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    SCHÖNBACH

    „Bergmesse“ auf dem Hünenhügel: Würzbüschel bilden Pyramide

    Pfarrer Kaczmarek segnete die von den OGV-Frauen gebundenen Würzbüschel. Foto: Günther Geiling

    Jährlich an Mariä Himmelfahrt wird der Hünenhügel, die mit 362 Metern höchste Erhebung zwischen Gleisenau und Schönbach, von Besuchern regelrecht überzogen, zur Bergmesse mit Weihe der Würzbüschel. Etwa 350 Besucher aus der ganzen Umgebung kamen auf den Hügel mit der Marienstatue, der als einer der schönsten Aussichtspunkte im Haßbergkreis gilt.

    Zu seinem 75-jährigen Bestehen hatte der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Schönbach genau an diesem herausragenden Punkt eine Marienstatue errichtet, die den Namen „Mutter Natur“ erhielt. Der damalige Pfarrer von Ebelsbach regte an, alljährlich hier zur Kräuterweihe einzuladen. Seit 2001 erfreut sich die „Bergmesse“ großer Beliebtheit.

    Auch am Mittwoch strömten die Besucher auf den Hügel und sahen von weitem neben der Madonna die große Pyramide mit den Kräuterbüscheln. Die Vorsitzende des OGV Schönbach, Ingrid Markert, dankte den Frauen des Ortes, die tags zuvor die Büschel gebunden hatten. „Aufgrund der großen Trockenheit und Hitze war es für die Frauen gar nicht so einfach, die Gräser und Kräuter zu finden, die man für richtige Kräuterbüschel braucht. Aber am Ende waren wir alle glücklich, dass wir doch fast 300 bunte Sträuße zusammen hatten.“

    Sie sagte, dass die Teilnehmer einer solchen Kräuterweihe an anderen Orten ihre Kräuterbüschel selbst mitbringen müssten – hier erhielten sie welche vom Veranstalter. Pfarrer Thadeusz Kaczmarek segnete die Büschel und Gemeindemitglieder stellten in ihren Fürbitten die Kräuter in ihrer Wirkung vor. In seiner Festpredigt meinte er, „die Schönheit der Natur, der Blumen und Kräuter, zeigt uns, wie schön die Schöpfung ist. Maria hat auf Erden auf das Wort Gottes vertraut und lädt uns ein, den königlichen Weg des Dienens zu gehen.“

    Dabei seien wir so etwas wie Pilger, die unterwegs zu einem Ziel seien. Wichtig sei, dass wir dieses Ziel nicht aus den Augen verlören. „Der Himmel als Wohnort Gottes, von Maria und den Heiligen ist etwas, was wir uns nicht vorstellen können. Das Himmelreich, wie es uns Jesus verkündet hat, ist aber nicht fern von uns.“ Maria sei eine von uns geworden und verbinde Erde und Himmel miteinander. Wer sich dem Glauben zuwende, dürfe die Nähe des Himmelreiches erfahren.

    Die 300 Würzbüschel waren kunstvoll zu einer Pyramide zusammengebaut. Sie fanden sehr schnell ihre Abnehmer gegen eine Spende. Einer dieser schönen Kräuterbüschel war aber rechtzeitig reserviert worden für Pfarrer Otmar Pottler, der jetzt als Wallfahrtspfarrer in Limbach tätig ist.

    Als Erinnerung an seine Initiative zur Gründung dieser „Bergmesse“ binden die Schönbacher alljährlich an einen Stab diesen Würzbüschel und bringen ihn zu Pfarrer Pottler, der sich darüber immer wieder sehr freut.

    Auf dem Hünenhügel herrschte anschließend großer Festbetrieb und die Helfer des OGV bewirteten ihre Gäste, die die herrliche Natur und den Blick in die Landschaft genossen. Die „Harmonie“ Ebelsbach und die „Lustigen Dorfmusikanten“ aus Krum unter Leitung von Roland Schneiderbanger umrahmten die Veranstaltung.

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