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    RAUHENEBRACH

    Die neue Kläranlage von Rauhenebrach läuft

    Sie läuft, die neue Kläranlage der Gemeinde Rauhenebrach. Das 1,6 Millionen-Euro-Projekt war die aufwendigste Baumaßnahme in der bisherigen Amtszeit von Bürgermeister Matthias Bäuerlein. „Aber es ist alles soweit glatt gelaufen“, erzählt er bei einem Besuch auf der Anlage in Prölsdorf.

    Gut 3000 Einwohner hat Rauhenebrach, die Kläranlage wurde auf 4000 Einwohnergleichwerte ausgelegt. Schließlich gibt es neben den Privathaushalten auch landwirtschaftliche Betriebe, Gewerbebetriebe und eine Brauerei. Der Gemeinderat hat den Umbau der Kläranlage lange und intensiv vorbereitet, sich für eine neue Technik entschieden: die Sequenzielle Biologische Reinigung, in Prölsdorf arbeitet jetzt eine SBR-Anlage. Für diese entstanden zwei riesige runde Klärbecken, da die Abwasserreinigung in zwei Stufen läuft. Der alte Klärteich wird dennoch vorerst bestehen bleiben, als Reserve für eventuelle Störungen oder Instandhaltungsarbeiten. Der anfallende Klärschlamm wird in einem eigenen Gebäude direkt auf der Anlage gepresst, gelagert, und dann in die Verbrennung gebracht.

    Eine Kläranlage im laufenden Betrieb umzubauen, das erfordert eine generalstabsmäßige Vorbereitung. Die begann im Herbst 2016 mit dem Rückbau bestehender Anlagenteile. Die Gründung war aufwendig, Pumpen-Sümpfe mussten angelegt werden, um das Grundwasser abzuleiten. Dieses Grundwassermanagement könnte auch künftig wieder zum Einsatz kommen, wenn beispielsweise Reparaturarbeiten nötig werden. „Riesenlöcher, enorme Mengen an Stahlbeton, jetzt kann man sich fast nicht mehr vorstellen, welche Massen hier bewegt worden sind“, erklärt Matthias Bäuerlein. Um Kosten zu sparen, war auch der Bauhof intensiv auf der Baustelle beschäftigt. Die Kosten hatte der Bürgermeister stets im Blick, denn für Kläranlagen gibt es mittlerweile keine Förderung mehr. Weil die Abwasserbehandlung eine kostenrechnende Einrichtung ist, muss der Bürger beziehungsweise Abwasserproduzent den Betrieb, aber auch die Investitionen bezahlen – direkt über Beiträge oder langfristig über höhere Gebühren. Weil die Finanzierung über Gebühren bedeutet, dass wegen des langen Zeitraums die Kosten fast zweimal fällig werden, entschied sich der Gemeinderat für Beiträge. In bisher zwei Raten sind bereits 90 Prozent der Kosten gedeckt. „Es gab Bürger, die haben gleich alles auf einmal bezahlt, aber wir sind natürlich auch jedem entgegengekommen, der um mehr Raten gebeten hat“, erklärt der Bürgermeister. Über den Restbetrag wird der Gemeinderat nach der Schlussabrechnung beraten, aber noch sind nicht alle Rechnungen da.

    Das Wetter hilft mit

    Besonders gefordert waren auch die Klärwärter während der gesamten Umbauphase. Schließlich galt es, die alte Anlage in Betrieb zu halten und sich gleichzeitig in die neue Technik einzuarbeiten. Die große Trockenheit dieses Sommers war dabei „nicht von Nachteil, so Matthias Bäuerlein, denn schließlich lief die Kläranlage nur mit einem Teich weiter. Und so konnte auch die Zeit wieder reingeholt werden, die wegen des langen Winters im Frühjahr verloren gegangen war.

    Spannend war Ende Juli die Inbetriebnahme der neuen Anlage. So genannter Impfschlamm wurde aus der Kläranlage Gerolzhofen angefahren und die Bakterien von dort machten sich umgehend an die Arbeit. Am Bildschirm im Klärwärterhäuschen haben Klärwärter Ludwig Ehrlich und seine Kollegen Wendelin Hartmann und Rupert Stock jetzt alles im Blick, sehen wo gerade die Lüfter laufen, ob es irgendwo eine Störung gibt. „Läuft alles“, erklärte Ehrlich dem Bürgermeister bei seinem Besuch auf der Kläranlage und auch die Laborproben waren von Beginn an in Ordnung.

    Noch gibt es allerhand Restarbeiten auf dem Kläranlagengelände. „Aber im Frühjahr nächsten Jahres wird es einen Tag der offenen Tür geben, bei dem sich die Bevölkerung alles genau anschauen kann“, kündigt Matthias Bäuerlein an. Für die Prölsdorfer, aber auch die Nachbarn in Halbersdorf gab es doch allerhand Belästigungen während der Bauzeit mit viel Schwerlastverkehr und Geräuschentwicklung. Auch dafür, dass dies weitgehend klaglos hingenommen wurde, ist Matthias Bäuerlein dankbar. „Und dafür, dass diese Riesenbaustelle ohne Unfall abgewickelt werden konnte“.

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