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    Sand am Main

    Aus linker Perspektive: Arbeitsmarkt im Haßbergkreis diskutiert

    Zu einem Diskussionsabend hat Linkes Bündnis Haßberge eingeladen. Thema war der Arbeitsmarkt und die Beschäftigungslage im Haßbergkreis. Zu Beginn der Veranstaltung erinnerte Thomas Dietzel an den 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee, wie es in einer Pressemitteilung der Linken heißt.

    Die Zuhörer seien sich einig gewesen, dass Auschwitz kennzeichnend für die Verbrechen des deutschen Faschismus stehe. Die Frage sei allerdings, welche Schlüsse für die Gegenwart aus dieser Tatsache zu ziehen seien. Es gebe eine besorgniserregende Entwicklung in Deutschland, deshalb hält es das Linksbündnis für notwendig, sich in seiner nächsten Veranstaltung mit dieser Entwicklung zu befassen, zu der die Bundestagsabgeordnete Simone Barrientos am 19. Februar beim Linksbündnis zu Gast sein wird.

    Haßbergkreis stehe relativ gut da

    Gast bei dieser Zusammenkunft war IG-Metall-Sekretär Norbert Zirnsak, der über die Arbeitsmarktlage im Haßbergkreis referierte. Seine Worten zufolge, zeigte sich, dass der Haßbergkreis nicht losgelöst von der Gesamtentwicklung in Deutschland zu sehen sei. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse nähmen zu, wobei der Haßbergkreis – wie Bayern allgemein - noch relativ gut dastehe. Im Detail bedeute dies eine Ausweitung der Leiharbeit bundesweit, ebenso wie die Zunahme unfreiwilliger Teilzeitarbeit. Daraus folge auch eine Zunahme der Mehrfachbeschäftigungen. Insgesamt seien in Deutschland ein Viertel aller Beschäftigten im Niedriglohnsektor  tätig.

    Eine Forderung der politischen Linken sei es, prekäre Arbeitsverhältnisse abzuschaffen, dies auch im Hinblick auf die spätere Rente, und Alternativen auf dem Arbeitsmarkt zu entwickeln. Hierzu kam aus dem Publikum der Hinweis, sich die französischen Arbeiter zum Vorbild zu nehmen, da es dort ein besseres Klassenbewusstsein gebe, so die Mitteilung weiter.

    Mitbestimmungsdialog sei machbar

    Für den Kreis Haßberge müsse nach wie vor gelten, dass Aufträge des Kreises nur an Betriebe mit Tarifbindung vergeben würden. Auch der Hinweis aus dem Publikum wurde diskutiert, dass Aufträge der Öffentlichen Hand an den wirtschaftlichsten Anbieter zu vergeben seien. Der Begriff der Wirtschaftlichkeit sei aber auch so zu interpretieren, dass die Lohnabhängigen einen existenzsichernden Lohn erhalten müssten.

    Machbar auf Kreisebene sei ein Mitbestimmungsdialog, an dem Landrat, Gewerkschaft und Betriebsräte teilnehmen sollten, um rechtzeitig auf Veränderungen in der Arbeitswelt informiert zu sein. Desweiteren kam aus dem Publikum die Anregung, die Aktivität des Berufsschulbeirats des DGB zu intensivieren. Gerade junge Menschen, die in Kürze ins Arbeitsleben einträten, müssten über Aufgaben und Möglichkeiten der Gewerkschaften informiert werden. Dazu wurde zum Beispiel ein Infostand des DGB speziell für Berufsschüler im Umfeld der Berufsschule vorgeschlagen.

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    Bearbeitet von Michaela Stumpf

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