• aktualisiert:

    KIRCHLAUTER

    Ein rasend lustiges Verwechslungsspiel auf der Bühne

    „Kaviar trifft Currywurst“ heißt das Stück, das derzeit die Theatergruppe Kirchlauter auf die Bühne bringt. Dieses Szene zeigt (von rechts) Wirtin Erna Wutschke (Magda Stöhr) mit ihren Stammgästen Uwe (Roland Gehring) und Heini (Thomas Klemm).
    „Kaviar trifft Currywurst“ heißt das Stück, das derzeit die Theatergruppe Kirchlauter auf die Bühne bringt. Dieses Szene zeigt (von rechts) Wirtin Erna Wutschke (Magda Stöhr) mit ihren Stammgästen Uwe (Roland Gehring) und Heini (Thomas Klemm). Foto: Günther Geiling

    Was geschieht, wenn man sich Geld für einen Gourmettempel leiht und stattdessen nur eine Eckkneipe aufmacht? Da kann es schon einmal zu Panik bei der Wirtin kommen und eine Scheingastronomie zeigt ihre Blüten. Davon konnte man sich ein Bild machen bei dem Stück „Kaviar trifft Currywurst“, das die Theatergruppe Kirchlauter derzeit mit viel Charme im „Oskar-Kandler-Zentrum“ zum Besten gibt.

    Die Theatergruppe Kirchlauter ist im weiten Umkreis für ihre Aufführungen bekannt und über Jahrzehnte hinweg waren die gleichen Schauspieler und Funktionäre aktiv. Sie sorgten für entsprechende Theaterstücke und die ganze Organisation rund um die Bühne. Eberhard Baum hatte 37 Jahre ein glückliches Händchen bei der Auswahl der Theaterstücke und war nahezu das ganze Jahr damit beschäftigt, die Stücke auszusuchen.

    Seine Schwester Marieanne Baum war seit 35 Jahren dabei und schlüpfte bald schon die Rolle der Regisseurin. Gleichzeitig konnte man bei ihr nach dieser langen Zeit auch in einem Fundus von Kleidern und Bühnenaccessoires wühlen, um für die Aufführung in die entsprechende Rolle zu schlüpfen oder auch das passende Bühnenbild zu präsentieren.

    Loslösung vom Musikverein

    Nach dieser langen Zeit wollten beide aber nun ihre Aufgaben in jüngere Hände legen. Das geschah mit der letzten Theatersaison. Mit Marc Veen, Justina Gehring, Steffi Schmitt und Markus Kast fanden sich aber einige jüngere Theaterfreunde, die die Lücke füllten. Das geschah aber nicht, ohne die ganze Organisation der Theatergruppe neu zu überdenken. Sie war nämlich bis dahin eine Untergruppe des Musikvereins der „Haßbergkapelle Kirchlauter“. Nun hat man mit der „Theatergruppe Kirchlauter e. V.“ einen eigenen Verein gegründet. „Wir möchten auch eine Jugendgruppe bilden und Kinder- und Jugendtheater machen. Zuerst wollen wir schauen, ob Interesse dafür gegeben ist“, betonte Markus Kast. Interessierte könnten ihn persönlich ansprechen oder eine E-Mail an post@theatergruppe-kirchlauter.de senden.

    Auch den in nächster Zeit vorgesehenen Umbau des „Oskar-Kandler-Zentrums“ begrüßt der neue Verein zumal dabei die Decke des Saales und damit auch des Bühnenraumes erhöht werden soll. Das bedeute aber auch, dass das Bühnenbild und die Kulissen neu gebaut werden müssen.

    Für die aktuelle Theatersaison begannen Mitte Oktober die Vorbereitungen. Für die Schauspieler fanden zweimal pro Woche Proben statt, vor der Premiere sogar noch öfter. Was dabei heraus kam, begeisterte die vielen Zuschauer am Wochenende.

    Magda Stöhr spielte die Hauptrolle der bodenständigen Kneipenwirtin Erna Wutschke, die Beschaulichkeit dem Wohlstand vorzieht, aber von der Führung eines Edellokals weit entfernt ist. Eher schlecht führt sie die Eckkneipe „Warmes Würstchen“ und wird sichtbar nervös, als ihr neureicher Cousin Prinz Harry von Anhalt (Marc Veen), von dem sie das Geld geliehen hatte, seinen Besuch ankündigt. 24 Stunden hat sie Zeit, um ihre heruntergekommene Kneipe in ein Spitzenlokal zu verwandeln.

    Zum Glück kann sich die Wirtin auf ihre Stammkunden und ihren Lebensgefährten Gerd Blume (Markus Kast) verlassen – oder auch nicht, wenn der tollpatschige Gerd plötzlich den piekfeinen Kellner verkörpern soll. Stammgast Heini (Thomas Klemm) zeigt ausgeprägtes Sitzfleisch und weigert sich, die Kneipe zu verlassen.

    Und der chronisch zahlungsunfähige Uwe (Roland Gehring) hat immer einen unpassenden Witz auf Lager. Dann taucht auch noch Ungeziefer im Lokal auf – was die missgünstige Nachbarwirtin Siggi Schuster (Tanja Wissendheit) zu verantworten hat und schließlich meldet sich auch noch Restauranttesterin Ludmilla von der Steppke (Steffi Schmitt) an. Dazu kommt auch noch Bürgermeister Dieter Döge (Klaus Klemm), der sich im Wahlkampfstress befindet und sich um das Wohl der Gemeinde sorgt, sowie seine Frau und Modedesignerin Annabell Döge, die Extravaganz und Alltagstauglichkeit auf sich vereint.

    Was auf der Bühne folgt, ist ein rasend lustiges Verwechslungsspiel, bei dem schief läuft, was nur schief laufen kann. Mit vielen Ideen und Ausflüchten scheint es Kneipenwirtin Erna zu gelingen, ihren Cousin davon zu überzeugen, dass sie ein „Edel-Lokal“ betreibt. Doch als dieser eine Testerin von einem Fachmagazin ankündigt, bricht im „Warmen Würstchen“ das Chaos aus.

    Noch zwei Aufführungen

    Die Zuschauer spendeten immer wieder offenen Szenenapplaus. Aber auch am Schluss der kulinarischen Komödie gab es lang anhaltenden Applaus für das Ensemble. Die Theatergruppe zeigt das Stück noch zweimal: am Samstag, 2. Februar, um 19 Uhr und am Sonntag, 3. Februar, um 18 Uhr. Kartenreservierungen sind noch möglich unter Tel. (09536) 7 48 90 09.

    Die Darsteller

    Magda Stöhr (Kneipenwirtin Erna Wutschke), Markus Kast (Lebensgefährte Gerd Blume), Marc Veen (Cousin Prinz Harry von Anhalt), Martina Freisinger (Stammkundin Sandy Stutzke), Tanja Wissendheit (Nachbarwirtin Siggi Schuster), Justina Gehring (Sugarbaby Heike), Klaus Klemm (Bürgermeister Dieter Döge), Marion Höllisch (Annabell, Frau des Bürgermeisters), Steffi Schmitt (Restauranttesterin Ludmilla von der Steppke), Roland Gehring (Stammgast Uwe), Thomas Klemm (Stammgast Heini). Theresia Gehring und Eva Genslein (Souffleuse).
    Bürgermeister Dieter Döge (Klaus Klemm) mit seiner Frau Annabell (Marion Höllisch).
    Bürgermeister Dieter Döge (Klaus Klemm) mit seiner Frau Annabell (Marion Höllisch). Foto: Günther Geiling
    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Haßberge-Newsletter!

    Bearbeitet von Günther Geiling

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!