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    ERMERSHAUSEN

    Eine Flurbereinigung der anderen Art: Indoor

    Innenarchitektin Dorina Vogt-Ernst (rechts) erläutert den Gemeinderatsmitgliedern (von links) Stefan Lüdecke, Gertrud Pößnecker und Walter Herold sowie Bürgermeister Günter Pfeiffer vor Ort ihr Konzept zur Umgestaltung des Flures im Rathaus Ermershausen. Foto: Beate Dahinten

    Unser Flur soll schöner werden: Bürgermeister Günter Pfeiffer hatte die Idee, den Eingangsbereich des Rathauses aufzufrischen – und Dorina Vogt-Ernst einen Kniff parat, damit die Kosten sich in Grenzen halten.

    Die ortsansässige Innenarchitektin stellte am Mittwoch im Gemeinderat ihr Konzept zur Neugestaltung des langen, schmalen Flures vor, der auch ihr selbst sehr vertraut ist, aber bei näherem Hinsehen nicht wirklich einladend wirkt. „Sehr viele verschiedene Grundmaterialien“ waren der Fachfrau aufgefallen, beispielsweise „verschiedene Arten von Türen und nochmal anderes Holz an der Decke“, unter dem Strich ein „Gemischtwarenladen“.

    Nur erstes Drittel umgestalten

    Den kompletten Flur mit einem halben Dutzend Türen zu erneuern, käme zu teuer. Der Lösungsvorschlag von Dorina Vogt-Ernst: nur das erste Drittel umgestalten und eine Zwischenwand mit Tür einziehen, sodass der hintere Teil nicht zu sehen wäre und dort im Wesentlichen alles beim Alten bleiben könnte.

    Das Erscheinungsbild im vorderen Bereich soll dem des bereits vor einigen Jahren renovierten Sitzungssaals angepasst werden.

    Und das heißt: Buchenholz, bei den Türen zum Sitzungssaal und zur Bücherei ebenso wie bei den Wandpaneelen, die das Konzept vorsieht. Wandfächer für die Broschüren anstelle des Metallständers und neue Bilderrahmen sollen das einheitliche Bild vervollständigen.

    Als Material für die Zwischenwand mit versteckter Tür wird nicht Buche, sondern Spaltholz verwendet. „Das lässt den Flur deutlich weiter wirken und wäre ein totaler Hingucker“, beschrieb Dorina Vogt-Ernst den Vorteil.

    Die geschätzten Mehrkosten von 300 bis 400 Euro für die Spaltholz-Variante veranlassten Theo Vey, auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis hinzuweisen: „Wir sitzen hier nur 20 Tage im Jahr“, sagte er. Bürgermeister Pfeiffer argumentierte, dass dafür im hinteren Teil nur Streicharbeiten anfallen.

    Die Kosten für beide Bereiche insgesamt bezifferte Dorina Vogt-Ernst auf schätzungsweise 10 000 Euro netto, 15 000 Euro sind im Haushalt für das Vorhaben eingestellt worden.

    „Ich find's schön, die Idee“, sagte Lydia Steuter. Klaus Welz konnte sich nach eigenem Bekunden nicht so richtig etwas unter dem Konzept vorstellen, zeigte sich aber offen, sich positiv überraschen zu lassen. „Wir hätten dann einen freundlichen Empfang“, sagte Bürgermeister Pfeiffer, der Preis sei „vertretbar“ angesichts dessen, was geplant sei. Stefan Lüdecke fand „nichts Verwerfliches dran, nach 40 Jahren mal 10 000 Euro zu investieren.

    Einstimmiger Beschluss

    Der Beschluss zur Neugestaltung fiel dann einstimmig aus. „Bis zum Fest im September wollen wir fertig sein“, sagte Bürgermeister Pfeiffer zum Zeitfenster.

    Ungewöhnlich hatte übrigens der Vorschlag von Dorina Vogt-Ernst für die neue Farbe im hinteren Bereich gewirkt: die Türen schwarz zu streichen, werde sie „deutlich wertiger“ aussehen lassen, so die Fachfrau, ebenso einen Teil der Wand. „Das hat erstaunlich wenig Einfluss auf das Raumlichtgefühl“, sagte die Innenarchitektin. „Die Farbe ist unerwartet, aber das Ganze wirkt dann fertig und kostet wenig Geld.“ (bat)

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