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    HAßFURT

    Die Entscheidung für das Handwerk ist richtig

    Am Mittwoch wird Lukas Stappenbacher aus Trossenfurt im Leistungswettbewerb der Maler und Verputzer in Würzburg antreten. Am Samstag holte er sich beim Festakt der Kreishandwerkerschaft seinen Gesellenbrief ab. 57 junge Menschen sprach Kreishandwerksmeister Hans-Georg Häfner von den Pflichten ihrer Ausbildung frei und begrüßte sie als Fachkräfte im Handwerk.

    Viele Stellen können nicht besetzt werden

    „Ihnen gehört die Zukunft“, unterstrich Häfner seine Glückwünsche. Die Entscheidung für das Handwerk sei richtig und zukunftsgerichtet, erklärte er. Leider könnten in vielen traditionellen Handwerksberufen Stellen nicht mehr besetzt werden. Das liege aber weniger an den Berufen oder der Bezahlung, als vielmehr an der immer größeren Zersplitterung der Berufsfelder. Auch die Abschaffung der Meisterpflicht in einigen Berufen habe nicht zu einem Mehr an Ausbildung beigetragen, kritisierte Häfner. Die Stärken des Handwerks blieben jedoch: der persönliche Kontakt mit Menschen, das Ergebnis der Arbeit mit Händen greifen zu können „das macht mir nach über 50 Jahren im Beruf auch heute noch jeden Tag Spaß“, erklärte er gelernte Elektriker, der drei Wünsche an die neuen Gesellinnen und Gesellen hatte: „Bleiben Sie Ihrem gelernten Beruf treu, übernehmen Sie Verantwortung im Betrieb und in der Gesellschaft“.

    Krisensichere Arbeitsplätze

    Beste Zukunftsaussichten bescheinigte auch Landrat Wilhelm Schneider den jungen Handwerkerinnen und Handwerkern. Der Gesellenbrief sei ein gutes Fundament, das Handwerk biete krisensichere Arbeitsplätze mit guten Aufstiegsmöglichkeiten, „denn wenn Sie wollen, können Sie schon mit Mitte 20 Ihr eigener Chef sein“, so der Landrat.

    Auf den Wandel im Handwerk ging als Festredner Bezirksrat Bernhard Ruß ein. In der Gesellschaft müsse ein Umdenken stattfinden, denn bei der Handwerkerleistung sei es so wie oft im Supermarkt: „Der Verbraucher will gute Qualität aber wenig zahlen“. Es sei an der Zeit, darüber zu diskutieren, wer denn die Leistungsträger in der Gesellschaft sind. Ruß dankte allen, die sich im Handwerk für eine gute Ausbildung engagieren und jungen Menschen damit gute berufliche Perspektiven bieten. Auch er bat abschließend: „Bleibe im Lande und nähre dich redlich – das ist durchaus eine gute Perspektive.

    Der stellvertretende Rektor der Heinrich-Thein-Berufsschule Haßfurt, Jochen Brüggemann, freute sich über das gute Abschneiden vieler bisheriger Schülerinnen und Schüler. Zwei der frisch gebackenen Gesellen seien bereits für die Meisterschule angemeldet.

    Das sind die neuen Gesellen:

    Die Obermeister übergaben dann die Gesellenbriefe: Aus den Händen von Alfred Kaiser waren dies bei den Fleischern Christopher Angebrandt aus Maroldsweisach, Kilian Fuchs als Prüfungsbester aus Ebern und Sven Hilliges aus Kleinmünster. Bei den Fleischereifachverkäufern erhielten Nelson Endres und Jeremy Will ihre Gesellenbriefe.

    Von der Malerinnung händigte Obermeister Michael Ott Kevin Gebhardt aus Hofstetten, Johannes Köhler aus Rabelsdorf, Fabian Mazak aus Königsberg, Dominik Räder aus Untermerzbach und Lukas Stappenbacher aus Oberaurach die Gesellenbriefe aus. Prüfungsbester war Lukas Stappenbacher. Weil sie ebenfalls mit einer Eins vor dem Komma abschnitten, erhielten auch Johannes Köhler und Kevin Gebhardt eine Auszeichnung.

    Bei den Schreinern erhielten Torsten Fehringer aus Haßfurt, Simon Grieser aus Unfinden, David Hager aus Ebern, Hendrick Heimrich aus Bramberg, Alexander Hesler aus Hofheim, Oliver Hubert aus Lichtenstein, Zaira Iberle aus Schweinfurt, Johannes Michael aus Kleinrheinfeld, Frank Kieswetter aus Oberschwarzach, Jacqueline Köhler aus Ebelsbach, Jan Mauser aus Schönbrunn, Johannes Mück aus Ebelsbach und Klemens Trunzer aus Haßfurt ihre Gesellenbriefe von Obermeister Klaus Döllner. Prüfungsbeste war Zaira Iberle, den Wettbewerb „Gute Form“ gewannen mit ihren Gesellenstücken Jan Mauser und Johannes Mück.

    Friseur-Obermeister Oliver Merkl überreichte den Gesellenbrief an Eline Seufert aus Zell.

    Für die Bauinnung gratulierte Obermeister Karl Böhner Tobias Weinig aus Theres-Buch, dem einzigen Maurer, und Philip Schneider aus Aidhausen-Happertshausen, dem einzigen Fliesenleger. Die Bauinnung umfasst die Landkreise Haßberge und Schweinfurt, die übrigen Azubis waren aus Schweinfurt.

    Aus ganz Nordbayern kommen die Mälzer und Brauer zur Freisprechung durch Obermeister Franz-Josef Göller. Die meisten der 19 Absolventen waren auch angereist, was Göller sehr freute. Er zeigte sich stolz auf einen sehr guten Jahrgang mit einem hervorragenden Notendurchschnitt. Dass mit Michael Hönig der Kammersieger und mit Stephen Volk der Gesamtprüfungsbeste in seiner eigenen Brauerei in Zeil ausgebildet wurden, freute ihn besonders. Die beiden sind allerdings auch die einzigen beiden Jung-Gesellen aus dem Landkreis Haßberge.

    Auch die Bürokaufleute gehören zur Freisprechungsfeier. Aus den Händen von Oberstudienrätin Katrin Weber bekamen ihre Zertifikate: Celine Denk aus Zeil, Sophia Gromhaus aus Maroldsweisach, Björn Hilbert aus Ebeslbach, Annalena Jäger aus Ebern, Annika Krug aus Haßfurt, Laura Nitsch aus Zeil, Svenja Pataky aus Hainert, Selina Seufert aus Knetzgau, Regina Wiederholt aus Schweinfurt, Thomas Witchen aus Riedbach und Sabrina Zehe aus Haßfurt. Prüfungsbeste war Selina Seuffert.

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