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    WÜRZBURG

    Weltrekord für Superhirn Schäfer

    Merk-Künstler: Christian Schäfer aus Würzburg. Foto: T. Obermeier

    Christian Schäfer ist ein Phänomen. Während unsereins Probleme hat, sich beim Schafkopf oder Skat die Karten des letzten Stichs zu merken, hat der 23 Jahre alte Student aus Würzburg schon wieder eine Weltbestleistung im Gedächtnissport aufgestellt: Unter Wasser prägte er sich 56 Spielkarten in der richtigen, zuvor zufällig gemischten Reihenfolge ein. Der Lohn ist ein weiterer Eintrag im Guiness-Buch der Rekorde.

    Dort ist der Mathematik- und Informatikstudent (im Bild links neben seinen Würzburger Kollegen Annalena Fischer und Fabian Saal) seit Sonntag zum sechsten Mal vertreten. Im „ZDF-Fernsehgarten“ auf dem Mainzer Lerchenberg taucht er in ein Wasserbecken, hält die Luft an, lässt sich zunächst einen 52-teiligen Kartensatz reichen, anschließend – ohne Luft zu holen – noch ein zweites Spiel. Nach zwei Minuten und 18 Sekunden geht ihm der Sauerstoff aus. Schäfer steigt aus dem Becken. Um Sekunden später anhand eines fabrikneuen Spiels die Reihenfolge der Karten wiederzugeben, die er sich unter Wasser eingeprägt hat.

    Jetzt hält das Publikum im „Fernsehgarten“ den Atem an. Der 23-Jährige wackelt keine Sekunde. Karte für Karte serviert er der Guiness-Jury. Als er mit den ersten 52 durch ist, hat er den bestehenden Weltrekord eines italienischen Gedächtnissportlers eingestellt. Der Würzburger schafft aber mehr, zusätzlich vier Karten aus dem zweiten Satz. Neuer Weltrekord. Schäfer jubelt, Moderatorin Andrea Kiewel lässt ihn hochleben.

    Der sympathische Lockenkopf, der so gar nicht wie ein Zahlen-Nerd daherkommt, ist auf bestem Wege, das Gesicht der Superhirne in Deutschland zu werden. Da sind zum einen die Erfolge bei internationalen Meisterschaften, die ihn bis auf Platz fünf der Gedächtnissport-Weltrangliste geführt haben, da sind zum anderen Auftritte vor einem großem (Fernseh-)Publikum, aktuell im „Fernsehgarten“, zuvor im November bei „Wetten, dass..?“, wo er mit einem „Unterwasser-Memory“ zum Wettkönig des Abends avancierte.

    Die Technik, die Merk-Künstler wie Christian Schäfer anwenden, ist immer ähnlich: Für den Auftritt am Sonntag hatte er sich für jede Spielkarte ein Bild ausgedacht. Die „Kreuz sieben“ war zum Beispiel eine stinkende Socke, der „Karo König“ ein Mikrofon. In der Reihenfolge, in der die Karten kommen, baut er sie in eine Geschichte ein, einen Rundgang durch ein fiktives Haus. „So landen dann die Socken in der Waschmaschine, das Mikrofon in der Spülmaschine, wo es kaputt geht. Verstanden?“ Nicht so richtig. Superhirn kann eben nicht jeder.

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