• aktualisiert:

    RIEDBACH

    Leserforum: Realitätssinn bei der Energiewende? Gerne!

    Im Nachgang zum Bericht über den guten Ertrag des Windparks im Sailershäuser Wald wurde in einem Leserbrief „Realitätssinn und Augenmaß“ bei der Energiewende gefordert. Dieser Forderung kann man sich nur anschließen!

    Ob allerdings die vorgeschlagenen „Fusionskraftwerke“ statt Windräder, Solaranlagen und Speicher der Königsweg zur Rettung des Klimas sind, mag jeder für sich beantworten.

    Grenzenlose Technikgläubigkeit einerseits – Fusionsreaktoren arbeiten mit 100 Millionen (!) Grad heißem Plasma –, andererseits die absurde Behauptung, dass schon heute in Serie gefertigte Speichertechnik (zum Beispiel Elektrolyseure für Power-to-Gas-Anlagen) „großtechnisch nicht wirtschaftlich machbar“ sei.

    Ein neues Atomkraftwerk in Großbritannien verschlingt 100 Milliarden Euro staatliche Subventionen, um sich für die Betreiber zu rechnen. Ohne Entsorgung und Versicherung wohlgemerkt.

    Wind- und Solarstrom aus Kraftwerken kostet heute an guten Standorten weltweit zwischen 2 und 5 Cent pro Kilowattstunde, in Deutschland 4 bis 6 Cent (vom eigenen Dach 10 bis 12 Cent).

    Und die technische Entwicklung geht immer weiter. Man kann Strom auf mannigfaltige Weise speichern, man kann mit Stromspeichern sogar fahren (die heißen dann halt Elektroauto).

    Man kann durchaus gegen die Energiewende sein – aber dann muss man Ross und Reiter nennen. Also: Grafenrheinfeld wieder einschalten?

    Darauf hoffen, dass Kernfusion in 30 Jahren funktioniert? Oder die technischen Herausforderungen der Energiewende annehmen und als Hochtechnologieland lösen? Zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien, ohne strahlenden Müll und ohne Gefährdung unserer Lebensgrundlagen durch Klimaveränderungen. Wie gesagt: Realitätssinn und Augenmaß!

    Gunter Häckner 97464 Oberwerrn

    Leserzuschriften werden nur veröffentlicht, wenn sie die komplette Anschrift der Autorin oder des Autors enthalten. Bitte geben Sie für mögliche Rückfragen immer eine Telefonnummer an. Aus Platzgründen kann nicht jeder Brief veröffentlicht werden. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Leserzuschriften werden auch unter www.mainpost.de im Internet veröffentlicht, wenn es der Verfasser nicht ausdrücklich ausschließt.

    Diese und weitere Leserstimmen finden Sie auch im Internet unter mainpost.de

    Bearbeitet von Ulrich Kind

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (5)

      Kommentar Verfassen

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!