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    ERMERSHAUSEN

    Ermershausen: Blaues Auge, aber keine Entwarnung

    Diese vertrocknete Buche in der Ermershäuser Waldabteilung Kleppersberg – das Bild stammt vom 24. September 2019 – ist Bestandteil des Vertragsnaturschutzprogramms. Foto: Beate Dahinten

    „Wir werden heuer mit einem blauen Auge davonkommen, trotzdem müssen wir hinterher sein.“ Dieses Fazit zog Bürgermeister Günter Pfeiffer am Dienstag im Gemeinderat Ermershausen in Sachen Waldwirtschaft. Wie gewohnt stand das Thema auf dem Programm der letzten Sitzung im Jahr, diesmal allerdings unter anderen Vorzeichen.

    Auf die Trockenheit und ihre Folgen für den Gemeindewald war Förster Wolfgang Meiners schon mehrmals eingegangen, im Gemeinderat und erst vor kurzem in der Bürgerversammlung.

    Immer wieder hatte er betont: langfristig besteht kein Grund zur Sorge, der Umbau in Mischwald sei schon gut vorangekommen. „Die Wälder werden sich verändern, aber sie werden nadelholzreich bleiben“, sagte er nun.

    Trockenheit unter der Oberfläche

    Jedoch machte er deutlich: Kurzfristig gibt noch keine Entwarnung. Trotz des Regens der vergangenen Monate sei die Nässe nur eine Handspanne weit in den Waldboden eingedrungen, darunter sei noch alles trocken. Es würden immer noch neue Nester des Borkenkäfers entdeckt. „Und wenn wir einen warmen März und April bekommen, befliegt der Käfer wieder die Bäume“, fuhr Meiners fort. „Das ist noch nicht zu Ende.“

    Dass die Gemeinde bei der Waldwirtschaft 2019 „mit mehr als einer schwarzen Null rauskommt“, sei unter anderem den Einnahmen aus dem Vertragsnaturschutz zu verdanken. Außerdem muss man sich den Ausführungen des Försters zufolge momentan noch intensiver um die Vermarktung kümmern als früher. Dass heuer dreimal so viel Holz eingeschlagen werden musste wie geplant, bedeute aber auch, dass die Einnahmen in den nächsten drei Jahren fehlen werden. „Das ist meine Sorge, weil wir anders gerechnet haben“, sagte Meiners. Übrigens: Es ist nach wie vor möglich, Bedarf für Brennholz bei Bürgermeister Pfeiffer anzumelden.

    Durchgehend positiv fiel der Rückblick von Walter Herold aus. Die Resonanz auf das Ferienprogramm der Ermershäuser Vereine „war wie jedes Jahr hervorragend“. Durchschnittlich 15 Kinder waren zu den Veranstaltungen gekommen. Der „Knaller“, so Koordinator Herold: Schätzungsweise 30 Jungen und Mädchen beim Bowling der Evangelischen Landjugend in Haßfurt und dem Ausklang im Jugendraum in Ermershausen.

    Die Ferienbetreuungswoche der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Hofheim und des Roten Kreuzes in Ermershausen mit 13 Teilnehmern ist auch „super gelaufen“, sagte Herold.

    Fast nur positives Feedback

    Andreas Dellert bestätigte das, es habe viel Lob für die Durchführung in Ermershausen gegeben. Der Leiter der VG-Geschäftsstelle berichtete zudem, dass das neue Angebot auch in den anderen Gemeinden gut angenommen wurde. Insgesamt seien durchschnittlich 20 Kinder gekommen. Und: „Es gab fast nur positive Rückmeldungen.“ Die druckfrischen Flyer für 2020 hatte Dellert bereits dabei.

    Wie viel Arbeit auch in einer vergleichsweise kleinen Gemeinde das Jahr über anfällt, machten die umfangreichen Dankesworte von Bürgermeister Pfeiffer zum Jahresschluss deutlich. „Ohne den vielfältigen Einsatz aller wäre in Ermershausen manches nicht möglich“, betonte er abschließend. Das Engagement von Pfeiffer würdigte Zweiter Bürgermeister Klaus Welz. (bat)

    Bearbeitet von Beate Dahinten

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