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    OBERAURACH

    Ein kleines rotes Döschen mit unbezahlbaren Informationen

    Beim Seniorenkreis Trossenfurt kam die Spende der Kolpingfamilie bestens an. Die Rotkreuzdosen stehen jetzt in den Kühlschranktüren der Beschenkten. Foto: Sabine Weinbeer

    Bei vielen Senioren in Trossenfurt, Tretzendorf, Hummelmarter oder Fatschenbrunn steht seit dem Wochenende eine kleine rote Dose in der Kühlschranktür, die im medizinischen Notfall Leben retten kann.

    Die Rotkreuz-Notfalldose gibt es seit einigen Jahren. Die Kolpingfamilie Trossenfurt fand die Idee so passend, dass sie für alle Mitglieder des Seniorenkreises eine solche Dose spendierte.

    In der Notfalldose finden sich alle wichtigen Daten des Patienten: Name und Geburtsdatum, Blutgruppe, Krankenkasse, Versichertennummer, Infos über Vorerkrankungen, Operationen, chronische Erkrankungen, Allergien oder Medikamentenliste.

    Wenn Rettungskräfte in eine Wohnung kommen, treffen sie immer öfter auf Alleinlebende – das müssen nicht unbedingt Senioren sein. Aber auch Angehörige sind oft in der Aufregung überfordert, etwa die Medikamentenliste der Ehefrau oder des Vaters mitzuteilen. Ein Blick auf die Wohnungstür zeigt, ob im Kühlschrank eine Notfalldose steht. Zu der gehören nämlich auch zwei Aufkleber: einer für die Innenseite der Wohnungstür und einer für die Kühlschranktür.

    Idee aus Großbritannien

    Diesen Aufbewahrungsort hat man sich beim Roten Kreuz, das die Idee der Notfalldose aus Großbritannien übernommen hat, ausgesucht, weil der Kühlschrank in einer Wohnung normalerweise leicht zu finden ist.

    Gerade bei chronisch kranken oder älteren Menschen ist es für die Einsatzkräfte außerordentlich wichtig, schnellstmöglich alle Informationen über den Patienten zu bekommen. Wer sich zehn Minuten Zeit genommen und das Informationsblatt für die Notfalldose ausgefüllt hat, kann sicher sein, dass alle wichtigen Informationen erfasst sind und an die Ärzte in der Notaufnahme weitergegeben werden. Dazu gehören auch der Hausarzt und die Adressen von zwei Kontaktpersonen, die informiert werden sollen. Auch ob und wo eine Patientenverfügung oder eine Vorsorgevollmacht hinterlegt sind, erfahren Rettungsassistenten oder Notarzt durch dieses Formular.

    Seniorenkreisleiterin Karin Sefz erläuterte ihren Mitgliedern die Rotkreuzdose und erklärte, dass sie nicht nur für Senioren wichtig sein kann. In Deutschland gebe es einerseits immer mehr Ein- und Zweipersonenhaushalte und nicht immer seien weitere Personen anwesend, wenn jemand einen Unfall, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erleidet.

    Die Rotkreuzdose kostet nur wenige Euro, doch die Spende der Kolpingfamilie sei eine gute Initiative, diesen kleinen Helfer bekannter zu machen. Die Mitglieder ihres Seniorenkreises seien dankbar für dieses Geschenk, das umgehend den Weg in die Kühlschranktüren finden werde, so Sefz. Die Rotkreuzdose sei ein „absolut sicheres“ Hilfsmittel, so Karin Sefz, denn „sie hat keine Elektronik, die streikt oder gehackt werden kann, keine Batterien und keine Akkus. Wenn ein Update nötige ist, könnt ihr es selbst mit einem Kugelschreiber eintragen“. (swe)

    Die Rotkreuzdosen (Stückpreis 3 Euro) können käuflich erworben werden beim BRK-Kreisverband in Haßfurt (Industriestraße 20) und bei den Rettungswachen in Ebern (Im Frauengrund 12), Hofheim (Eichelsdorfer Straße 11) und Eltmann (Bamberger Str. 38).

    Ein Aufkleber an der Wohnungstür sagt den Rettungskräften, dass sie in der Kühlschranktür eines Patienten die Rotkreuzdose mit allen relevanten Informationen finden. Foto: Sabine Weinbeer

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