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    HASSFURT

    101 Mal fuhr ein Kfz-Mechaniker ohne gültigen Führerschein

    Weil er laut Anklage der Staatsanwaltschaft 101 Mal ohne gültige Fahrerlaubnis mit einem Auto gefahren ist, musste sich am Freitag ein 40-jähriger Kfz-Mechaniker aus dem nordöstlichen Landkreis am Amtsgericht verantworten, wohin er mit Fuß- und Handketten aus der Justizvollzugsanstalt in Kronach von zwei Polizeibeamten vorgeführt wurde.

    Auf der Anklagebank bot er der Richterin an, ein Geständnis abzulegen, wenn die Vorsitzende dafür im Gegenzug den Haftbefehl aufhebt. Doch Richterin Ilona Conver ließ sich auf den Deal nicht ein und verwies auf das Gesetz. „Das ist doch ein Witz“, entgegnete ihr der uneinsichtige Angeklagte, der daraufhin keine Angaben machte. Sein Verteidiger Willy Marquardt erklärte, dass sein Mandant davon ausgegangen sei, dass er fahrberechtigt sei.

    Tatsächlich stellte sich im Laufe der Verhandlung heraus, dass der 40-Jährige einen peruanischen Führerschein hat, der in Deutschland jedoch nicht anerkannt ist. Seinen deutschen Führerschein musste er schon im Jahr 2004 abgeben. Der Verteidiger führte außerdem an, dass mehrere Fahrten doppelt angeklagt seien, weshalb das Gericht die Anklage auf 92 Fahrten reduzierte.

    Doggen griffen anderen Hund an

    Zum Verhängnis wurde dem Angeklagten das schlechte Verhältnis zu einer Nachbarin, die die Schwarzfahrten schriftlich dokumentierte und die geführten Listen der Polizei übergab. Ein Auslöser für das schlechte nachbarliche Verhältnis war, dass die zwei Doggen des Angeklagten ihren Hund angegriffen hätten. Doch den 40-Jährigen hätte das nicht im geringsten interessiert. Seitdem sei „der Ofen aus“, sagte die Nachbarin im Zeugenstand.

    Laut Anklageschrift fuhr der Angeklagte auch mehrmals im August 2018 schwarz. Doch zu den angeklagten Zeitpunkten sei er überhaupt nicht vor Ort gewesen, sagte der Angeklagte. Ein Gutachten soll diese Behauptung untermauern, weshalb die Hauptverhandlung unterbrochen wurde und mehrere Zeugen ungehört entlassen werden mussten.

    Außerdem ließ der Angeklagte über seinen Verteidiger den Antrag stellen, den Haftbefehl aufzuheben. Der Staatsanwalt lehnte den Antrag ab. Denn der Angeklagte habe sich schon einmal nach Spanien abgesetzt. Bei einer weiteren Festnahme habe er zudem versucht zu fliehen. Neunmal sei er bereits in Haft genommen worden. Die letzte Bewährungsstrafe sei widerrufen worden, weil der Angeklagte Bewährungsauflagen nicht befolgte. Die Vorsitzende pflichtete dem Staatsanwalt bei und entschied den Haftbefehl aufrecht zu erhalten. (msch)

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