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    KREIS HASSBERGE

    Do-it-yourself boomt: Etwas, was sonst keiner hat

    „Do it yourself” liegt derzeit im Trend. Die entsprechenden Kurse, die im Haßbergkreis angeboten werden, sind gut besucht. Und wer keine Zeit oder Lust hat selbst Hand anzulegen, der kauft zumindest gerne Selbstgemachtes. Unser Bild entstand bei einem Nähkurs in in Burgpreppach. Foto: Stefanie Brantner

    Ob es ums Kleider nähen, Gitarren bauen oder Kosmetik geht, der Trend geht eindeutig zum Selbermachen. Etwas individuelles schaffen – etwas, dass nicht jeder hat.

    „Und wie mache ich jetzt weiter?“, Kathrin Eisentraut sucht die Aufmerksamkeit der Kursleiterin Berit Busch. Die besieht sich gerade das Schnittmuster, das Elfi Rattay mitgebracht hat. Beide nehmen am Nähkurs in der „Butik Billa“, in Burgpreppach, teil. Doch während es für Rattay und Tochter Stefanie Wolf schon der zweite Kurs ist, müht sich Eisentraut erstmals für eines ihrer Kinder, ein Kleidungsstück selbst zu nähen.

    Kreatives Gestalten

    Was Rattay und Wolf bereits klar ist – nämlich, dass ihnen das Nähen großen Spaß macht, wird von Laura Jakob, im Rahmen dieses Kurses, zunächst einmal ausgetestet. Sie hat noch nie genäht und möchte wissen, ob diese Art, der kreativen Beschäftigung das Richtige für sie ist.

    Kreatives Gestalten sei einfach sein Ding, erklärt Christoph Heilmann. Er habe in der Schule schon ein bisschen genäht, möchte seine Fähigkeiten verbessern und hat bereits ein klares Ziel vor Augen. „Ich möchte meine Kleidung nach meinen Vorstellungen selbst nähen. Ich habe da schon einige Kreationen im Kopf und hier kann ich lernen das auch umzusetzen“.

    Eine andere Teilnehmerin möchte eigentlich lediglich ihre Kenntnisse auffrischen. „Das ist häufig der Fall“, erklärt die Kursleiterin. Sie habe es öfters mit Teilnehmern und Teilnehmerinnen zu tun, die, da nun in Rente oder in Elternzeit, ihre Kenntnisse auffrischen wollen, um Enkel, Kinder oder sich selbst mit individuellen Kleidungsstücken zu versorgen. Denn, etwas Individuelles – etwas, das nicht jeder hat, herstellen zu können, treibt die meisten an ihre Kenntnisse zu erweitern und entsprechende Kurse oder Schulungen zu besuchen.

    Busch gibt regelmäßig Nähkurse und die seien eigentlich immer gut besucht. Neuerdings meldeten sich allerdings auch immer öfter Männer an.

    Den umgekehrten Fall hat Hermann Gräfe. Bei ihm in der Werkstatt, in Lendershausen, kann man mit seiner Hilfe Gitarren bauen. Die meisten der Kursteilnehmer seien Männer, so Gräfe. Allerdings gebe es hin und wieder auch Frauen, die sich ihr Musikinstrument selbst herstellen möchten. Eine Gitarre selbst zu bauen ist schon sehr aufwendig. Aber es mache riesigen Spaß erklären mit die beiden jungen Männer, die ihre Freizeit momentan in Gräfes Werkstatt verbringen.

    „So eine Gitarre hat kein anderer. Ich habe am Ende ein ganz individuelles Musikinstrument und das ist doch klasse“, schwärmen beide und schleifen, bohren und feilen weiter an ihren Gitarren, die inzwischen auch schon aussehen als könne man bald darauf spielen.

    Dass, „do it yourself“ absolut im Trend liegt, bestätigt auch die Leiterin des Umweltbildungszentrums in Oberaurach, Christine Thorn. Ob Nähkurs, Lederworkshop, Weidenflechten oder das Herstellen von Schmuck, Naturkosmetik oder Seife – die verschiedenen Kurse, die hierzu angeboten werden, sind eigentlich durchweg gut besucht, erfreuen sich großer Beliebtheit. Dem trage man mit einem entsprechenden Angebot auch Rechnung, so Thorn.

    Nachhaltigkeit

    Doch nicht nur die Kreativität, sondern auch die Nachhaltigkeit stünden hoch im Kurs, so Thorn. So biete man beispielsweise im kommenden Monat einen Nähkurs unter dem Motto „Zum Ausmisten zu schade – vom alten Kleidungsstück zum neuen Lieblingsteil“ an.

    Und wer keine Zeit oder Lust hat selbst Hand anzulegen, der kauft gerne Selbstgemachtes, weiß Renate Vielhuber. Sie verkauft in ihrem Tee- und Gewürzladen und auf Märkten auch selbst gestrickte Socken und dergleichen. Die Nachfrage in diesem Bereich steigt von Jahr zu Jahr, so Vielhuber. Selbstgestrickte Handschuhe, Schals, Mützen und Socken sind wieder schwer in Mode, hat sie festgestellt.

    Schnitt für Schnitt zum Selbstgemachten: Nicht nur beim Nähen steht „Do-it-Yourself“ hoch im Kurs. Foto: Stefanie Brantner

    Von Stefanie Brantner

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