• aktualisiert:

    BAMBERG

    Bamberg: Was auf dem Lagarde-Campus geschieht

    Schweres Gerät sorgt dafür, dass bisher militärisch genutzte Flächen auf dem Lagarde-Campus in Bamberg entsiegelt werden. Foto: Marion Krüger-Hundrup

    Seit dem Abzug des US-Militärs steht die Stadt Bamberg vor der Mammutaufgabe, die rund 19 Hektar Konversionsfläche der Lagarde nicht nur zu entwickeln, sondern auch ins bestehende Stadtgefüge zu integrieren. Erste Projekte wurden bereits umgesetzt, und die Pläne für die Baufelder im Westteil sowie die ehemaligen Stallungen an der Zollnerstraße stehen. Wie es dort nun ausschaut, konnten die Bamberger an einem „Tag der offenen Tore“ auf dem Lagarde-Campus selbst in Augenschein nehmen.

    Dieser „Tag der offenen Tore“ soll nicht der letzte gewesen sein. „Der Erfolg der Veranstaltung verpflichtet dazu, die Führungen zu wiederholen, um den Prozess bürgernah und transparent zu machen“, erklärte jedenfalls Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) gegenüber unserer Zeitung. Die offenen Tore seien wichtig, um der Bevölkerung einen Eindruck vom Fortschritt der Konversionsfläche zu vermitteln, fügte Starke hinzu und sprach von einer „ungeheuren Dynamik“, die in diesem Gebiet stecke.

    Nun ist Dynamik nicht visuell greifbar. So sahen die Besucher beim Durchschreiten des Eingangstores an der Weißenburgstraße zunächst auch nur eine große Brachfläche mit Wasserpfützen und still stehenden Baggern. Alles gesäumt von den Backsteingebäuden der früheren militärischen Liegenschaft. Umso lebhafter ging es in der ehemaligen Reithalle zu: An mehreren Info-Ständen bekamen die Interessierten einen Eindruck davon, was auf dem Lagarde-Campus eines Tages entstehen soll: nämlich ein lebendiges Stadtviertel mit einer Mischung aus Wohnen, Dienstleistung und Kultur.

    „Bamberg wird aufgewertet!“ meinte etwa Brigitte Pfänder, die wie ihre Bekannte Elfriede Engert-Fuchs in unmittelbarer Nähe des Campus‘ wohnt, aber „noch nie darin war“, wie sie sagte. Der Tag der offenen Tore sei eine „gute Gelegenheit, die sich angeboten hat“. Besonders freut die beiden Damen, dass nun „mehr Wohnraum entsteht“. Und dass das angedachte Kulturquartier Lagarde auch Oster- und Weihnachtsmärkte bieten könnte neben all den anderen Möglichkeiten für Kreative.

    Tausend Wohnungen: „Wohnen für alle“

    Umlagert ist das Mini-Modell mit Häusern, Grünflächen, Straßen. „Wohnen für alle“ mit rund tausend Wohnungen – in Bestandsgebäuden und Neubauten – lockt an. Jedoch nicht nur solche Bamberger, die händeringend nach einer passenden Wohnung suchen. „Einziehen will ich hier nicht, ich interessiere mich nur generell für die Entwicklung von Stadtteilen“, erklärte eine Frau, die Zeit für das Lesen der Info-Tafeln mitgebracht hatte.

    Ein steter Besucherstrom zog auch am Stand des künftigen Digitalen Gründerzentrums Lagarde1 vorbei: „das zweite Standbein der IGZ Bamberg GmbH“, wie dessen Prokurist Mario Mages aufklärte. 2021 solle das neue Zentrum eröffnet werden. Und schon jetzt gebe es „eine lebhafte Szene, die sich interessiert, die wir aber noch vertrösten müssen“, bedauerte Mages. Er sei jedoch zuversichtlich, dass „wir voll werden“. Also „voll“ mit Existenzgründern, digitalen Start-ups oder neuen, technologiebasierten Produkten für Dienstleistungen und Geschäftsideen. Auch dem Austausch zwischen etablierten Unternehmen und der Wissenschaft stehe Lagarde1 dann offen.

    Während der drei jeweils einstündigen Führungen durch das Gelände erfahren die Marschierer mehr über die genauen Standorte der einzelnen Planungen. Auch das Medical Valley Center Bamberg gehört dazu, ein weiteres Plus für ein modernes Stadtquartier auf 19 Hektar im Bamberger Osten.

    Blick hinter die Absperrungen des Lagarde-Geländes: Besonders das Thema „Wohnen für alle“ interessierte die Besucher. Foto: Marion Krüger-Hundrup

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!