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    KREIS HASSBERGE

    Ausgezeichnet: Staatsmedaille für drei verdiente Männer

    Die Staatsmedaille in Bronze des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erhielten Josef Bauer (Zweiter von links) aus Westheim, Wendelin Jooß aus Geusfeld und Karl Dietz aus Dörflis von Ottmar Potzelt, dem Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung. Mit im Bild Landrat Wilhelm Schneider (links).
    Die Staatsmedaille in Bronze des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erhielten Josef Bauer (Zweiter von links) aus Westheim, Wendelin Jooß aus Geusfeld und Karl Dietz aus Dörflis von Ottmar Potzelt, dem Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung. Mit im Bild Landrat Wilhelm Schneider (links). Foto: Michael Mößlein

     

    Als „drei sehr verdiente Männer“ bezeichnete Landrat Wilhelm Schneider am Dienstagnachmittag Josef Bauer aus Westheim, Karl Dietz aus Dörflis und Wendelin Jooß aus Geusfeld. Aus gutem Grund. Schließlich überreichte Ottmar Porzelt, der Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Unterfranken, den Dreien im Landratsamt in Haßfurt im Rahmen eines Festaktes die Bayerische Staatsmedaille in Bronze. Im Vordergrund standen deren herausragende Verdienste und persönlicher Einsatz in der Dorferneuerung und Flurneuordnung.

    So sieht sie aus, die Staatsmedaille in Bronze.
    So sieht sie aus, die Staatsmedaille in Bronze. Foto: Michael Mößlein

    Diese hohe Auszeichnung aus dem Haus von Helmut Brunner, dem Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, ist kein Abzeichen, das Ehrenamtliche oder Vereinsmeier allein dadurch erlangen, indem sie in einer Sache lange genug durchhalten oder jahrzehntelang brav ihren Mitgliedsbeitrag zahlen. Die Staatsmedaille wird nur alle drei bis vier Jahre vergeben, an ausgewählte Menschen. In diesem Jahr gab es in Unterfranken nur sieben bronzene Staatsmedaillen, von denen gleich drei in den Haßbergkreis gingen, berichtet Amtsleiter Porzelt.

    Die Ausführung in Silber gab es dieses Jahr drei Mal; eine davon erhielt vor kurzem, wie berichtet, Hofheims Bürgermeister Wolfgang Borst.

    Wer eine Staatsmedaille erlangen möchte, muss also – im positiven Sinne – einiges auf dem Kerbholz haben. „Es sind mittlerweile nur noch wenige, die so lange in der Flurbereinigung aktiv sind, wie die heute Geehrten“, erklärte Porzelt. Zum Teil liefen Flurbereinigungsverfahren 30 bis 35 Jahre. Allein diese Zeitspanne verdeutlicht, welche Leistung und welch „hoch qualifizierte ehrenamtliche Arbeit“, wie Porzelt es nannte, die Geehrten für ihre Heimat investiert haben. „Unsere Gesellschaft und unser Land braucht Menschen wie Sie“, rief er den drei Männern zu.

    Die Vorschläge für die Vergabe der Staatsmedaille stammen von den Teilnehmergemeinschaften Flurneuordnung und Dorferneuerung sowie vom Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken. Entschieden hat das Ministerium in München, erläuterte Porzelt.

    „Hohes Hintergrundwissen“

    Einen Einblick in die Verdienste der Geehrten erlauben die Würdigungsreden Porzelts. Josef Bauer habe maßgeblich dazu beigetragen, die Dorferneuerung Westheim in äußerst kurzer Zeit abzuwickeln. Er war seit der ersten Wahl bis zur Schlussfeststellung örtlich Beauftragter der Teilnehmergemeinschaft Westheim 2. „Er war stets sehr kompetent und hat ein hohes Hintergrundwissen“, lobte Porzelt. Bauer habe abwägend und lösungsorientiert frühzeitig Probleme aufgezeigt, die so schnell zu lösen waren.

    Er habe zudem beim Straßenbau sehr vermittelt, bei der Planung sowie bei der Umsetzung; dank ihm seien Schwierigkeiten „sofort in guter Weise, pragmatisch und gerecht“ gelöst worden. Stets habe er in der Dorferneuerung auf Qualität, aber auch auf kostengünstige und praktikable Lösungen gedrungen. „Er kümmerte sich durch seine guten Kontakte zur Gemeinde Knetzgau darum, dass auch nach dem Bau die Flächen und Grünanlagen gepflegt werden“, so Porzelt. Bauer vermittelte bei der Bodenordnung in Westheim zwischen 60 Grundbesitzern und der Gemeinde.

    Neben seinem Engagement für die Dorferneuerung gehörte Bauer als Vorsitzender von 1985 bis 2016 dem Vorstand der Flurbereinigungsgenossenschaft Westheim an. Über 30 Jahren ist er Vorstandsmitglied der Jagdgenossenschaft und seit sechs Jahren Jagdvorsteher. Von 1996 bis 2014 saß er im Gemeinderat und von 1970 bis 1989 war er Kommandant der Feuerwehr Westheim. „Westheim hat – auch und gerade durch das Engagement von Josef Bauer – deutlich an Attraktivität gewonnen. Dies ist ein Gewinn der Heimat“, sagte Porzelt.

    Karl Dietz ist laut Porzelt während der gesamten Laufzeit der Flurneuordnung und Dorferneuerung Dörflis von 1979 bis heute örtlich Beauftragter der Teilnehmergemeinschaft. Darüber hinaus war er lange Jahre Ortsobmann des Bayerischen Bauernverbands, bis zur Gebietsreform 1978 war er im Gemeinderat Dörflis und von 1984 bis 2008 im Königsberger Stadtrat. Als Ortssprecher von Dörflis trug er zur sehr guten Zusammenarbeit der Teilnehmergemeinschaft und der Stadt Königsberg bei und verkürzte Kommunikationswege, erklärte Porzelt. „Bei Unstimmigkeiten oder Problemen im Verfahrensablauf hat er stets nach Lösungen gesucht und war dabei auf Ausgleich bedacht.“

    Seine Orts- und Menschenkentnisse sowie sein Sachverstand als Landwirt beförderten die umfangreichen Bautätigkeiten in der Feldflur, im Ortsbereich und bei der Neuordnung der Grundstücke.

    „Aktiv mitgearbeitet“

    Ab 1983 bekleidete Wendelin Jooß während der gesamten Verfahrenslaufzeit der Flurneuordnung Geusfeld 2 das Amt des örtlich Beauftragten der Teilnehmergemeinschaft und war immer auf Ausgleich und auf gerechtes Handeln bedacht, stellte Porzelt heraus. „Er hat nicht nur organisiert, sondern aktiv mitgearbeitet und die Abmarkungsarbeiten koordiniert.“

    Als Feldgeschworener gehört er seit 1986 dem Kreisvorstand der Feldgeschworenen an. Von 2000 bis 2016 war er Obmann und wirkte so bei umfangreichen Vermessungen und Grenzregelungen in der Flur und im Ortsbereich mit, was über Jahre hinaus Rechtssicherheit und Rechtsklarheit der Grundstücksgrenzen gewährleiste. In Streitfällen und insbesondere bei einer komplexen Widerspruchsverhandlung habe Jooß vermittelnd und ausgleichend gewirkt, berichtete Porzelt.

    Jooß war zudem mehrere Jahre Mitglied des örtlichen Jagdvorstands.

     
     
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