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    HAßFURT

    Der Caritas im Kreis Haßberge fehlen pflegende Hände

    Bei der Vertreterversammlung des Caritasverbandes für den Landkreis Haßberge dankte Geschäftsführerin Anke Schäflein dem Kreisvorsitzenden Johannes Simon mit einem kleinen Geschenk für zehn Jahre in diesem Ehrenamt. Foto: Sabine Weinbeer

    Die Caritas ist im Landkreis Haßberge auf vielen Feldern aktiv „und wird nach wie vor gebraucht“, dieses Fazit zog Johannes Simon, der Vorsitzende des Kreisverbandes, aus den Berichten, die am Montag bei der Kreisvertreterversammlung in Haßfurt abgegeben wurden. Der Schwerpunkt der Caritas liegt im Landkreis in der stationären und mobilen Altenpflege, aber auch viele Beratungsdienste werden angeboten und stark nachgefragt.

    Die Versammlung begann mit einer Überraschung, denn Kreisgeschäftsführerin Anke Schäflein gratulierte Johannes Simon zum zehnjährigen Jubiläum als Kreisvorsitzender. 1999 übernahm er dieses Ehrenamt von Eva Göller „und seitdem haben wir eigentlich ununterbrochen gebaut“, resümierte Anke Schäflein. Er habe nicht genau gewusst, was auf ihn zukommen werde, gab Johannes Simon zu, doch der Weg habe sich als richtig herausgestellt.

    Neues Jahresthema

    In seinem Tätigkeitsbericht zum Jahr 2018 stellte Johannes Simon fest, dass das Jahresthema der Caritas, die Wohnungsnot, mittlerweile auch in der Politik ein Top-Thema sei. Mit „Sozial braucht digital“ steht das neue Jahresthema vor der Tür, die Caritas Haßberge jedoch bleibt am Thema Wohnungsnot dran mit ihrem Wohnprojekt mit dem Arbeitstitel „St. Katharina“. Das stecke derzeit in der Genehmigungsbürokratie fest, berichtete Anke Schäflein. „Es wird wohl bis Februar dauern, bis der Bebauungsplan vorliegt“, erklärte sie.

    Verschiedene wichtige Themen packte die Caritas im Bereich Altenpflege an. Dem Fachkräftemangel versuche man mit acht neuen Auszubildenden entgegen zu wirken.

    Fortbildung rückt in den Fokus

    Auch Fortbildung werde großgeschrieben und dabei auch schwierige Themen angepackt, so Johannes Simon. So war ein wichtiges Thema 2018 Gewaltprävention in der Altenpflege. Demente Menschen seien manchmal auch aggressiv oder übergriffig und deshalb sei es wichtig, die Mitarbeiter in Deeskalation zu schulen. Eine legale Alternative zur illegalen Haushaltshilfe aus Osteuropa bietet die Caritas mit dem Projekt „CariFair“.

    Über die Kassenlage informierte der stellvertretende Kreisgeschäftsführer Georg Wagner. Trotz der Baustelle und damit weniger Plätze in St. Bruno konnte der Kreisverband im Jahr 2018 eine schwarze Null schreiben mit einem Plus von 100 000 Euro. In 2019 werde es nicht ganz so gut aussehen, doch bei einem Haushaltsvolumen von rund 12 Millionen Euro seien die Abweichungen nach oben und unten in den letzten Jahren nur marginal.

    Einstellen müsse man sich auf geringere Zuweisungen aus Kirchensteuermitteln, „weil uns das vor allem in Bereichen trifft, wo wir keine weiteren Finanzierungen haben“, so Anke Schäflein, „und da tut uns jeder Euro weh“.

    Weiterhin hoch ausgelastet sind die Beratungsdienste, vor allem durch Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Drogenproblemen. Hier zeige sich, wie notwendig die Schaffung einer Planstelle für die Jugendsuchtberatung war.

    Es fehlen Mitarbeiter

    Hoch ausgelastet sind auch die Angebote der Altenhilfe, ob stationär oder mobil über die Sozialstation. 344 Patienten werden in den eigenen vier Wänden betreut. „Und es könnten viel, viel mehr sein, wenn wir die pflegenden Hände hätten“, so Anke Schäflein. 432 375 Kilometer fuhren die mobilen Pflegekräfte im letzten Jahr zu den Patienten. Unter den 30 Fahrzeugen fahren acht mit Erdgas, eines mit Strom.

    Der Altersdurchschnitt unter den 324 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sei weiter gestiegen, 52 Prozent sind älter als 50 Jahre. Vor allem die Pflegekräfte (216) arbeiten Teilzeit. Warum dieser Anteil so hoch sei, fragte ein Versammlungsteilnehmer. „Vollzeit ist in der Pflege eigentlich fast nicht zu schaffen“, warb Anke Schäflein um Verständnis für die hohen Belastungen dieses Berufes.

    Ein Blick in die Statistik des Kreisverbandes zeigt, dass sich 98 Ehrenamtliche regelmäßig in der Caritas engagieren, vom Freundeskreis Asyl über die Laienhelfer für psychisch Kranke bis hin zu den Altenheimbesuchsdiensten.

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