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    Das „Wasserschutzbrot“ ist preisgekrönt

    Christian Guschker von der Regierung von Unterfranken warb für das Projekt „Wasserschutzbrot”. Foto: Christiane Reuther

    Zwei Fachvorträge standen im Mittelpunkt der Tagung der Kreisbäuerinnen und Ortsobmänner des Bauernverbandes (BBV) im Landkreis Haßberge. Kreisbäuerin Cäcilie Werner aus Wonfurt freute sich, mit Eva Maria Haas und Christian Guschker zwei kompetente Referenten begrüßen zu können, die mit ihren Vorträgen dazu beitrugen, den Landwirten das nötige Wissen zu vermitteln, ums sich ins richtige Licht zu setzen.

    Während Eva Maria Haas als dessen Geschäftsführerin über Aufgaben und Ziele des Vereins „Unsere Bayerische Bauern“ berichtete, widmete sich Christian Guschker von der Regierung von Unterfranken dem Projekt „Wasserschutzbrot“. Diskussionsbeiträge, zu denen sich die Referenten selbst oder zu anderen Themen auf die Manfred Kraus vom BBV einging, rundeten die Tagung ab.

    Der im Frühjahr 2016 gegründete Verein „Unsere Bayerischen Bauern e. V.“ setzt sich für die bayerischen Landwirte und ihre Produkte ein und will damit ein positives Image für die Landwirtschaft erzeugen. Hinter der Initiative steht eine Interessensgemeinschaft von verschiedenen Organisationen aus allen Bereichen der bayerischen Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei. Der Verein will den Verbrauchern deutlich machen, wie viel Arbeit in hochwertigen Lebensmitteln steckt. „Wann wird aus einem Ferkel ein Schwein?“ oder „Wo wachsen die Radieschen fürs Abendbrot?“ sind nur zwei der Fragen rund um landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Bayern, die der Verein auf seiner Website www.unsere-bauern.de beantwortet. Bauern- und Produktporträts, auf die Eva Maria Haas in einer Präsentation einging, liefern Verbrauchern Informationen über die Entstehung und Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. So soll mehr Nähe zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft entstehen. Beim Surfen auf der Website könne man sich vom Konzept des Vereins überzeugen. Nicht nur landwirtschaftliche Produkte, sondern auch die bayerischen Regionen sowie die verschiedenen Berufe in Land- Forstwirtschaft und Fischerei werden dort vorgestellt. Im Servicebereich gibt es einen Veranstaltungskalender, Hinweise zu Einkaufsmöglichkeiten direkt beim Bauern, Freizeitangebote auf dem Land und Rezeptideen mit regionalen Erzeugnissen. Im Fokus der Kampagne steht laut der Referentin neben der Qualität vor allem die Regionalität und Frische der Produkte. Ziel sei es, den regionalen Erzeugern zu mehr Wahrnehmung und ihren Produkten zu mehr Ansehen zu verhelfen und damit die vielfältige, stark durch die Landwirtschaft geprägte bayerische Kulturlandschaft zu fördern und zu erhalten. „Wir möchten mit den Kommunikationskanälen deutlich machen, wie wichtig die Landwirtschaft in und für Bayern ist“, hob Haas hervor.

    Durch die geringen Niederschläge in Unterfranken haben unterfränkische Landwirte erhöhte Anforderungen an landwirtschaftliche Produktionen hinsichtlich der Nitratauswaschungen. Was mit einem „Wasserschutzbrot“ verbunden ist und welche Gründe hinter dem Projekt stehen, darauf ging Christian Guschker, Sachgebietsleiter Wasserwirtschaft von der Regierung Unterfranken, näher ein. Denn eines ist sicher: „Grundwasser ist die Quelle für unser Trinkwasser, daher muss es besonders geschützt werden“. Beim Anbau von Getreide bringen Landwirte Stickstoffdünger in mehreren Gaben aus. Im Boden wird der Stickstoff zu Nitrat umgewandelt, das über das Grundwasser in die Trinkwasserbrunnen gelangen kann. Die „Wasserschutz-Landwirte“ verzichten beim Anbau ihres Backweizens auf die letzte Stickstoff-Gabe. Somit verringert sich das Risiko der Nitrat-Auswaschung in das Grundwasser und es ist ohne teure Aufbereitung als Trinkwasser nutzbar.

    Nach erfolgreichen Testphasen seit dem Jahr 2014 verzichten laut dem Projektleiter aktuell elf Landwirte in Unter- und Oberfranken beim Anbau ihres Backweizens auf die letzte Stickstoff-Gabe. Für den im Rahmen des Projekts geernteten Weizen mit einem geringeren Eiweißgehalt erhalten die Landwirte einen Ausgleich von ihrem örtlichen Wasserversorgungsunternehmen. Das grundwasserschonend angebaute Getreide wird in den Mühlen getrennt vermahlen und auch separat gelagert. Anschließend gelangt dieses Mehl ausschließlich zu den an diesem Projekt beteiligten Bäckern. Das handwerkliche Geschick, die Verwendung regionaler Rohstoffe und das Bekenntnis zur Heimat, verbunden mit der Sicherung von Arbeitsplätzen, vereine laut Regierungsdirektor diese regionalen Handwerksbäckereien innerhalb eines außergewöhnlichen Projekts – gemeinsam mit Landwirten, den Wasserversorgern und den Mühlen.

    „Grundwasser ist die Quelle für unser Trinkwasser, daher muss es besonders geschützt werden.“
    Christian Guschker, Sachgebietsleiter Wasserwirtschaft der Regierung

    Im Rahmen der Nachhaltigkeitsinitiative „HofheimerLandProdukt“ beteiligen sich fünf Bäcker aus der Region Hofheim an der Testphase für das Projekt „Wasserschutzbrot“. Das Projekt war neben zwei weiteren für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung 2018 nominiert und wird offiziell als „Top 3 Projekt Deutscher Nachhaltigkeitspreis Forschung“ bezeichnet.

    Letztendlich habe es der Verbraucher selbst in der Hand, um mit seinem Kaufverhalten darüber zu entscheiden, wie Produkte erzeugt und verarbeitet werden, sagt Guschker. Nähere Informationen dazu gibt es im Internet unter www.wasserschutzbrot.de.

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