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    ESCHENAU

    Das Duo „Purpur“ sang zugunsten der Dreieinigkeitskirche

    Das Duo „Purpur“: Judith und Christine Rauschert. Foto: Günther Geiling

    Schon von weitem sieht man die protestantische Dreifaltigkeitskirche auf einem geschichtsträchtigen Hügel außerhalb von Eschenau am Fuße der Ausläufer des Steigerwaldes. Sie ist nun in die Jahre gekommen und soll umfassend saniert werden. Aus diesem Anlass fand an diesem Wochenende ein Benefizkonzert statt mit dem Duo „Purpur“ statt, dessen Reinerlös einen kleinen Beitrag zur Finanzierung leisten soll.

    Eigentlich wollte die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde schon in diesem Jahr mit der Renovierung beginnen, aber die Abstimmung der Förderung und Zuschüsse dauerte doch etwas länger. Nun geht man davon aus, dass der Baubeginn im Jahre 2020 liegt. Bei der bisherigen Kostenschätzung geht man von rund 200 000 Euro Gesamtkosten aus. Der Kirchenvorstand der mit 250 Christen recht kleinen Kirchengemeinde möchte mit verschiedenen Aktionen in nächster Zeit natürlich auch sein „Scherflein“ dazu beitragen.

    Das „Benefizkonzert mit Purpur“ stellte dazu einen kleinen Baustein dar. Hinter „Purpur“ stecken dabei die Zwillingsschwestern Christine und Judith Rauscher, die jetzt beide in Bamberg leben, aber zu Eschenau eine besondere Verbindung haben. Sie sind nämlich die Enkelinnen des bekannten Eschenauer Mundartdichters Willi Schwappacher, der vor zwei Jahren verstorben ist. Seit dem Jahre 2007 machen sie Musik und haben bisher schon fünf Alben veröffentlicht, darunter in diesem Jahr die Neuauflage von „Zwiegesang“ und das „MaidenWerk“.

    Kirche ersetzte Kapelle

    Helmut Schwappach hieß die zahlreichen Besucher willkommen. Darunter waren auch Pfarrerin Doris Otminghaus, Erster Bürgermeister Stefan Paulus und Ortssprecher und Vertrauensmann Rudolf Symmank. Helmut Schwappach betonte, dass das wunderschöne Kirchlein auf dem Kirchberg einer Renovierung unterzogen werden müsse.

    Die Kirche auf dem Kapellenberg ersetzte die spätgotische Georgskapelle aus der Zeit um 1600, deren Chor im heutigen Chorturm noch aufgeht. Diese Kapelle war damals durch Nichtbenutzung baufällig geworden und so erfolgte im Jahre 1720 der Neubau der heutigen Kirche. Im Innern überzeugen die Schlichtheit und die feine Farbgestaltung der beiden Galerien, deren obere auch die Orgel trägt. Die Kirche wird umgeben vom Dorffriedhof. Daneben erinnern noch ein Brunnenhaus sowie das alte Eschenauer Schul- beziehungsweise Lehrerhaus an vergangene Zeiten.

    Für Wanderer und Brautpaare

    Die Kirche wird immer wieder gerne von Wanderer und Gästen aufgesucht. Auch als Hochzeitskirche wird sie gerne von Brautpaaren ausgewählt. Diesmal diente sie aber als „Konzertsaal“ für ein wunderschönes Konzert von „Purpur“ mit vielen gelungenen Eigenkompositionen, die sie auf ihren Instrumenten und mit einem unverwechselbaren Zusammenklang ihrer beiden Stimmen präsentierten. Der Gesang der Zwillingsschwestern harmonierte dabei auf besondere Weise, zumal sie ihre Instrumentalbegleitung bewusst im Hintergrund beließen.

    Christine und Judith Rauscher nennen sich mit ihren Bardinnennamen auch Gabria (Christine) und Leonora (Judith), weil sie in ihrem zweistimmigen Gesang vor allem auch „Mittelalter-Folk“ und „Irsih-Folk“ bevorzugen. Ihr Fokus liegt auf dem Text und den Geschichten, die sie damit erzählen wollen. Dabei versetzten sie auch in Eschenau ihre Besucher und Zuhörer in andere Zeiten und Welten und sogar in andere Länder mit ungewöhnlichen Instrumenten wie der aus Indien stammenden „Shruti-Box“ oder der russischen dreisaitigen Balalaika.

    Mit nachdenklichen, herzergreifenden Balladen oder mit beschwingtem, witzigen Liedgut, bei Ausflügen in die keltische und nordische Mythologie oder in die Welt des Mittelalters nahmen sie ihre Besucher mit, sorgten für einen kurzweiligen, unterhaltsamen Abend und animierten ihre Gäste auch noch zu einer Spende für die Kirche. (gg)

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