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    RÜGHEIM

    Acht Fässer Kommunal-Brauer-Vielfalt

    Acht Kommunalbrauereien aus dem Landkreis präsentierten im Schüttbau ihre Bierkreationen. Foto: Martin Schweiger

    „Unterhopft“ musste am Samstagabend keiner der 70 Freunde des Gerstensafts aus dem Landkreis den Heimweg antreten, die sich im Schüttbau zum elften Kommunalbrauer-Treffen seit dem Jahr 2009 trafen. Denn acht Brauereien hatten ihre Bier-Kreationen in Fässern mitgebracht, die sie auf die Bühne des Schüttbaus stellten, wo sonst eher musikalische Kreationen vorgeführt werden.

    Ein Fass nach dem anderen wurde vom jeweiligen Vertreter des Brauvereins angezapft und ausgeschenkt. Zuvor wies der jeweilige Hobbybrauer auf die besonderen Eigenschaften des Bieres hin, wie den Hopfen- und Malzanteil, die verwendeten Hopfen- und Malzsorten, deren unterschiedlichen Anteil im Bier und schließlich die Dauer der Lagerung, bevor das Bier zum Ausschank kam. Der Brauverein Rügheim hatte eine Brotzeit organisiert, die als Unterlage für die Biere diente.

    Organisator Norbert Hümmer aus Neubrunn verwies darauf, dass das Treffen mit 70 Teilnehmern so gut besucht sei wie noch nie seit der ersten Veranstaltung im Jahr 2009, die damals in Dörflis stattfand. Gleichzeitig würden mit acht Fässern Bier so wenige Biersorten wie noch nie angeboten.

    Der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Beim ersten Treffen vor zehn Jahren sei noch keine Frau dabei gewesen, meinte Hümmer. Dies habe sich nun glücklicherweise geändert. Mit Kerstin Friedrich aus Knetzgau konnte er sogar die neue Bierprinzessin begrüßen, die ihren Vorgänger Sebastian Gocker ablöste. Gocker war ebenfalls in Rügheim dabei, wie auch Landrat Wilhelm Schneider. Die neue Bierprinzessin sei sogar vom Fach, denn sie arbeite in einer Bamberger Mälzerei, sagte Hümmer.

    Geändert habe sich gegenüber manch früherem Treffen die Ausschankmenge. Früher seien schon einmal drei Hektoliter Bier an einem Abend getrunken worden. Diese Zeiten seien vorbei. So wurden auch die acht verschiedenen Biersorten in 0,2-Liter-Gläsern und nicht in 0,5-Liter-Gläsern ausgeschenkt.

    Vor dem Treffen im Schüttbau begrüßte Rainer Huth, der Vorsitzende des Rügheimer Brauvereins, seine Kollegen im wiedererstandenen Brauhaus, um die Geschichte des Hauses und die Funktion der modernen Brauanlage zu erklären.

    Der Verein wurde im Jahr 2014 gegründet. Die vorhandene alte Brauanlage sei bereits in den 1970er Jahren abgebaut und ins Heimatmuseum in Fladungen gebracht worden, wo sie heute noch ihre Dienste tut, wenn einmal im Jahr dort gebraut wird.

    In den 1980er Jahren sei das Dach geflickt worden, sodass kein Wasser mehr eindrang und das Gemäuer überlebte. Anfang des Jahres 2015 wurden dann in viel Eigenleistung Fenster, Türen, Boden und Decke und teilweise Wände erneuert. Der Keller wurde ausgebaggert, um dort einen neuen Fußboden und Kühlräume zu installieren.

    Die Städtebauförderung bezuschusste das Vorhaben mit 200 000 Euro. Eineinhalb Jahre lang habe man über die Brauanlage an sich diskutiert. Die Optionen waren, eine alte Anlage nachzubauen, oder aber, eine neue Anlage zu montieren. Mit Peter Kraus habe man einen Experten aus der Branche gefunden und mit seiner Hilfe ein modernes Sudhaus nachgebaut.

    Für die Energiegewinnung wurde ein 340-Kilowatt-Dampferzeuger im Nebenraum eingebaut. Insgesamt wurden rund 100 000 Euro in die Anlage investiert. Im November vergangenen Jahres konnte das erste Bier ausgeschenkt werden.

    Der Rügheimer Brauverein habe derzeit 64 Mitglieder, davon seien zehn Verrückte wie er, die viel Zeit und Herzblut mit eingebracht haben, meinte Huth.

    Auch ein alter Backofen wurde im Brauhaus integriert. Dessen wechselvolle Geschichte ließ Huth ebenfalls Revue passieren. Nach dem Vortrag Huths ging es in den Schüttbau, wo der Abend feuchtfröhlich endete.

    Bierprinzessin Kerstin Rieger war beim Treffen der Kommunal-Brauer mit dabei. Foto: Martin Schweiger
    Rainer Huth, Vorstand des Rügheimer Brauvereins, erklärte die Brauanlage. Foto: Martin Schweiger

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