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    ERMERSHAUSEN

    Die Lage im Wald ist schwierig, aber nicht hoffnungslos

    Beim Waldbegang des Gemeinderates Ermershausen informierten Jürgen Hahn vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt (rechts) und Förster Wolfgang Meiners (Zweiter von rechts) in der Waldabteilung Hainbach die Ratsmitglieder Theo Vey (von links) und Gertrud Pößnecker, die Forstreferendare Franz Dittmar und Anna Seidenzahl sowie Bürgermeister Günter Pfeiffer über die aktuelle Lage im Gemeindewald. Foto: Beate Dahinten

    „Wir haben eine schwierige Zeit in der Waldbewirtschaftung, aber es ist nicht ganz so hoffnungslos, es gibt Licht am Ende des Tunnels. Wir sind schon auf einem sehr, sehr guten Weg.“ Dieses Fazit zog Bürgermeister Günter Pfeiffer nach dem Waldbegang des Gemeinderates Ermershausen am Dienstag.

    Der vorsichtige Optimismus hat seinen Grund. Nicht dass der Gemeindewald von Trockenheit und Borkenkäfer verschont geblieben wäre. Aber während anderswo erst noch investiert werden muss, um die Lücken zu füllen, ist der Nachwuchs schon da, und das in einer guten Mischung verschiedener wärmeliebender Baumarten, wie Förster Wolfgang Meiners dem Gemeinderat vor Augen führte. Schon vor dessen Amtszeit „sind die richtigen Weichen gestellt worden“, sagte Forstoberrat Jürgen Hahn vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt und lobte die Weitsicht der Kommune.

    Ein weiterer Aspekt: Die Trockenheit erleichtert die Holzernte in Bereichen, die bislang eher feucht waren. „Die früheren Problemstandorte halten uns jetzt über Wasser“, sagte Hahn.

    Nicht zuletzt wurde die gute Zusammenarbeit mit den Forstunternehmen als ein Grund dafür genannt, dass der Ermershäuser Gemeindewald auch in Zeiten wie diesen relativ gut dasteht.

    „Die Dramatik besteht im wirtschaftlichen Verlust beim Kiefernholz, die ökologische Wertigkeit ist weiter sehr hoch“, brachte Wolfgang Meiners die Situation auf den Punkt.

    Helfende Finanzspritze

    Apropos Ökologie: Das Vertragsnaturschutzprogramm und seine Vorteile waren eines der Themen bei dem Waldbegang. Durch das Programm können auch Bäume, die am Austrocknen sind, noch für die Natur von Nutzen sein, für Spechthöhlen beispielsweise. Und die Gemeinde ist dankbar für die finanzielle Entschädigung.

    Bürgermeister Pfeiffer wagte in diesem Zusammenhang einen Ausblick auf das Ergebnis des Wirtschaftsjahres: „Wir werden heuer mit einem blauen Auge davonkommen und schwarze Zahlen im Wald schreiben. Es ist nicht gut, aber wir legen zumindest nicht drauf.“

    Bei alledem mangelt es nicht an Herausforderungen. Der Wildverbiss wurde am Dienstag ebenso angesprochen wie die Gefahr herabfallender Äste, die sich durch vertrocknete Bäume erhöhen werde.

    Und der Wald wird sich verändern: Den Erläuterungen der Forstleute zufolge wird nicht nur die Fichte stark abnehmen, sondern auch die Buche ihren Status als bestimmende Baumart verlieren, Eiche und Douglasie an Bedeutung gewinnen. Außerdem sei es wichtig, jetzt schon mit neuen Baumarten aus südlichen Gefilden zu experimentieren, betonte Jürgen Hahn.

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