• aktualisiert:

    Bamberg

    Angeklagter schweigt vor Gericht zu Autodiebstählen

    Der mutmaßliche Auftraggeber mehrerer Taten in den Landkreisen Haßberge und Würzburg musste sich vor dem Landgericht verantworten. Der Vorwurf: Schwerer Bandendiebstahl.

    Drei Fahrzeuge derselben Baureihe, nämlich Peugeot 508 im Gesamtwert von knapp 68 000 Euro, wurden in der Nacht zum 29. August 2014 aus zwei Autohäusern in Haßfurt und Theilheim (Landkreis Würzburg) sowie von einem Privatmann aus Theres (Landkreis Haßberge) gestohlen. Seit Donnerstag muss sich ein 37-jähriger Pole vor dem Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirf ihm vor, der Drahtzieher der drei Diebstähle zu sein und seinen Komplizen die technischen Hilfsmittel besorgt zu haben, mit denen sie die Diebstähle begingen. Angeklagt ist er wegen schweren Bandendiebstahls.

    Der Angeklagte wurde aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Würzburg in Fußfesseln vorgeführt, wo er wegen eines anderen Vergehens einsitzt. Vor Gericht ließ er über seine beiden Anwälte verlauten, dass er an den in der Anklage aufgeführten Diebstählen nicht beteiligt gewesen sei. Ein mutmaßlicher Mittäter, der bereits für zwei andere Taten verurteilt wurde und ebenfalls aus der JVA vorgeführt wurde, hatte den Angeklagten jedoch bei einer Vernehmung im Jahr 2015 als Mittäter beschuldigt. Am Donnerstag verweigerte er vor Gericht die Aussage, um sich nicht selbst zu belasten.

    Ein Auto bleibt verschwunden

    Der ermittelnde Beamte der Kriminalpolizei Schweinfurt gab vor Gericht an, dass die Autodiebe alle drei Fahrzeuge auf dieselbe Art entwendet hätten. Die Täter schlugen die dreieckige Scheibe der Fahrertür ein und knackten mit sogenannten „Entwendungs-Tools“ die Wegfahrsperre der Fahrzeuge. Die Ermittler konnten die beiden Händlerfahrzeuge im Dreiländereck Deutschland, Polen, Tschechien und im Norden Tschechiens wenig später sicherstellen. Wie die Polizei auf die Spur der mutmaßlichen Täter kam, wurde vor Gericht nicht bekannt.

    Beim Auffinden der Fahrzeuge fiel den Ermittlern ein Entwendungs-Tool in die Hände, auf dem die Fahrgestellnummern der drei gestohlenen Autos sowie die jeweiligen Uhrzeiten der Diebstähle gespeichert waren. Demnach brachen die Autodiebe das erste Fahrzeug in Theilheim um 21.53 Uhr auf. Um 0.27 Uhr wurde der junge Fahrer südlich von Bautzen von einer Radarfalle geblitzt und die Polizei konnte ihn identifizieren. Das zweite Fahrzeug wurde exakt um Mitternacht bei einem Autohändler in Haßfurt gestohlen. Wie bereits zuvor in Theilheim schraubten die Diebe die Kennzeichen eines zugelassenen Fahrzeugs ab und montierten sie auf die gestohlenen Autos. Das dritte Fahrzeug wurde weit nach Mitternacht vor einem Wohnhaus in Theres gestohlen und ist bis heute verschwunden. Der Eigentümer erhielt von seiner Versicherung 19 000 Euro, wie er im Zeugenstand sagte.

    Verhandlung wird fortgesetzt

    Zwei der Diebe hatte die Polizei im Jahr 2015 festgenommen. Einer von ihnen gab zwei Diebstähle zu und belastete vor Gericht den Angeklagten als Auftraggeber. Wie bei der Gerichtsverhandlung bekannt wurde, ist ein weiteres Verfahren gegen den Angeklagten am Amtsgericht Würzburg anhängig, weshalb die Anwälte ihrem Mandanten rieten, kein Geständnis abzulegen. Die Verhandlung wird am 18. September fortgesetzt. Ein Urteil wird am 2. Oktober erwartet.

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!