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    EBELSBACH

    CSU Haßberge: Darum will sie jünger und weiblicher werden

    Das neue Führungs-Team des CSU-Kreisverbandes Haßberge mit (von links) Alexander Bergmann, Sandra Schramm, Holger Baunacher, Heidi Müller-Gärtner, Kreisvorsitzendem MdL Steffen Vogel, Digitalministerin Dorothee Bär, Sebastian Schilling und Günter Huppmann. Foto: Günther Geiling

    Vom „größten Umbruch, den der CSU-Kreisverband je erlebt hat“, hat dessen Vorsitzender Steffen Vogel bei der Neuwahl des Verbandes am Freitag im Ebelsbacher Bürgersaal gesprochen, wie die Partei in einer Pressemitteilung erklärt. Schon jetzt wolle die CSU Haßberge die Weichen für das Jahr 2030 stellen, das sei keine Revolution, sondern Weitsicht. Hintergrund dieser Einlassung Vogels: Die Kreisverband hat drei Stellvertreter-Posten neu besetzt – auch sind unter den Beisitzern sieben neue Köpfe und damit einen Generationenwechsel vollzogen. Vogel selbst wurde der Verlautbarung zufolge mit 98 Prozent der Stimmen als Vorsitzender bestätigt.

    „ Wir dürfen nicht verschlafen, die Entwicklung von unten her zu beeinflussen.“

    Steffen Vogel, CSU-Kreisvorsitzender

    Vogel wurde vor zehn Jahren als Nachfolger von Siegmund Kerker erstmals in dieses Amt gewählt. Bei seinem Blick zurück meinte er, sein Verband stehe im Vergleich mit anderen sehr gut da: „Schließlich haben wir mit Bundesministerin Dorothee Bär, Landrat Wilhelm Schneider und mir als Landtagsabgeordneten auf allen Ebenen entsprechende Vertreter“, zitiert die Pressemitteilung den Landtagsabgeordneten.

    Vogel hob die starke Position seines Kreisverbandes in Unterfranken hervor; auch bei den Wahlen habe man immer sehr erfolgreich abgeschnitten mit Bärs bestem Wahlergebnis in Franken bei der Bundestagswahl und seinem eigenen bei der Landtagswahl. Es gehe um die richtige Weichenstellung für die nächsten zwei Jahre und die optimale Vorbereitung der Kommunalwahl. „Mein Ziel ist es, dass der Kreisverband Haßberge im Mai 2020 der größte Kreisverband in Unterfranken ist“, verkündete Vogel der Pressemitteilung zufolge der Versammlung.

    Der CSU-Kreisvorsitzende richtete den Blick auf die Kommunalwahl 2020, bei der die Partei bei der Zahl der Bürgermeister, aber auch in den Stadt- und Gemeinderäten wieder zulegen will. Aber auch die Wahl zum Kreistag bedeute eine Herausforderung und gelte es, feste Strukturen aufzubrechen.

    Als Kernaufgabe bezeichnete er die Parteiarbeit. „Wir brauchen in unserer Partei mehr Frauen, denn wir haben nur einen Anteil von nur 20 Prozent. Wenn 50 Prozent der Bevölkerung weiblich sind, dann müssen wir hier deutlich zulegen. Aber eine noch größere Herausforderung ist auch die junge Generation, zumal die Altersgruppe mit 80 Jahren wegstirbt und die haben uns früher mit 60 Prozent gewählt. Wir dürfen nicht verschlafen, die Entwicklung von unten her zu beeinflussen.“

    Drei Langgediente treten ab

    Er sage deswegen ja zu einer Erneuerung, denn wer sich nicht erneuere, werde von den Wählern erneuert. Den Weg für die Verjüngung machte dann aber nicht der Vorsitzende selbst – der mit seinen 44 Jahren ohnehin weit unter dem Altersdurchschnitt der CSU Haßberge liegt, das die Partei mit 59,4 Jahren angibt. Ihre Posten räumten vielmehr seine drei Stellvertreter. Das sind der Hofheimer Bürgermeister Wolfgang Borst (66 Jahre), Landrat Wilhelm Schneider (60 Jahre) und Eltmanns Stadtoberhaupt Michael Ziegler (51 Jahre).

    Das neue Gesicht: Heidi Müller-Gärtner

    Das 147 Stimmen von 163 Delegierten (92,5 Prozent) holte mit Heidi Müller-Gärtner aus Maroldsweisach eine auf Kreisebene Newcomerin das beste Ergebnis der neuen Stellvertreter. Die 40-Jährige Erzieherin ist nach Angaben ihrer Partei verheiratet und Mutter dreier Kinder. In ihrer Heimatgemeinde sitzt sie im Gemeinderat. Sie sei stolz, erklärte Müller-Gärtner nach der Wahl, und freue sich auf die neuen Herausforderungen. „Am meisten freue ich mich auf Versammlungen und will dabei die Menschen begeistern und mitnehmen. In meinem Heimatort Maroldsweisach will ich mich weiter in der Kommunalpolitik engagieren, weil mir das besonderen Spaß macht“, wird die stellvertretende Vorsitzende zitiert.

    Die weiteren Stellvertreter sind Hofheimer Stadtrat und SV-Vorsitzende Alexander Bergmann (33) und Wonfurts Bürgermeister Holger Baunacher (42).

    Auch in den weiteren Ämtern tauchen viele neue Gesichter auf: Als Schatzmeister wurden gewählt Günter Huppmann (Jesserndorf) und Liselotte Stubenrauch (Neubrunn); als Schriftführer Sebastian Schilling (Unterhohenried) und Sandra Schramm (Untermerzbach). Beisitzer sind Wolfgang Borst (Hofheim), Birgit Finzel (Untermerzbach), Eva-Maria Schmitt (Neubrunn), Cynthia Derra (Breitbrunn), Hermann Niediek (Burgpreppach), Reinhold Giebfried (Ostheim), Ilker-Martin Özalp, (Haßfurt), Thomas Sechser (Dankenfeld), Simone Berger (Rentweinsdorf), Thomas Wagenhäuser (Aidhausen), Matthias Schneider (Theres), Elke Heusinger (Riedbach) und Sebastian Ott (Ebern).

    Als Delegierte in den Landesparteitag wurden berufen: Steffen Vogel (Obertheres), Gerhard Zösch (Sand), Wilhelm Schneider (Maroldsweisach), Michael Ziegler (Eltmann), Dorothee Bär (Ebelsbach), Wolfgang Borst (Hofheim), Holger Baunacher (Wonfurt), Sebastian Schilling (Unterhohenried) und Günther Geiling (Breitbrunn). Kassenprüfer wurden Marcus Fröhlich (Zeil) und Andreas Dellert (Hofheim).

    Werbung für die Europawahl

    Wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, nutzten Staatsministerin Bär und Landtagsabgeordneter Vogel die Versammlung dazu, einmal mehr auf die Bedeutung der Europawahl am Sonntag hinzuweisen. Dorothee Bär erinnerte daran, dass die Bürger in Bayern die einmalige Chance hätten, mit Manfred Weber einen der ihren an die Spitze in Europa zu wählen.

    Steffen Vogel drückte seine Sorge aus, dass eine geringe Wahlbeteiligung den Parteien am extremen rechten und linken Rand nutzen werde, weil sie ihre Anhänger leicht mobilisieren könnten.

    Auf Kreisebene ein neues Gesicht der CSU: Heidi Müller-Gärtner, die mit den meisten Stimmen gewählte Stellvertreterin von Kreisvorsitzendem Steffen Vogel. Foto: Günther Geiling

    Bearbeitet von Martin Sage

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