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    HAßFURT

    Bei den Haßfurter „Hawks“ sind derzeit viele Fragen offen

    Wer wird nächstes Jahr für die „Hawks“ auflaufen? Wer wird das Team trainieren? Wie viele Kontingentspieler darf der Verein einsetzen? Es gab viele Fragen, auf die die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung auf eine Antwort gehofft hatten. Doch nach wie vor herrscht bei vielen Aspekten für die neue Saison wenig Klarheit. Foto: Ralf Naumann

    Dürfen die Haßfurter „Hawks“ in der kommenden Landesligasaison nun offiziell – also mit dem „Segen“ des Bayerischen Eissportverbands (BEV) – mit mehr als zwei Kontingentspielern auflaufen, oder nicht. Sportlicher Leiter Martin Reichert konnte diese seit Monaten offene Frage auch bei der Jahreshauptversammlung des ESC Haßfurt am Donnerstag nicht endgültig beantworten. Nur soviel: „Wir, beziehungsweise die Anwaltskanzlei, haben darauf hingewiesen, dass es schön wäre, vor dem Saisonstart ein Urteil zu haben.“ Den 35 anwesenden Mitgliedern teilte der 55-Jährige den aktuellen Stand des immer noch laufenden Rechtsstreits mit dem BEV mit. Der ESV Burgau habe die Klage, auch im Namen des ESV Waldkirchen und des ESC Haßfurt, beim Landgericht 1 in München abgegeben. Wann diese Klage verhandelt wird, könne man „leider nicht beeinflussen, da wir nicht wissen, welcher Richter dieser Klage zugeteilt wird“, bat Reichert weiter um Geduld.

    Kader mit 22 Spielern

    Mehr Neuigkeiten gab es auch bezüglich der weiteren Zusammensetzung des Landesligakaders nicht. Anfang August soll die Trainerfrage und deren Lösung präsentiert werden. Bislang sind mit den Torhütern Martin Hildenbrand, Timo Jung und Jens Dietz, den Verteidigern Daniel Hora, Alexander Stahl, Pascal Marx und Lukas-Andreas Thebus sowie den Stürmern Michal Babkovic, Michael Breyer, Christian Dietrich sowie dem ersten Neuzugang David Hornak, elf „Hawks“ bekannt. Dazu sollen noch weitere Spieler nach und nach bis zur Saisoneröffnung bekannt gegeben werden. „Nach den Erfahrungen der letzten Jahre werden wir in der Saison 2019/2020 mit einem Kader von 22 Spielern in die Saison starten“, betonte Reichert.

    Ordentliche Umsatzsteigerung

    Finanzvorstand Jens Amarell informierte über die finanzielle Entwicklung des Vereins im abgelaufenen Geschäftsjahr und gab bekannt, dass sich der Umsatz um mehr als 22 Prozent gesteigert hat. Ursächlich waren Mehreinnahmen durch Sponsoring, die positive Entwicklung der Zuschauerzahlen und letztlich auch „angepasste Preise bei Eintritt sowie Speisen und Getränke“. Ein dickes „Aber“ schob er gleich hinterher: Bei den Ausgaben habe es einen Sprung in gleicher Höhe gegeben. Für die größte prozentuale Steigerung seien Steuern und Sozialabgaben verantwortlich gewesen. Das Gesamtergebnis könne sich „trotzdem sehen lassen. Im vierten Jahr in Folge gab es ein kleines Plus. Somit ist der Verein in finanzieller Hinsicht geordnet und am Ende dieses Jahres mit der Ablösung des letzten Darlehens auch schuldenfrei“, sagte Jens Amarell. Derweil ist die Mitgliederzahl des ESC Haßfurt seit der vorherigen Versammlung um 20 angestiegen. Für Vorstandsmitglied Andreas Kurz allerdings nicht nur ein Grund zur Freude, denn „gerade in der von uns so beworbenen Altersklasse der Sechs- bis Zehnjährigen haben wir leider nicht die Steigerungsraten, die wir uns erhofft haben.“ Ein positiver WM-Silbermedaillen-Effekt der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft bei Olympia 2018 in PyongChang sei ausgeblieben. Zum anderen würden die eingeleiteten Maßnahmen aus dem vergangenen Jahr, beispielsweise die verminderten Mitglieds- beziehungsweise Sparten-Beiträge, „noch nicht fruchten. Hier sind noch weitere Aktionen notwendig.“

    Viele Jugendteams am Start

    Nachwuchsleiter Frank Terhar schlug in die gleiche Kerbe. „Auch wenn wir mit unseren fünf Nachwuchsmannschaften durchweg gute Ergebnisse erzielt haben, Höhepunkt hier war sicher die Meisterschaft der U 20, wird die Luft gerade bei den jungen Jahrgängen immer dünner.“ Dennoch werde der ESC Haßfurt in der kommenden Saison neben der U 9, der U 11, der U1 3 (wieder als Spielgemeinschaft mit Bad Kissingen), der U 15 und der U 20 mit der neugebildeten U 17 (mit dem EHC Bayreuth wird ebenfalls eine Spielgemeinschaft gebildet) eine zusätzliche Mannschaft melden. „Um auch alle Möglichkeiten zu nutzen, wird die U 15 mit einer Förderlizenzregelung, ebenfalls in Kooperation mit dem EHC Bayreuth, ausgestattet“, gab Terhar bekannt. „Wir haben vor allem bei der Gewinnung von Nachwuchsspielern noch eine Menge Arbeit“, fügte Kurz hinzu, der die Kooperation mit den Schulen sowie die Schlittschuhlaufkurse in den Ferien als „bereits sehr hilfreich“ bezeichnete. „Aber wir dürfen nicht nachlassen, um die Zukunft zu sichern.“ Die Steigerung bei den Einnahmen bezeichnete Andreas Kurz als „sehr, sehr positiv. Aber auch hier müssen wir immer schauen, wie wir die Ausgaben senken können, um noch mehr in die Infrastruktur und den Gesamtverein investieren zu können.“

    Für die Eiskunstlaufabteilung berichtete Maria Heß unter anderem von Problemen mit der Eislaufunion. Durch die „hohen Anforderungen“ gebe es „Schwierigkeiten, Trainer zu finden“. Holger Endres für die Marketingabteilung sowie in Vertretung Andreas Kurz für die Bewirtungsabteilung schlossen mit ihren Rückblicken das Vereinsgeschehen. Mit Tom Lohs, für die Eingliederungsverhandlungen der Hobbymannschaft „Entgleisung“ als neue 1b-Mannschaft beim ESC verantwortlich, stellte noch die Planungen vor und beantwortete Fragen. Das jährliche Vereinsfest mit Spielen für die Kinder findet am Freitag, 26. Juli, ab 16 Uhr im Eisstadion statt.

    Martin Reichert (rechts) war in der vergangenen Saison noch als Trainer bei den „Hawks“ aktiv. Als Sportlicher Leiter informierte er jetzt über die Planungen für die kommende Landesligasaison. Einen Nachfolger für den Trainerposten konnte er noch nicht präsentieren. Foto: Ralf Naumann

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