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    WÜRZBURG

    Christina Schneider ist die neue Fränkische Weinkönigin

    Christina Schneider ist die neue Fränkische Weinkönigin
    Christina Schneider aus Nordheim (Lkr. Kitzingen) ist die neue Fränkische Weinkönigin. Foto: dpa
    Ein schickes Auto, viele Kleider, Reisen nach Südkorea, Tokio oder Schanghai, Gespräche mit Prominenten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft: „Das Amt der Fränkische Weinkönigin ist das beste Amt in Bayern. Danach kommt nur noch Weinbaupräsident und Ministerpräsident“, sagt Kristin Langmann aus Bullenheim (Lkr. Neustadt an der Aisch), zu ihrem Abschied als Fränkische Weinkönigin.

    Dieses wunderbare Amt übernimmt nun Christina Schneider aus Nordheim (Lkr. Kitzingen), die ihr Glück am Anfang kaum fassen kann. Mit Witz, Sympathie und Fachwissen hat sich die 21-Jährige am Freitag an einem spannenden Wahlnachmittag im Vogel Convention Center in Würzburg gegen Kristina Reinhart aus Donnersdorf (Lkr. Schweinfurt) und Katharina Prozeller aus Eibelstadt (Lkr. Würzburg) durchgesetzt.

    „Ich kann es gar nicht glauben! Ich bin einfach nur glücklich“, sagt die frisch gekürte Fränkische Weinkönigin Christina Schneider. Schon als Vierjährige hat sie ein Bild gemalt, das damals sogar in der Zeitung veröffentlicht wurde. Es zeigt sie mit Krone, Weinglas und auf dem Tisch einen Bocksbeutel. Darunter steht: „Wenn ich groß bin werde ich Weinprinzessin, dann Weinkönigin und dann Mutter.“

    Ihre Bitte an das Publikum, den Traum eines kleinen Mädchens wahrwerden zu lassen, konnte die Jury ebenso überzeugen wie ihre Fachkenntnisse. Damit geht schon zum fünften Mal die Krone nach Nordheim, Zuletzt vor zwei Jahren an Christin Ungemach, die 2014/15 Fränkische Weinkönigin war. Zur Unterstützung war Ungemach extra angereist: „Unser Ort ist so weinbegeistert. Ich freue mich sehr, dass Christina Schneider gewonnen hat.“

    Gerne gibt Kristin Langmann die Krone nicht ab, so viel Spaß hat ihr das Jahr als Fränkische Weinkönigin gemacht. „Es war das beste Jahr meines Lebens“, schwärmte sie und dann flossen sogar Tränen. „Ich durfte 8760 Stunden Weinfranken ein Gesicht geben!“

    Eine bessere Werbung für den Frankenwein als die Abschiedsrede von Langmann kann sich selbst der Weinbauverband nicht vorstellen: „Frankenwein ist für mich Genuss, aber vor allem Spaß am Leben“, sagte die 23-Jährige, die in einem knallroten, knielangen Corsagenkleid zu ihrem letzten Auftritt als Weinkönigin angetreten ist. Viele Prominente wie den „Traumschiff“-Kapitän Siegfried Rauch, den Sänger Andreas Bourani, Bundespräsident Joachim Gauck und den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer hat sie getroffen. „Aber es sind auch die vielen kleinen Begegnungen, die einem so Spaß machen.“

    Als Fränkische Weinkönigin hatte sie 413 Termine, ist 72 mal mit dem Zug gefahren und 34.000 Kilometer mit ihrem Auto. Hinzu kamen fünf Auslandsreisen nach Frankreich, Österreich, Südkorea, Tokio und Schanghai. Zum Schluss gab es viel Applaus, Standing Ovations und noch mal Tränen.

    Durch das fünfstündige Programm führten als erprobtes Duo Nicole Then-Plannasch, Deutsche Weinkönigin 2003/2004, und Axel-Robert Müller, Moderator im Bayerischen Rundfunk („Die Frühaufsteher“). Jede Kandidatin stellte sich vor und beantwortete drei Fragen: Wie sich der Klimawandel auf den Weinbau auswirkt, warum „Wein.Schöner.Land“ so wichtig für Franken ist und was das Besondere am neuen Bocksbeutel PS ist.

    Katharina Prozeller (23) aus Eibelstadt hatte gut geschlafen und ging die Wahl ganz entspannt an: „Den BMW 2er-Cabrio will jede von uns fahren“, sagte Prozeller, die ein mintgrünes Kleid und ihre Haare zu einem kunstvollen Zopf gebunden trug. Ihr Hobby ist Gardetanz, damit ist sie schon bei „Fastnacht in Franken“ aufgetreten. Weil sie ein Sprachtalent ist, stellte sie sich sogar auf Schwedisch vor, spricht aber auch Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch.

    Kristina Reinhart (20) aus Donnersdorf (Lkr. Schweinfurt) trug ein eigens für den Auftritt geschneidertes champagnerfarbenes Kleid mit glitzernden Pailletten. Ihre blonden Haare trägt die Bauwesen-Projektmanagement-Studentin kurz. „Unser Weinanbaugebiet ist noch relativ unbekannt, aber wir haben so viel Potenzial“, sagte sie. Zuletzt kam vor zehn Jahren eine Fränkische Weinkönigin aus dem Landkreis Schweinfurt.

    Christina Schneider hatte gleich die Lacher auf ihrer Seite, als sie erzählte, dass sie laut einem Test Bademeisterin werden solle. Heute studiert sie Psychologie. Als Wein reichte sie einen für Franken eher ungewohnten Chardonnay, mit „cremigen Karamell- und Vanille-Komponenten“. Beim Schwimmen, Volleyball und im Fitnessstudio powert sie sich richtig aus. Diese Energie kann sie sicher für ihr neues Amt brauchen.

    Viele Prominente nahmen sich wieder Zeit für das Großereignis: allen voran Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU), die eigentlich immer, wenn es ihr Terminkalender zulässt, zur Wahl der Fränkischen Weinkönigin kommt. Ebenalls mitgefiebert haben die Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber (CSU), der SPD-Landtagsabgeordnete Harald Schneider, der Landtagsabgeordnete Gerhard Eck (CSU), Asa Peterson (Region Mainfranken), der Schweinfurter Landrat Florian Töpper, der Landrat von Main-Spessart Thomas Schiebel, die Kitzinger Landrätin Tamara Bischof, Hugo Neugebauer (Präsident der Handwerkskammer Unterfranken), 45 Weinprinzessinnen und viele mehr.

    „Sie ist das Aushängeschild des Frankenweins schlechthin“, beschreibt auch Weinbaupräsident Artur Steinmann den Job der Weinkönigin. Seine Bilanz des Wahlnachmittags: „Sie waren alle fantastisch.“

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