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    HOFHEIM

    Das Hofheimer JUZ: Bindeglied zwischen den Generationen

    Gratulanten zum 40. Geburtstag des JUZ in Hofheim: Carsten Stark (von links) vom Kreisjugendring, Bürgermeister Wolfgang Borst, Landrat Wilhelm Schneider, Günther Geiling (früherer JUZ-Vorsitzender und Ehrenmitglied), Markus Ott (stellvertretender JUZ-Vorsitzender), die JUZ-Ehrenmitglieder Werner Mock und Andreas Schmitt und der JUZ-Vorsitzende Daniel Fischer. Foto: Rudi Brantner

    Als vor 40 Jahren der Verein zur offenen Jugendarbeit ins Leben gerufen wurde, hätte sich wohl keiner erträumt, dass aus dem einstigen Jugendtreff in der ehemaligen Kinderbewahranstalt eine 40 Jahre währende und noch andauernde Erfolgsgeschichte werden würde.

    Am Samstag wurde dieser runde Geburtstag mit Freunden, Gönnern und Mitgliedern ausgiebig gefeiert. Der Vorsitzende des Vereins JUZ Hofheim, Daniel Fischer, ließ in seiner launigen Ansprache 40 erlebnisreiche Jahre Revue passieren.

    Als erster Vorsitzender wurde Günther Geiling gewählt, unterstützt von Werner Mock, Andreas Schmitt und Bernd Laudensack. Die damals gefasste Satzung, in der festgelegt wurde, einen offenen Jugendtreff zu betreiben, hat bis heute Bestand. Alle Aktivitäten sollten dazu beitragen, das Gebäude zu erhalten. Nach gut einem Jahr konnte 1980 der Vereinssitz im ehemaligen Kindergarten bezogen werden.

    Starken Fürsprecher gefunden

    Seitens der Bevölkerung stieß dieses Ansinnen, einen Jugendtreff zu betreiben, nicht nur auf Gegenliebe. Besonders die unmittelbaren Nachbarn hatten unter den teils lautstarken Feierlichkeiten der JUZler zu leiden. Der damalige stellvertretende und spätere Bürgermeister Erwin Borst erwies sich als starker Fürsprecher des Unterfangens und stand stets hinter dem Projekt. Zudem war es Günther Geiling, der sich vor seine „Schützlinge“ stellte, sie andererseits aber auch in die Raison verwies.

    Mitglieder hat der Verein aktuell 470, davon sind etwa 150 „Aktive“, der Rest rekrutiert sich aus Passiven, Gönnern und Altvorderen. „Wir sind in Hofheim der zweitgrößte Verein“, so Fischer.

    Dass man in den vier Jahrzehnten sehr aktiv war, lässt Fischer mit einigen Eckpunkten erahnen: Konzertveranstaltungen mit Rock- und Pop-Größen wie Eric Burdon und Roger Chapman, Ina Deter und Wolf Maahn. Maahn war sage und schreibe neun Mal Gast in Hofheim, avancierte neben der Heavy Metall Band Vendetta quasi zum Hausmusiker der Hofheimer.

    Außerdem brachte man sich von Anfang an in das Stadtleben aktiv ein. Filmvorführungen, neben Rockkonzerten mit „Berühmtheiten“, bot auch immer wieder für „Newcomer“ die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Aus dieser Idee erwuchsen Konzepte wie das heutige „Outer Limits“ das im Juni 2019 wieder mit vier Konzertabenden durchstarten wird.

    Ausflüge nach Rimini, zu Freizeitparks, nach Kulmbach zur Brauereibesichtigung, jeweils mit viel guter Laune, die die Jugend versprühte, machte die Hofheimer über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. So wurde man eingeladen, sich in das Goldene Buch der Stadt Kulmbach einzutragen, TV Sender berichteten über das JUZ und TV Moderator Harald Schmidt erwähnte die Hofheimer in einer seiner Sendungen. So oder so, die Hofheimer Jugend hat immer einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

    Dass es in einer so langen Historie auch Rückschläge gab, liegt auf der Hand. Spektakuläre Aktionen wie den Christbaum aus dem Fenster zu werfen, sind heute Anekdoten geworden. Meist aber war es der Lärm, die Verschmutzungen die nach rauschenden Partynächten im Jugendtreff für wenig Gegenliebe sorgten.

    Alles in allem fanden die Jugendlichen aber immer wieder in die Spur zurück und sind nach nunmehr 40 Jahren ein allgemein anerkannter Verein. Kirchweih, Marktplatzfest, Maibaum aufstellen, Gaudikicker um nur einige Eckpunkte zu nennen, bereichern den Alltag.

    Überraschungsgast

    Vereinstradition ist es auch, dass die Führung stets standhaft blieb. Günther Geiling war 22 Jahre Vorsitzender des JUZ e. V.. Seit seinem Ausscheiden 2002, steht nun Daniel Fischer dem Verein vor.

    Landrat Wilhelm Schneider kam als Überraschungsgast zur Geburtstagsparty und lobte das Engagement des Vereins und die „gewaltige Leistung“ 40 Jahre Jugendtreff. Bürgermeister Wolfgang Borst empfindet die Jugendarbeit als einen Glücksfall für Hofheim: „Ihr seid ein wichtiger Baustein der städtischen Festivitäten und ein wichtiges Bindeglied zwischen den Generationen.“

    Carsten Stark vom Kreisjugendring zog seinen Hut vor so viel erbrachter Ehrenamtsleistung im Bereich Jugendarbeit. Günther Geiling freute sich, nach 17 Jahren „Abstinenz“ wieder einmal im JUZ Gast zu sein. Seit seinem Ausscheiden aus der Vorstandschaft war er nicht mehr an seine Wirkungsstätte zurückgekehrt. „Ganz oder gar nicht, es gibt auch keine halbe Schwangerschaft“, so Geiling im Gespräch.

    Weitere Grußworte sprachen Andreas Schmitt, Werner Mock und der neue zweite Mann an Fischers Seite, Markus Ott. Wie fast alljährlich erprobt, gab es auch an diesem Festtag Spanferkel mit Salat-Buffet, dazu stimmungsvolle Livemusik der „Time Traveling Turtles“ – Andreas Ott (Gitarre), Florian Bieselt (Schlagzeug, Gesang) und Manuel Zaske (Bass) gaben alles für eine beschwingte Partynacht.

    Das war klar, dass es beim Rückblick auf 40 Jahre JUZ auch viel zu lachen gab. Foto: Rudi Brantner
    „Time Traveling Turtles“ sorgte beim Fest zum 40. Geburtstag des JUZ für Partystimmung. Foto: Rudi Brantner

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