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    KNETZGAU

    "Äußerst innovative und spektakuläre Pläne und Ideen"

    Der Main – Lebensader für unzählige Menschen entlang seiner Fließstrecke vom Fichtelgebirge bis in den Rhein. Den Fluss ... Foto: Christiane Reuther

    Durch große Städte fließt der Main, seien es Bayreuth, Schweinfurt, Würzburg, Aschaffenburg oder Frankfurt. Doch bekommt tatsächlich das kleine Knetzgau ein großes „Maininformations- und Erlebniszentrum“ (MIZ), das den Fluss in all seinen Facetten beleuchtet, vom Fischfang bis zum Freizeitsport, von der Geologie bis zum Hochwasserschutz?

    Knetzgau hat im August 2017 eine aus Leader-Mitteln geförderte Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Über deren Zwischenstand wollen die Gemeinde und die beteiligten Fachbüros am diesem Mittwoch um 18.30 Uhr die Bevölkerung in der Aula der Dreiberg-Schule im Rahmen eines Bürgerdialogs informieren.

    Keinesfalls nur für Knetzgauer

    „Es sind alle Landkreisbürger willkommen“, wünschte sich im Vorfeld Bürgermeister Stefan Paulus im Gespräch mit dieser Redaktion eine rege Beteiligung am Bürgerdialog. Ein großes Interesse über die Knetzgauer Bürgerschaft hinaus wäre ein deutlicher Fingerzeig, dass sich die Region mit dem MIZ anfreunden und im Idealfall damit identifizieren könnte.

    Und Paulus verspricht „äußerst innovative und spektakuläre Pläne und Ideen“, die die Büros „Erlebniskontor“ (Bremen), Magna Architecture sowie A24-Landschaft (beide Berlin) geschmiedet haben und in der Schule präsentieren werden. Der Bürgermeister und seine Mitstreiter sind davon überzeugt, dass die inhaltliche Konzeption und die architektonische Gestaltung des MIZ-Gebäudes sowie der Freizeitanlagen am Main-Umfeld „überregionale Strahlkraft erzeugen“, wenn sie denn realisiert werden. Entstehen soll das MIZ am Standort der Franz-Hofmann-Halle, die wegen unzulänglichen Brandschutzes gesperrt ist und abgerissen wird.

    Wenngleich sich Bürgermeister Paulus bewusst ist, dass vor allem die Region das MIZ 359 – die Zahl gibt an, an welchem Flusskilometer Knetzgau liegt – mittragen muss, damit es Wirklichkeit wird, so hat die Gemeinde doch schon Fäden auf großer Bühne gezogen: In zwei Expertenrunden unter anderem mit Vertretern von Fachbehörden, der Uni Würzburg und des Hauses der Bayerischen Geschichte haben die Initiatoren längst etwa rechtliche und technische Belange abgeklopft.

    Meeting mit 40 Landräten und Bürgermeistern

    Und am Mittwoch, bevor abends der Bürgerdialog stattfindet, finden sich auf Einladung von Paulus 40 Landräte und Bürgermeisterkollegen aus Franken, Hessen und Baden-Württemberg im Rats- und Kultursaal von Knetzgau ein, um über das Projekt zu diskutieren. Paulus will mit den Kommunalpolitikern aus den Mainanrainerkommunen „länderübergreifende“ Gemeinsamkeiten und Chancen ausloten, inwieweit der Main in Zukunft eine noch größere Rolle auf allen Gebieten der kommunalen Entwicklung und Vermarktung spielen könnte. „Denn der Main wird als gemeinsame Lebensader im Gegensatz zu den Naturparks Fichtelgebirge, Haßberge, Steigerwald, Spessart oder Odenwald wenig bis fast gar nicht, zumindest in unterschiedlicher Intensität und Qualität, wahrgenommen“, findet er.

    Wirtschaftsband und Tourismusader

    Paulus und seine Mitstreiter hingegen sehen den Main als „Wirtschaftsband, Tourismusader und Bindeglied zwischen Metropolen“, der Fluss habe als Kulturlandschaft große Teile Nordbayerns geprägt, werde aber als Markenkern Frankens noch unter seinem Wert kommuniziert. Stefan Paulus wird bei seinen Gästen sicher um Unterstützung für das MIZ werben, mindestens aber auf das Versprechen drängen, dass niemand das Vorhaben blockiert. Nirgendwo am Main, auch in keiner Großstadt, gibt es etwas Vergleichbares wie ein Main-Museum.

    „Die Menschen, die entlang des Flusses leben, spüren, dass die Identität ihrer Heimat stark vom Main geprägt wurde – dieses Bewusstsein soll in unser Projekt und unsere Initiativen einfließen, kündigte Paulus an.

    Bearbeitet von Martin Sage

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