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    EBELSBACH

    Außergewöhnlicher Ohrenschmaus in Gleisenau

    Zahlreiche Jäger waren mit ihren Hunden zur Messe gekommen. Foto: Günther Geiling

    Viele Besucher kamen am Sonntagabend in die Pfarrkirche St. Maria Magdalena in Ebelsbach. Im Altarraum strahlte zwischen Geweihstangen ein leuchtendes Kreuz. Es stand als Symbol für die Hubertus-Messe, zu der die Jagdhornbläsergruppe Ebern gemeinsam mit der Kirchengemeinde Ebelsbach eingeladen hatte. Zur Ehre Gottes und zur Erinnerung an den Heiligen Hubertus erklangen an diesem Abend statt der Orgel die Parforcehörner der Jagdhorngruppe.

    Aus Sicht des Jägers ist der Herbst Hochsaison. Neben Treibjagden gilt auch die Hubertusmesse als Höhepunkt des Brauchtums. Pfarrer Dr. Mathias Rusin gab denn auch bei seiner Begrüßung seiner Freude Ausdruck, dass so viele Jagdfreunde und Naturschützer den Weg zu dieser Messe gefunden hätten. Mit dem „Introitus“-Stück zogen Jäger mit ihren Hunden, aber auch Teilnehmer der Greifvogelstation aus Stettfeld mit Falken und Adler in den Altarraum ein.

    Handliches Instrument

    Die kleineren Jagdhörner kommen bei der Jagd als Signalhörner zum Einsatz. Verschiedene Signale wie „Aufbruch zur Jagd“ oder „Jagdvorbei“ zeigen den Verlauf einer Jagd an. Durch ihre Handlichkeit können sie auch ohne zu stören an einem Lederriemen auf der Jagd mitgetragen werden.

    In der Messe in Ebelsbach waren die Bläser aber mit den größeren Parforce-Hörnern ausgestattet, das als eines der schwierigsten Blasinstrumente gilt, da alle Töne mit den Lippen und durch Stopftechnik gebildet werden. In Ebelsbach präsentierte die Jagdhornbläsergruppe Ebern unter Leitung von Reinhold Lösslein die Liturgische Musik für Parforce-Hörner in der Fassung von Reinhold Stief, die als „Klassiker der Hubertusmessen“ gilt.

    Gleich zu Beginn zeigte sich beim „Jubilierenden Gloria“ dieser besondere Hörgenuss. Mit ihrem der Beschränkung auf die Naturtonreihe geschuldeten rauen und archaischen Klang und dem signalhaften Charakter der Musik beschwörten die ventillosen Naturhörner Bilder der Jagd, des Waldes und der Natur herauf und erfüllten den Kirchenraum mit einem besonderen Klang. Dabei führten auch Solopassagen immer wieder zu einem eindrucksvollen gemeinsamen Akkord. Beim „Choral“ stimmen immer wieder Bassstimmen gediegen die Melodie an und vereinigten sich dann mit den höheren Tönen zu einem gelungenen Gesamtklang.

    Kein Kostverächter

    Pfarrer Dr.Mathias Rusin stellte bei seiner Predigt heraus, dass sich die Menschen in den Novembertagen immer wieder mit der Vergänglichkeit des Lebens beschäftigen. Im Mittelpunkt stand das Schriftwort des Evangeliums mit dem Zöllner Zachäus, der sogar auf einen Maulbeerbaum stieg, um Jesus zu sehen.

    Über ihn kam er auch zur Biografie des Heiligen Hubertus, der sich während seines Lebens auch in allerlei weltliche Vergnügen stürzte, besonders der Jagdleidenschaft erlegen war und fast keine größere Jagdgesellschaft ausgelassen hat.

    Doch dann sollte sich auch beim ihm sein Leben um 180 Grad drehen, als er bei einem seiner Jagdausflüge in den Ardennen einem kapitalen Hirsch nachstellte. Als Hubertus zum Bogenschuss ansetzte, habe er plötzlich zwischen den Geweihstangen des Hirsches ein leuchtendes Kreuz erblickt und eine geheimnisvolle Stimme vernommen. Sie habe ihn ermahnt, neben den weltlichen Vergnügen das ewige Leben nicht zu vergessen.

    Dr. Rusin sprach in diesem Zusammenhang von einem großen Glück für Hubertus und einem vielfachen Glück für die Jäger. Hubertus sei dann Priester und Bischof von Maastricht geworden und bis heute sei er der Schutzpatron der Jäger. Damit sei er auch ein Vorbild für die Jäger und ihre besondere Verantwortung für die Schöpfung. Die Schöpfung sei nämlich wichtiger als die Leidenschaft der Jagd.

    Gemeinde stimmt mit ein

    Kraftvoll schmetternd erklangen die Hörner bei den „Glocken“ zur Wandlung, die Bläser intonierten auch das „Gebet der Jäger“ und „Kommt zum großen Abendmahle“. Aber auch die Gemeinde war beim „Sanctus-Lied“ oder „Großer Gott wir loben dich“ eingeladen, gemeinsam mit den Horntönen in die Lieder einzustimmen.

    Den Abschluss bildeten dann die zwei bekannten Titel „Großes Halali“ und der „Hubertusmarsch“, in dem die Bläser noch einmal alle Möglichkeiten mit ihren Instrumenten aufzeigten.

    Großer Beifall war der Lohn für diesen besonderen musikalischen Hörgenuss.

    Die Jagdhornbläsergruppe Ebern unter Leitung von Reinhard Lösslein erhielt viel Beifall für die Gestaltung der Messe. Foto: Günther Geiling

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