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    MÜNCHEN

    Seehofer: Niederlage in Schweinfurt kein Trend gegen die CSU

    Der überraschende Erfolg von Florian Töpper wurde auch in München mit großem Interesse verfolgt: Dass die Landratswahl in Schweinfurt „schwierig für uns wird, hat sich schon seit Wochen abgezeichnet“, sagte CSU-Chef Horst Seehofer dieser Zeitung. Nach allem, was ihm berichtet werde, habe die Niederlage von Amtsinhaber Harald Leitherer jedoch „wenig mit der CSU und sehr viel mit einer Persönlichkeitswahl zu tun“, glaubt der Parteichef.

    Einen Trend gegen die CSU in ländlichen Regionen will Seehofer jedenfalls nicht erkennen – erst im letzten November war der 27-jährige SPD-Kandidat Michael Adam im niederbayerischen Landkreis Regen zum Landrat gewählt worden. „Es gibt auch viele andere Beispiele“, entgegnet Seehofer. Bei der Bayern-SPD sieht man das natürlich anders: Der Sieg von Töpper sei schlicht „eine Sensation“, findet Parteichef Florian Pronold: Die Genossen könnten inzwischen in Regionen Bayerns gewinnen, „wo vor zehn Jahren nicht einmal der Papst gewonnen hätte, wenn er für die SPD angetreten wäre“.

    Die Zeit der „schwarzen Erbhöfe“ sei vorbei, glaubt auch SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher. Ein Trend für die Landtagswahl lasse sich aus kommunalen Erfolgen allerdings nicht ableiten. So sieht das auch Grünen-Chef Dieter Janecek: „Dennoch zeigt das Beispiel Schweinfurt, dass es auch für Amtsinhaber, die glauben fest im Sattel zu sitzen, anders kommen kann, als sie denken.“

    rys

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