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    KRAISDORF

    Besuch in den Haßbergen ist für den Minister Entspannung

    Kurzweilig brachte Albert Füracker seine politische Botschaft an die zahlreichen Zuhörer. Foto: Günther Geiling

    „Ich sehe Ihre Bemühungen und was Ihr mit Eurem wenigen Geld anstellt, ist schon sensationell. Dazu kommt, dass man dann keine Stabilisierungshilfen erhält. Aber seid froh. Stabilisierungshilfen sind die Sozialhilfe für die Gemeinden und es ist gut, wenn Ihr sie nicht braucht. Wir helfen und machen schon etwas über den Finanzausgleich und der ist von 7,9 Mrd Euro im Jahre 2013 auf 9,53 Mrd Euro in diesem Jahr angestiegen. Die Kommunen haben noch nie so viel Geld bekommen wie derzeit.“ Dies betonte der Bayerische Finanzminister Albert Füracker bei einem Bürgerfest des CSU-Kreisverbandes Haßberge und des CSU-Ortsverbandes Pfarrweisach in Kraisdorf.

    Im Rahmen eines Empfanges im Saale der Gastwirtschaft Bühler durch die Gemeinde stellte Bürgermeister Ralf Nowak seine Gemeinde Pfarrweisach vor. Finanzielle Sorgen bereite die Gemeindeverbindungsstraße von der B 279 zur B 303, bei der man für den ersten Teilausbau 1 Mio Euro angesetzt habe, für die Einmündung noch einmal 285 000.

    MdL Steffen Vogel stellte in seinem Grußwort heraus, dass man bewusst nach Kraisdorf gekommen sei, um den Heimatminister mit Problemen von kleinen Dörfern zu konfrontieren. Die Gemeinde sei überfordert, wenn sie in so eine Baumaßnahme wie die Gemeindeverbindungsstraße investieren müsse.

    Landrat Wilhelm Schneider sprach der Gemeinde Pfarrweisach ein Lob aus. „Wir haben Ortschaften, wo die Dorfgemeinschaft gelebt wird, und da sticht Kraisdorf heraus. Die Gemeinde kommt mit ihren geringen Mitteln ganz gut zurecht, aber viele Anträge am Ratstisch müssen abgelehnt oder vertagt werden. Sie haben einen Stabilisierungsantrag gestellt, aber die nackten Zahlen haben dagegen gesprochen, weil die Gemeinde so sparsam wirtschaftete.“ Deswegen bat er darum, bei der Gemeindeverbindungsstraße alle Möglichkeiten auszuschöpfen, denn jedes Prozent mehr helfe der Gemeinde.

    Finanzminister Albert Füracker zeigte auch Verständnis, dass die Gemeinde durch den Bau der Gemeindeverbindungsstraße sehr gefordert sei. In dieser Sache sei jedoch das Bauministerium am Zug und die sollten sich auch nach seiner Meinung anstrengen. Dies sei jedoch nicht immer einfach, denn es würden ja auch sofort Vergleichsfälle herangezogen.

    „Die Verteilung der staatlichen Mittel war noch nie so gut“, begann Landrat Schneider, was Minister Albert Füracker als „Zuckerbrot“ auffasste, dem bestimmt das berühmte „aber“ folge. Und so war es auch. „Ja, aber wir haben Probleme, dass uns die jungen Leute weggehen.“ Man sei auch umzingelt von Unis oder Technologiezentren und der Landkreis Haßberge sei ein weißer Fleck in dieser Beziehung. „Wir wären dankbar für einen Fachhochschulstandort, eventuell ein Technologietransferzentrum oder auch für ein unabhängiges Institut. Die Haßberge können immer etwas gebrauchen.“

    Der Gemeindeempfang wurde mit dem Eintrag des Ministers in das „Goldene Buch“ der Gemeinde Pfarrweisach abgeschlossen und danach ging es in einem Spaziergang durch das Dorf zum Bürgerzentrum, wo rund 80 Bürger und Gäste auf die Abordnung der Landes- und Kommunalpolitiker warteten. Die „Kraisdorfer Blasmusik“ unter Leitung von Gerhard Eller spielte dabei auf.

    MdL Steffen Vogel bezeichnete Kraisdorf als einen besonderen Ort mit einer engagierten Dorfgemeinschaft. So gebe die Gemeinde alljährlich 5000 Euro Zuschuss für das Schwimmbad und der übrige Betrieb werden vom Schwimmbadverein getragen Auch die „rührige Feuerwehr“ und die „klasse Musikapelle“ unterstrichen dieses bürgerschaftliche Engagement. Von der Politik her sei es das Ziel, gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen. „Wir versuchen dabei, der Bevölkerung Mut zu machen, ihre Stärken besser herauszustellen.“

    Albert Füracker bezeichnete er als eine „Idealbesetzung für das Finanz- und Heimatministerium“, weil er als Oberpfälzer ein besonderes Gespür für den ländlichen Raum habe. „Wir können BMW nicht vorschreiben, wo sie sich niederlassen, aber wir können dies mit unseren Behörden. Nach Ebern die Landesbaudirektion für ganz Bayern mit 100 qualifizierten Stellen zu verlegen, das ist das, was der Staat machen kann. Damit haben wir einen Akzent gesetzt und Anreize geschaffen, dass Leute hier bleiben.“

    Mit den Worten „dass an einem Donnerstagabend in einem kleinen Ort so ein Bürgerfest stattfindet und es so viele Menschen gibt, die einem Minister zuhören wollen, hätte ich nicht für möglich gehalten“, eröffnete der Finanzminister seine Rede auf dem Festplatz vor dem Bürgerzentrum. Dabei gab es natürlich auch Lob für die Politiker aus diesem Raum wie für seinen Vorgänger im Finanzministerium, Staatssekretär a.D. Albert Meyer, aber auch für MdL Steffen Vogel („Der kämpft für seinen Stimmkreis und braucht immer etwas für seine Heimat“).

    Hierher zu fahren, bedeute für einen Minister Entspannung. „Auch ich komme aus einem Dorf mit 150 Einwohnern und aus einer Gegend, die nicht so in der öffentlichen Aufmerksamkeit steht. Aber wir sind stolz auf unsere Heimat. Stolz auf Bayern und Franken zu sein, ist das, was uns zusammenhält. Es gibt wohl kein Land auf der Welt, wo die Menschen besser leben als bei uns. Wir haben uns ein Land geschaffen, um das uns viele beneiden.“ Das sei aber nicht einfach so von oben gekommen, sondern durch den Fleiß und das Engagement der Menschen erreicht worden.

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