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    AIDHAUSEN

    Aidhausen: Borkenkäfer macht den Förstern viel Arbeit

    In ganz Deutschland macht der Borkenkäfer den Förstern Sorgen. Vielerorts musste eine große Zahl an befallenen Bäumen gefällt werden (Symbolbild aus Hettstadt, Lkr. Würzburg). Auch der Gemeinderat Aidhausen beschäftigte sich mit der Situation des Waldes.
    In ganz Deutschland macht der Borkenkäfer den Förstern Sorgen. Vielerorts musste eine große Zahl an befallenen Bäumen gefällt werden (Symbolbild aus Hettstadt, Lkr. Würzburg). Auch der Gemeinderat Aidhausen beschäftigte sich mit der Situation des Waldes. Foto: Andrea Rothenbucher

    Das Waldjahr 2019 war geprägt vom Käfer. „Wir hatten gehofft, dass 2019 besser wird als das Jahr zuvor“, brachte Bernhard Streck den Jahresbetriebsnachweis 2019 vor den Gemeinderäten in Aidhausen auf den Punkt. „Leider ist es anders gekommen“, sagte der Förster. Absolute Priorität vor allen anderen Aufgaben habe den Waldschutzmaßnahmen eingeräumt werden müssen.

    Doch wo die Kapazitäten hernehmen, um die Aufgaben zu bewältigen? Strecks Dank galt Bürgermeister Dieter Möhring und den Bauhofmitarbeitern, die mit Rat und Tat zur Seite gestanden hätten. „Beim Käfer muss zeitnah gehandelt werden“, betonte der Förster. Deshalb brauche man bei Bedarf schnell Leute vor Ort, die auch über Ortskenntnisse verfügen. Zum dritten Mal habe der Borkenkäfer die Fichtenflächen befallen, „das macht mürbe“. Weil die Abfuhr des Käferholzes aufgrund der angefallenen Mengen schwierig gewesen sei, sei es nicht möglich gewesen, einfach alle Fichten auf einmal zu fällen. Auch geeignete Lagerplätze seien rar. Zumindest konnte das Giebelholz in der Hackschnitzelanlage der Gemeinde verwertet werden. 150 Festmeter waren im Jahresbetriebsplan 2019 an sogenannten ZE-Anfällen (Einschlag aufgrund zufälliger Ereignisse wie Sturmschäden, Käferbefall, Dürre) vorgesehen. Tatsächlich fielen 1113 Festmeter an.

    Die Jäger müssen helfen

    Schlagpflege und Pflanzungen mussten neben der Bekämpfung des Borkenkäfers zurückstehen. Statt der geplanten 1850 wurden deshalb nur 1050 Pflanzen gesetzt. Damit die jungen Bäume ungestört wachsen können, bräuchten sie Schutz, betonte der Förster. „1000 Pflanzen mit Einzelschutz zu versehen, war eine Herausforderung“, sagt Streck. Edellaubhölzer wie Kirsche, Speierling oder Elsbeere zu schützen, sehe er ein. Aber bei den Hauptbaumarten, wie Eichen oder Hainbuchen sei das nicht zu leisten. „Da müssen uns die Jäger helfen.“

    Forstoberrat Jürgen Hahn vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) aus Schweinfurt verdeutlichte die hohe Arbeitsbelastung des Försters. Um die Massenvermehrung des Schwammspinners einzudämmen, müssen dessen Gelege in ausgewählten Eichenbeständen erfasst werden. „Das bedeutet für Bernhard Streck vier bis sechs zusätzliche Arbeitswochen, die natürlich an anderer Stelle fehlen.“

    Christbäume müssen warten

    Auch die geplante Christbaumkultur für die Gemeinde konnte noch nicht in Angriff genommen werden. Sie werde aber nun, zunächst mit 50 Bäumen, angelegt. Jedes Jahr werden zehn bis 15 weitere Nadelbäume gepflanzt. Fichten könne man aus dem eigenen Wald gewinnen, Douglasien und Nordmanntannen müssen dazu gekauft werden, informierte der Förster. „So wenig wie möglich kaufen“, legte Bürgermeister Möhring fest, „auch, wenn es sich nur um kleine Beträge handelt.“

    Ein vorsichtiges Plus zwischen 8000 und 9000 Euro sei angestrebt gewesen. „Tatsächlich wird es nun ein leichtes Minus werden“, fasste Streck das Ergebnis von 2019 zusammen.

    Der Jahresbetriebsplan 2020 sehe 970 Festmeter Holzernte vor. Der Großteil von 800 Festmetern wird aus Käferholz und Dürreschäden bestehen. „Diese Anfälle durch zufällige Ereignisse lassen sich nicht steuern“, betonte Streck. Man müsse versuchen, für das Weichholz mehr Selbstwerber zu finden.

    Geplant sei, die Käferlöcher mit rund 2200 Pflanzen wieder aufzuforsten. Soweit möglich mit eigenen Wildlingen, den Rest mit zugekauften Pflanzen. Momentan sei allerdings noch nicht genügend Feuchtigkeit im Waldboden angekommen. Bei passender Witterung bittet Streck bei der Pflanzung um Mithilfe der Gemeinde.

    Optimistischer Blick in die Zukunft

    Jürgen Hahn hob hervor, dass es nichts besseres als die Naturverjüngung gebe. Es koste nichts, es spare Arbeit und die Pflanzen seien bereits gut verwurzelt. Doch ohne Mithilfe der Jägerschaft funktioniere Naturverjüngung nicht. „Sich nur alle drei Jahre zu treffen, ist nicht zielführend“. Bei regelmäßigen Treffen müsse gezielt über die einzelnen Waldabteilungen gesprochen werden.

    Trotz der dramatischen Entwicklung im Wald, blicke er optimistisch in die Zukunft, sagte Streck. „Wir müssen experimentieren und mit vielen Baumarten arbeiten.“ Nur so könne der Wald bei Schädlingsbefall bestehen und seine Funktion erfüllen. Finanziell wird der Wald 2020 für die Gemeinde nichts abwerfen. Er nutze alle Fördermöglichkeiten, betonte Streck. Doch allein das Käferholz sei mitsamt der Förderung ein Nullsummenspiel. Während der Holzpreis falle, würden die Ausgaben wegen der vielen benötigen Dienstleistungen steigen. Dementsprechend sei ein nachvollziehbares Minus von etwa 8000 Euro zu erwarten, schloss Streck.

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