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    GLEUSDORF

    Droht der Seniorenheimleiterin jetzt ein Berufsverbot?

    Wie geht es in der Seniorenresidenz in Gleusdorf, einem Ortsteil von Untermerzbach (Lkr. Haßberge) für Patienten, Personal und Betreiber weiter, nachdem der Verwaltungsgerichtshof in München die vom Landratsamt Haßberge und vom Verwaltungsgerichts in Würzburg bestätigte Schließung in zweiter Instanz auf unbestimmte Zeit verschoben hat? „Der Betrieb in der Einrichtung läuft weiter, bis in einem Hauptverfahren entschieden wurde“, heißt es aus dem Landratsamt Haßberge. Sicher ist, dass zu den aktuell noch 55 Bewohnern der Einrichtung keine neuen mehr kommen. Denn: Auch die Verwaltungsrichter in München halten den verhängten Aufnahmestopp für richtig und erforderlich, um „sicherzustellen, dass sich die Situation in der Einrichtung nicht zum Nachteil der Bewohner (weiter) verschlechtere“, wie es in einer VGH-Mitteilung heißt.

    Landrat: Vertrauen aufgebraucht

    Landrat Wilhelm Schneider (CSU) hat bereits angekündigt, dass die Aufsichtsbehörden nicht lockerlassen wollen und die Auseinandersetzung vor Gericht nicht scheuen. Das Vertrauen in die aktuelle Geschäftsführung ist aufgebraucht. Schneider: „Es geht darum, akute Gefahr für Leib und Leben der Bewohner abzuwenden.“ Daher werde der vor Gericht und den derzeitigen Eigentümern angekündigte Trägerwechsel durch das Landratsamt aktiv begleitet, versichert Landrats-Sprecherin Monika Göhr.

    Ansonsten gibt sie sich wegen des schwebenden Verfahrens bedeckt: „Aus rechtlichen Gründen können weitere Fragen zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden.“ Eine Frage wäre beispielsweise, wie man – wie vom Senat des Verwaltungsgerichtshofes gefordert – unverzüglich, also ohne schuldhaftes Zögern, eine externe Übergangsheimleitung einsetzt, was bedeuten würde, dass man die beiden Eigentümer „entthronen“ müsste.

    Wie das geschehen könnte, skizzierte ein Sprecher des Ministeriums für Gesundheit und Pflege in München, das sich wegen des laufenden Verfahrens ebenfalls zurückhält. Dennoch fällt ein Schlüsselbegriff: Berufsverbot. Ein solches war schon vor über zwei Jahren gegen den damaligen Pflegedienstleiter verhängt worden, als er nach dem Polizeieinsatz im November 2016 für einige Wochen in Untersuchungshaft landete. Er soll sich zwischenzeitlich mit Gedanken tragen oder getragen haben, einen ambulanten Pflegedienst in Hessen aufzubauen. Auch der damals im Heim tätige Allgemeinarzt aus dem Landkreis Bamberg praktiziert seither nicht mehr.

    Ein Berufsverbot gegen die Heimleiterin, die noch länger in Untersuchungshaft ausharrte als ihr Pflegedienstleiter, könnte nun folgen.

    Von Ralf Kestel

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