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    ERMERSHAUSEN

    Die Fichte macht Ermershausen ganz große Sorgen

    Viele Stämme aus dem Gemeindewald von Ermershausen warten an der Waldabteilung „Hügel” auf den Abtransport. Foto: Beate Dahinten

    „Dramatisch“ – dieses Wort benutzte Wolfgang Meiners immer wieder. Der Förster informierte am Montagabend den Gemeinderat über die Trockenschäden im Gemeindewald. „Die Klimaveränderungen haben uns im Moment voll im Griff“, betonte er. „Wenn es nicht bald regnet, werden wir Probleme kriegen, weil alle Baumarten schwächeln.“

    „Dramatisch“ ist manches aber schon jetzt: „Schöne, alte und wertvolle Fichten werden dünn.“ Und das hat nicht unbedingt mit dem Borkenkäfer zu tun. Wie Meiners erläuterte, befallen die Schädlinge keine allzu trockenen Bäume. Und während Käfer- oder auch Sturmholz irgendwann aufgearbeitet sei, gilt für die Entwicklung bei den Trockenschäden: „Wir wissen nicht, wie lange dieser Zustand weitergeht.“ Das Käferholz machte bei der Ernte in diesem und im vorigen Jahr gerade mal 30 Prozent aus, 70 Prozent waren Trockenholz.

    Fichte als Haupteinnahmequelle

    Die Fichte „macht uns ganz große Sorge“ hatte Wolfgang Meiners zuvor angemerkt. Das fällt umso mehr ins Gewicht, als dieser Nadelbaum bislang die Haupteinnahmequelle im Gemeindewald bildete. Trockenschäden seien aber auch bei allen anderen Baumarten zu erkennen, etwa bei der Buche, der Hainbuche und der Eiche.

    Die Qualität beim Trockenholz ist zwar gut, aber aufgrund des enormen Überangebots bekommt die Gemeinde nicht das, was die Stämme wert wären. Satte Gewinne aus dem Gemeindewald wird es mittelfristig nicht mehr geben, eher muss investiert werden. Das hatte eingangs auch Bürgermeister Günter Pfeiffer deutlich gemacht.

    Als Folge von Käferbefall und Trockenheit muss den Worten von Wolfgang Meiners zufolge im Ermershäuser Wald allein bei der Fichte zweieinhalb Mal soviel geerntet werden wie geplant. Er lobte die beiden beauftragten Forstunternehmen, aber es sei auch eine Frage der Kapazitäten.

    Grund zur Verzweiflung besteht laut Meiners nicht. „Ich sehe einen Lichtstreif am Horizont, es geht weiter, und es wird auch wieder mal anders.“ Dabei denkt er vor allem an die „Verjüngung, die einigermaßen noch steht“. Es sei wichtig, dass die jungen Bäume von älteren vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt würden. Frühzeitig junge Bäume verschiedener Arten unter die Fichtenbestände zu setzen, „ist das A und O. Da sind wir in Ermershausen sehr weit“.

    Genügend Brennholz-Polder

    Noch ein Lichtblick: Die Tannen vertragen die Hitze erstaunlich gut. „Wir bleiben dran“, signalisierten Bürgermeister Pfeiffer und Wolfgang Meiners. Pfeiffer wies darauf hin, dass die Gemeinde noch genügend Brennholz-Polder (Fichte) abzugeben hat. Interessenten können sich bei ihm melden.

    Ein ganz anderes Thema: Die Ermershäuser Feuerwehr kann künftig bei Bedarf zwei stellvertretende Kommandanten wählen. Eine Änderung des Feuerwehrgesetzes macht das möglich. Den Vorteil, die Verantwortung, auf mehr Schultern zu verteilen, wertete der Gemeinderat höher als den finanziellen Mehraufwand für Entschädigung und Lehrgangskosten. Im Fall zweier geplanter Häuser erteilte das Gremium jeweils mehrere Befreiungen von den Vorgaben des Bebauungsplanes „Belzig“.

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