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    BREITBRUNN

    Breitbrunn: Wie ein Rockfestival sein Ende feiert

    Die Band „Escalation“ aus Nürnberg überraschte beim Heilig-Länder-Rock in Breitbrunn dieses Jahr unter anderem mit dem Einsatz von Saxophon und Posaune. Foto: Christian Licha

    Sein zehnjähriges Jubiläum konnte der Heilig-Länder-Rock in Breitbrunn feiern. Das Festival, das Jahr für Jahr zahlreiche Rockfans aus ganz Franken anlockte, feierte damit allerdings auch gleichzeitig seinen Abschied. Noch ein letzte Mal bekamen die Zuschauer am Samstag acht Stunden nonstop ein hochklassiges Musikprogramm geboten. Neun Bands der verschiedensten Rockrichtungen heizten dem Publikum mächtig ein.

    Doppelte Schlagzeug-Power

    Einer der Hauptacts war „Escalation“ aus Nürnberg. Mit Indie, Punk und Elektro zeigten die sieben Musiker ihre Vielseitigkeit. Gitarrenriffs im Stil der Arctic Monkeys trafen auf massive Synthesizer-Flächen und hookige Bläser. Die Songs bewegten sich spielerisch zwischen Rave und schwitzigem Club-Moshpit.

    Ein wahres Heimspiel hatte „Fuckin' Cords“ aus Neubrunn. Die seit 22 Jahren bestehende Formation brachte erstklassigen Punk 'n' Roll auf die Bühne. Sie dürfte eine der wenigen Bands sein, die sich den Luxus von zwei Schlagzeugern leisten, die abwechselnd aktiv sind. „Deviltrain“ hatte es auch nicht weit in die Heiligen Länder, denn ihr Heimatort Bamberg liegt ja nur einen Katzensprung entfernt. Seit 2015 tourt die Band durch Clubs und tritt auf Festivals auf. Aktuell ist mit „Troubeld Times“ bereits ihr zweites Album erschienen. Mit High Energy Rock spielen Heiko, Simmi, Basti und Simon quasi Hard Rock aus den 1970-er Jahren, nur wesentlich schneller.

    Viele Stammgäste bevölkerten das Gemeindezentrum in den vergangenen Jahren, wenn das Heilig-Länder-Rockfestival auf dem Programm stand. Unter ihnen auch die Brüder Jonas und David Stöhr aus Kirchlauter, die zusammen mit ihrer Cousine Kerstin Weinig immer viel Spaß hatten. Das Trio findet es sehr schade, dass es nun die letzte Veranstaltung gewesen sein soll, denn: „Hier wurde was für alle Jungen und Junggebliebenen geboten.“

    Seit knapp 15 Jahren organisiert Daniel „Günni“ Tischner, der ursprünglich aus Kirchlauter stammt, Konzerte, Events und Festivals im Landkreis Haßberge und Bamberg. Die Idee, ein Musikfestival in den „Heiligen Ländern“ zu veranstalten, kam dem hauptberuflichen Altenpfleger zusammen mit Christoph Schlee aus Breitbrunn gekommen, als beide mit ihrer damaligen Band „Time Out“ und weiteren befreundeten Musikbands im Jahr 2009 ein Benefizkonzert auf die Beine stellten.

    Bands aus ganz Europa dabei

    Die Idee eines Festivals wurde sofort umgesetzt und Bands für die erste Ausgabe im Jahr 2010 gebucht. In den vergangenen Jahren standen Bands aus ganz Europa – unter anderem aus Schweden und Großbritannien – auf der Bühne des Gemeindezentrums und teilten sich diese mit vielen lokalen und regionalen Bands. Insgesamt holten die beiden Veranstalter in der Geschichte des Festivals nach eigener Aussage mehr als hundert Bands nach Breitbrunn. Und die sorgten Jahr für Jahr immer wieder neu für super Stimmung und brachten das Gemeindezentrum zum Beben.

    Comeback nicht ausgeschlossen

    Damit ist nun Schluss, sagte Daniel Tischner. Sein Beruf und die Familie spannen ihn zu sehr ein, als dass er die aufwändige Organisation auch in Zukunft noch jedes Jahr stemmen könnte. „Im nächsten Jahr wird definitiv kein Festival stattfinden“, sagt der 36-Jährige, der aber gleichzeitig für die nicht allzu ferne Zukunft ein Comeback des Heilig-Länder-Rockfestivals nicht ganz ausschließen will.

    Gute Stimmung herrschte im Breitbrunner Gemeindezentrum beim Heilig-Länder-Rock. Foto: Christian Licha

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