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    ELTMANN

    Eltmanner Schüler: Mit Argumenten gegen Stammtischparolen

    Das Info-Mobil des Kolpingwerks brachte unter anderem ein Welt-Puzzle mit. Die Karte richtig zusammenzusetzen erwies sich als ziemlich knifflige Aufgabe. Foto: Günther Geiling

    Die Wallburg-Realschule Eltmann macht sich seit vielen Jahren stark gegen jede Art von Diskriminierung. Nicht ohne Grund wurde die Bildungseinrichtung als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet.

    Im Rahmen der „Interkommunalen Wochen“ stand in dieser Woche das Kolping-Infomobil „Roadshow Integration“ an der Schule mit konkreten Angeboten zu den Themen, Migration, Flucht und Integration, mit denen man sich spielerisch und mit praktischen Übungen beschäftigte.

    Am Projekt beteiligt war auch die Bildungskoordination für Neuzugewanderte des Landkreises Haßberge. Bereits im Juni dieses Jahres hat sich die Schule im Rahmen eines „Wertetages“ intensiv mit den Themen Toleranz, Respekt und Akzeptanz auseinandergesetzt.

    Schulung für die 7. Klassen

    Nun kam das Infomobil „Roadshow Integration“ des Kolpingwerkes Deutschland zum Einsatz. Das Projekt wird auch vom europäischen Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds gefördert. Verbindungslehrerin Corinna Hartwich-Beck hatte sich hierfür besonders eingesetzt und die organisatorischen Aufgaben für die Realschule übernommen.

    Abwechselnd besuchten am Montag alle vier Klassen der 7. Jahrgangsstufe das Infomobil und nahmen an einer Schulung teil mit den Themen: „Was bedeutet Heimat für mich?“, „Was wäre, wenn ich meine Heimat verlassen müsste?“ und „Was bräuchte ich, um woanders eine neue Heimat zu finden?“ Das waren Fragestellungen, mit denen sich die Schüler und Lehrkräfte beschäftigten. Fachlichen Input und pädagogische Begleitung leisteten drei Fachreferenten des Kolpingwerkes. Sie hatten den weiten Weg von Köln nach Eltmann auf sich genommen, um allen die Thematiken näherzubringen.

    Dies wurde spielerisch erreicht – beispielsweise mit dem „Kicker-Spiel“. Dann galt es, ein „Welt-Puzzle“ zu fertigen, bei dem die Länder der Erde zusammengesetzt werden mussten. Auch mit selbstgemalten Bildern und anderen Aktionen wurden Themen der Migration und Integration aufgearbeitet.

    Erfahrungen von Geflüchteten

    Nach dem Besuch des Infomobils gab es für jede Klasse eine Schulung gemeinsam mit den Fachkräften zum Umgang mit Vorbehalten und Vorurteilen. Dabei lernten die Kinder, sich argumentativ gegen „Stammtischparolen“ zu behaupten. Besonders erfreulich war, dass während der Aktion Personen mit Fluchthintergrund eingebunden waren. So hatten die zwei Fachreferenten des Kolpingwerkes, Mohammed Habibi und Anwar Abdulkaders, selbst Fluchterfahrung, konnten von ihren Erfahrungen berichten und auf Fragen der Schüler persönlich eingehen.

    Angestoßen und organisiert wurde die Aktion auch von Regionalmanagerin Bettina Fritzler, die als eine von zwei Bildungskoordinatorinnen für Neuzugewanderte für den Landkreis tätig ist. (gg)

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