einen neuen Zugang zu den Herzen der Menschen finde. Die Kirche sei in den vergangenen Jahren durch viele bittere Vorkommnisse erschüttert worden. Schon Papst Johannes Paul II. habe im Jahr 2003 gesagt, die Welt brauche einen neuen heiligen Franziskus von Assisi. „Im Vorfeld war ja viel darüber spekuliert worden, dass die Zeit für einen Nicht-Europäer gekommen sei“, sagte Hofmann in seinem Rückblick. „Nun kam der Erwählte aus dem südamerikanischen Kontinent, im dem ein Großteil der 1,2 Milliarden Katholiken wohnt.“

    Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, sprach sich im Zusammenhang mit dem neuen Papst zugleich für eine neue Debattenkultur innerhalb der Kirche aus: „Wir brauchen einen geistlichen Austausch und den Mut, verschiedene Meinungen miteinander in Verbindung zu bringen.“ Der Kirche sei ein neuer Papst geschenkt, worden. Mit ihm gehe sie nun voller Hoffnung ins neue Jahr, „mit großen Erwartungen, die manchmal vielleicht auch zu groß sind“.

    Kritik an Migrationsdebatte

    Bayerns evangelischer Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm verteidigte unterdessen die Zuwanderung von Menschen aus Südosteuropa. „Es tut weder uns als Einzelnen noch uns als Gesellschaft gut, wenn Knappheitsängste geschürt werden. Deswegen macht mir die in den letzten Tagen aufgeflammte Diskussion um die Inanspruchnahme von Sozialleistungen von zuwandernden EU-Bürgern aus Bulgarien und Rumänien große Sorge“, sagte Bedford-Strohm in seiner Neujahrspredigt in München mit Blick auf die CSU.

    Auch der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann rief die Christen dazu auf, sich für Menschen in Not und für den Frieden untereinander einzusetzen. Die Kriege und Konflikte in Syrien oder dem Südsudan müssten ein Ansporn sein, die Friedensbotschaft Jesu Christ zu leben.

    Politisches Engagement gefordert

    Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick forderte die Christen zu einem größeren politischen Engagement auf. Christen müssten in die Politik, von Kommunal- bis Bundesebene, weil „wir die christlichen Werte nicht verlieren dürfen“, sagte Schick im Bamberger Dom. Außerdem sollten die Christen Zeugnis im Alltag über ihren Glauben geben. Ein solches Glaubenszeugnis sei „oft mehr wert als manche Predigt eines Pfarrers“.

    Neben der Frage der Zuwanderung ging Landsbischof Heinrich Bedford-Strohm in seiner Predigt zur christlichen Jahreslosung für 2014 „Gott nahe zu sein, ist mein Glück“ auch auf persönliches Glück und Dankbarkeit der Menschen ein. Glück lasse sich nicht erzwingen, sondern gründe in der Dankbarkeit, dass das Leben ein Geschenk Gottes sei.

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!