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    Kreis Haßberge

    Amtsgericht Haßfurt: Arbeiter kann Unterhalt nicht zahlen

    Ein 36-Jähriger aus dem Maintal stand vor Gericht, weil er nicht für seine Kinder gezahlt hatte. Der sah sich aber nicht in der Lage, das Geld aufzubringen.

    Wegen Verletzung der Unterhaltspflicht musste sich am Freitag ein 36-jähriger Arbeiter aus dem Maintal verantworten. Er war mit dem Unterhalt für drei Kinder, die er mit zwei Frauen hat, im Rückstand.

    Der Staatsanwalt warf ihm in der Anklageschrift vor, dass er in Zeiten, in denen er genug verdiente, um Unterhalt zu zahlen, seiner Verpflichtung hierzu nicht nachgekommen sei. Den Rückstand bezifferte der Anklagevertreter auf 4890 Euro. Der Angeklagte und sein Pflichtverteidiger räumten das auf Vorhalt von Richterin Ilona Conver ein. Der Anwalt wies darauf hin, dass bereits mehrmals der Lohn seines Mandanten gepfändet worden sei.

    Die Richterin sah in verschiedenen Zeiträumen den Tatbestand nicht erfüllt, da der Angeklagte teilweise nicht zu Zahlungen in der Lage gewesen sei. Hier regte der Staatsanwalt an, das Verfahren gegen eine Auflage einzustellen. Eine monatliche Geldauflage solle der Angeklagte an das Jugendamt Haßberge zahlen, um so auch den Unterhaltsrückstand zu vermindern. Das Gericht stellte fest, dass der Verdienst des Angeklagten für seine drei unterhaltsberechtigten Kinder nicht reichen würde. Der 36-Jährige legte dar, dass er bei einer Pfändung von 700 Euro für den Unterhalt nur noch 907 Euro zum Leben hätte. „Wenn mir nur 907 Euro bleiben, was soll da meine Motivation zur Arbeit sein?“, fragte er.

    Das Gericht beschloss daher, dass der Angeklagte 200 Euro im Monat an jedes seiner Kinder zu zahlen hat. Dazu kommt die Auflage, die er an das Jugendamt zu zahlen hat. „Wenn das klappt, ist das Verfahren beendet“, sagte die Richterin.

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