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    ELTMANN

    Eltmann: Darum durften Schüler fräsen oder Stecker ziehen

    An der CNC-gesteuerten Fräsmaschine durften die Schüler unter Anleitung selbst Werkstücke programmieren und fertigen. Foto: Günther Geiling

    Das A und O für die Wahl des richtigen Berufes ist es, gut informiert zu seinen. Dieser Aufgabe kommt die „Wallburg-Realschule“ Eltmann mit ihrer systematischen Berufsorientierung und zahlreichen Veranstaltungen, Seminaren und Einblicken in die Arbeits- und Berufswelt aktiv nach. Drei Tage lang stand nun ein riesiger „M+E-Info-Truck“ vor der Schule, der die Schüler der 8. und 9. Klassen ausgiebig über die Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten in der Metall- und Elektroindustrie informierte.

    So hoch wie das Schulhaus

    Mit dem „M+E-Info-Truck“ will die Metall- und Elektroindustrie Bayerns über die vielfältigen Berufsmöglichkeiten ihrer Branche informieren und als Bindeglied zwischen Schule und Wirtschaft die Schüler für die Branche begeistern. In diesem Truck, der mit seinen zwei Ebenen so hoch ist wie das zweistöckige Schulhaus, setzen auf der etwa 80 Quadratmeter großen Präsentationsfläche neueste Multimedia-Anwendungen und anschauliche Experimentierstationen neue Maßstäbe für moderne Berufsinformation.

    Die Jugendlichen können auf der unteren Ebene unter Anleitung eine computergesteuerte CNS-Fräsmaschine programmieren und ein Werkstück selbst fertigen. Das taten sie auch, auch wenn es nur ein Türschild für die eigene Klasse war. An anderer Stelle beschäftigten sich andere Schüler mit der Bedienung eines Aufzuges oder wunderten sich dann an einer Präsentationsbank, wie viele verschiedene Anschlüsse und Stecker es im Elektrobereich gibt.

    Eine „BerufeScout“ erklärte dann auf dem Touch-Monitor wichtige Inhalte zu den M+E-Berufen und zeigte das Ausbildungsangebot sowie freie Lehrstellen von Unternehmen in der Region auf. Auf einem 1,5 Quadratmeter großen Multitouchtable auf der 2. Ebene lief eine animierte 3D-Softwareanwednung und lud die Schüler gleichzeitig auf eine interaktive Entdeckungsreise durch ein virtuelles Unternehmen ein.

    200 Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Jahrgangsstufe wurden dabei von einem Beraterteam während ihres Besuches im Info-Truck begleitet. Unterstützung erfuhren sie ferner von Auszubildenden und einer Ausbildungsleiterin aus der Region, diesmal von der Firma UPONOR aus Haßfurt, die von ihrem Arbeitsalltag berichteten. Nicole Ehrhardt, Manager HR Apprenticeship, war mit vier Auszubildenden vor Ort, zwei Zerspannungsmechanikern, einem Industriemechaniker und einer Industriekauffrau und ging auch auf die zehn Berufsfelder ein, in denen im Betrieb ausgebildet werde. „Wir haben im Betrieb aktuell 35 Auszubildende und konnten auch die 15 neuen Ausbildungsplätze ab September gut besetzen.“

    Einblick in praktische Arbeit

    So erfuhren die Schüler von den Azubis viel aus der praktischen Arbeit eines Mechatronikers, eines Industriemechanikers oder auch einer Fachkraft für Lagerlogistik oder als Kauffrau. Gleichzeitig bekamen sie aber auch schon einen Einblick in einen Betrieb aus der Region und es entwickelten sich Kontakte zu dem Unternehmen.

    Die Schüler hörten viele Dinge aus der dualen Berufsausbildung, Weiterbildungen und Aufstiegsmöglichkeiten und natürlich interessierte sie auch die Bezahlung. Sie erfuhrfen, dass die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie meist besser bezahlen als in anderen Branchen.

    Auch die Tipps für Mädchen und Frauen kamen zur Sprache, zumal der Anteil von Frauen in verantwortungsvollen Positionen stetig wachse. Deswegen hätten M+E-Unternehmen viele Regelungen extra für Frauen eingeführt.

    Viel Engagement für Berufswahl

    Marion Dirscherl, Lehrkraft für Wirtschaft und zuständig für die Berufsorientierung an der Wallburg-Realschule, hob die systematische Berufsorientierung an der Schule hervor, die zum Beispiel mit dem mehrtägigen Berufswahlseminar über viele Berufszweige informiere. Daneben gebe es Schnuppertage an der FOS oder der Fachhochschule. Aber auch Bewerbungstraining, Assessmencenter und eine eigene Potentialanalyse werde mit Berufsberatern wie Peter Stretz durchgeführt.

    Praktikum nicht selbstverständlich

    Nicht an jeder Schule gebe es aber das einwöchige Betriebspraktikum – die Entscheidung darüber ist der Schule überlassen. „Aber an unserer Schule ist dieses einwöchige Praktikum in einem Betrieb eigentlich zu einer Pflichtveranstaltung geworden“, sagte Dirscherl. Direktorin Manuela Küfner habe dies von Anfang an für die Schüler im Hinblick auf die Berufswahl für wichtig gehalten. und deswegen die Schüler dazu eine Woche lang vom Unterricht freigestellt.

    Auch die Lehrer und Lehrerinnen begleiten die Schüler auf diesem Weg und suchen die Betriebe und damit die Schüler auf.“

    Die Metall- und Elektrobranche zeigte sich auch den Mädchen gegenüber aufgeschlossen, die sich hier mit der Funktion eines Aufzuges sowie Elektroanschlüssen auseinandersetzten. Foto: Günther Geiling

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