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    PFAFFENDORF

    Entweder lachen oder auf dem Friedhof warten

    Manfred Brehm aus Pfaffendorf (rechts), musste dem Humoristen Oti Schmelzer attestieren, als dieser die lokale Szene der Gemeinde Maroldsweisach und Pfaffendorf auf die Schippe nahm. Foto: Helmut Will

    Der Humorist Oti Schmelzer aus Oberschwappach war der Star bei der Blaskapelle Pfaffendorf im Saal des Dominikus-Savio-Heims am vergangenen Wochenende. Rainer Nöller von der Blaskapelle erklärte: „Es ist schon etwas besonderes, wenn einer, der beim Frankenfasching in Veitshöchheim auftritt auch in Pfaffendorf mit ,Sunn scheint' einen Auftritt gibt.“

    Und dann erschien er auf der Bühne, der Oti Schmelzer. „Auf jede Bühne gehört ein schöner Mensch, hier bin ich“, sagte er und er fuhr fort: „Wer heute nicht lacht und nicht seine Freude hat, der soll sich a Blumastöckla keff, naus in Friedhof geh und wart bis er dra kummt.“

    Beim Leichenschmaus

    Beim Auftritt von Oti Schmelzer wechselten sich humoristische Kurzbeiträge mit kleinen Sketchen ab, sodass keine Langeweile aufkam. Zu Beginn mussten gleich die Politiker herhalten. Auf das Motto des Abends eingehend sagte der Humorist: „Traue keinem Politiker mit einem leuchtenden Auge, es könnte die Sonne sein, die durch seinen hohlen Schädel leuchtet.“ Am liebsten trete er in Flugzeugen auf, weil da die Leute nicht ausreißen könnten, sagte Schmelzer. Der Komiker ließ auch seine Vorliebe für Franken durchblitzen, deren Sprache er maschinengewehrartig ohne Stolperer runter rasselte. „Einmal war ich bei einem Leichenschmaus, bei dem ich dem Pfarrer seine Freischoppen weg trank. Vor jedem Schoppen hat der Pfarrer gsacht: ,Mein Sohn, dieser Kelch ist für mich bestimmt.' Da habe ich geantwortet: „Wenn ihn nicht der Oti trinkt.“

    Schmelzer ist leidenschaftlicher Winzer, Kabarettist und Straßenwärter bei der Autobahnmeisterei Knetzgau. Seit 2011 gehört er zum festen Künstlerstamm der „Fastnacht in Franken“. In Pfaffendorf hatte er die Lacher auf seiner Seite, als er den Landrat aufs Korn nahm. Da er Wilhelm Schneider im Saal vergebens suchte, bemerkte er: „Der ist nicht im Saal, denn heute müsst er sein Eintritt bezahl.“ Und auch Bürgermeister Wolfram Thein bekam sein Fett ab: „Euer Bürgermeister von der SPD, kann ich hier heute auch nicht seh, glaub kam das einen heut des Gewissen deshalb plagt, weil keine Sau nach ihn fragt.“

    Auch holte sich Oti Schmelzer mit Manfred Brehm einen „Ministranten“ auf die Bühne, der ihm sein schlaues Buch halten musste. Er brachte einige Stanzel, die er kurzfristig über Örtliches geschrieben hatte. „Euer Bürgermester ist der Theins Wolfram, er ist sehr gläubig, denn er glaub, die Arbeit macht sich von alee. Seine Gemeindearbeiter kommen mit den 17 Ortsteilen nicht so richtig in Tritt, so mach der Markerts Ernst aus Pfaffendorf mit sei 80 Jahr, die Hauptarbeit mit. Der neue Dekan Stefan Geßner aus Baunach hat jetzt alles auf Ordnung gewichtet, sodass mer sich beim Kindermachen und beim Sterben nach ihm richtet.“

    Keine Tankstelle in Maro

    Auch das es mit den neuen Gewerbegebiet in Maroldsweisach nicht so richtig voran geht, blieb Oti nicht verborgen. „An die Maroldsweisacher an schöne Gruß, die sind heut alle da zu Fuß, mit dem Auto könna sa net fahrn, weil sa nuch ke Tankstelle ham.“ Ferner stellte der Gast aus der Gemeinde Knetzgau fest: „Die 900-Jahrfeier hat die Gemeinde mit Minus abgeschlossen, als Belohnung kriegn die Vereine jetzt noch 5000 Euro zugeschossen.“ Hier ging er auf die Entscheidung des Gemeinderates Maroldsweisach ein, der beschlossen hatte, dass Vereine die besondere Feste feiern einen Zuschuss erhalten.

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